Freak Valley Festival 2019 vom 20.06. – 22.06.2019 im Netphen–Deuz

Freaks strömen zum Stoner Mekka Freak Valley

Festivalname: Freak Valley Festival

Bands: Valley Of The Sun, Stonefield, Spaceslug, John Fairhurst Band, De Wolff, The Obsessed, Brant Bjork, Electric Moon, Lacertilia, The Pretty Lightning, Dead Lord, Great Electric Quest, Pristine, Raketkanon, Tuber, King Buffalo, A Place To Bury Strangers, Yob, Corrision Of Conformity, Space Ventura, High Fighter, The Fierce & The Dead, Slomatic, Outsideinside, Arc Of Ascent, The Vintage Caravan, Monolord, Minami Deutsch, Wolfmother, God Is An Astronaut, Duel

Ort: AWO Gelände, Weiherdamm 3, 57250 Netphen

Datum: 20.06. – 22.06.2019

Kosten: 89,00 Euro zzgl. VVK Gebühr

Genre: Groove Rock, Psychedelic Blues Rock, Hard Rock, Heavy Rock, Stoner Rock, Doom

Besucher: 2500 (ausverkauft)

Veranstalter: Freak Festival https://www.facebook.com/freakvalleyfestival/

Link: http://www.freakvalley.de

Eight Years Of No Fillers – Just Killers!!! So ist das Motto des diesjährigen Freak Valley in Netphen-Deutz! Das Freak Valley ist das Mekka der Stoner schlechthin. Das Freak Valley ist für die Stoner Bands aller Couleur neben dem DesertFest Berlin, London, Antwerpen ein Muss. Was bekommen die Bands immer für glänzende Augen, wenn ich mit ihnen auf das Freak Valley in Siegen zu sprechen komme. Das Freak Valley ist der Traum jeder Stoner Band.

Dieses Jahr sind schon solche Größen wie Wolfmother, Brant Bjork, Pristine, Dead Lord und weitere tolle Acts gemeldet. Neben dem DesertFest 2019 in Berlin (hier geht es zum Bericht) ist das Freak Valley in diesem Jahr das nächste große Stoner Event für mich.

Ich werde alle drei Tage dort sein. Den ersten Tag fahre ich mit Kumpel Rene (mittlerweile ebenfalls DesertFest Berlin-Veteran) und seiner Freundin Karo hin und auch wieder zurück. Das hat den Grund, dass Karo noch arbeiten muss und am nächsten Tag erst recht spät wieder die rund 100 Kilometer zum Freak Valley fahren kann. Rene möchte am zweiten Tag aber unbedingt seine Favs The Pretty Lightning sehen, also fahre ich dann am zweiten Tag früher mit ihm nach Nethpen, so kann er sich The Pretty Lightning noch ansehen. Ich fahre dann nicht mehr mit zurück und penne vor Ort.

Das Line-Up für heute, 20.06.2019
16:00 Valley Of The Sun
17:05 Stonefield
18:15 Spaceslug
19:25 John Fairhurst Band
20:45 De Wolff (springen für The Obsessed ein)
22:10 Brant Bjork
23:35 Electric Moon

 

Wir fahren verspätet los, da Karo noch morgens arbeiten muss. So verpassen wir die erste Band Valley Of The Sun komplett! Das ist sehr schade, hatte ich doch deren neues Album vor Kurzem erst rezensiert!

Wir kommen gut durch und schaffen zumindest noch etwas von Stonefield uns anzuschauen. Das Quartett aus Australien haben wir bereits im Mai auf dem DesertFest in Berlin gesehen. Da ich in Berlin Zugang zum Backstagebereich habe, konnte ich mich dort bereits ein wenig mit ihnen unterhalten und habe ihnen gesagt, dass wir uns beim Freak Valley wiedersehen. Stonefield sind etwas ganz Besonderes. Die Band besteht aus den vier Schwestern Amy Findlay (Vocals, Drums), Hannah Findlay (Guitar), Holly Findlay (Bass) und Sarah Findlay (Keys, Background Vocals). Die Schwestern trennen acht Jahre, die älteste ist 28 Jahre, die jüngste ist 20 Jahre alt. Das, was sie machen, ist eine elegante Mischung aus Psychedelic, Hard und Stoner Rock und Doom-Einschläge sind auch noch zu vernehmen. Erneut Very Great!!! Amy Findlay treffe ich nach dem Gig bereits am Backstageeingang, da sagt sie mir, dass alle nachher noch zum Merchandise rauskommen. Dort halten sie sich auch tatsächlich lange auf und ich kann noch mit ihnen ausführlich sprechen. Sehr nette Mädels. Vor ein paar Tagen ist ihr neues Album Bent erschienen, obwohl sie seit Anfang Mai hier in Europa touren. Das haben sie leider nicht auf Vinyl dabei.

 

Bei den folgenden Spaceslug bin ich natürlich pünktlich vorne im Stagepit. Jetzt erlebe ich auch die Ansage von Volker von den Rockfreaks, der jede Band persönlich mit „Liebe Freunde, …“ ankündigt. Das Liebe Freunde verselbstständigt sich irgendwann. Vor jeder Ansage, wenn Volker gesichtet wird, ist das die Fangemeinde schon dabei mit „Liebe Freunde,…“ anzukündigen.

 

Die drei Polen bringen donnernden (Stoner) Doom auf die Bühne. Alle drei sind neben ihren Instrumenten gesanglich an den Songs beteiligt. Da ist schon einmal ein donnerndes Gewitter hier aufgefahren.

 

Da fällt mir gerade ein, wir sind im strömenden Regen durch den Westerwald gefahren. Bei der Einfahrt in Netphen ist es richtig aufgeklart. Das Wetter ist, entgegen vorhergehenden Prognosen, doch recht gut und hält sich für heute aus gezeichnet. Für morgen und übermorgen ist sowieso besseres Wetter angesagt.

 

Die John Fairhurst Band ist ebenfalls ein Trio. Doom ist bei dem der Band namensgebenden John Fairhurst und seinen Mitstreitern jedoch nicht angesagt. Heavy Blues Rock ist das Metier der Band aus England. Da diese Musik richtig schön energiegeladen ist, kommt sie hier richtig gut an!
Bei dem Gig der John Fairhurst Band kommt es dann allerdings zu Problemen für einige der Fotografen. Dies betrifft auch mich. Bei den vorangegangen Bands sind wir alle über den Zugang zum Backstagebereich direkt ins Stagepit gekommen. Dies wird von der dort stehenden Security nun einigen Fotografen mit dem Hinweis, dass er hier nur bestimmte Pässe durchlassen dürfe, untersagt. Da bereits einige Fotografen im Stagepit stehen, können wir das nicht unbedingt verstehen, aber es stellt sich heraus, dass diese andere Fotopässe besitzen.

 

Jetzt stellt sich einfach die Frage, wie wir nun auch dazu kommen Fotos aus dem Pit zu schießen. Gott sei Dank treffe ich Volker (Liebe Freunde), den ich noch von einigen anderen Events kenne und bitte ihn dies doch bitte abzuklären. Dies wird dann geklärt, zwar nicht mehr bei der John Fairhurst Band, sondern erst bei den folgenden De Wolff. Der Einlass für die (nicht Backstage berechtigten) Fotografen sollte eigentlich auf der anderen Seite sein. Da hat sich wohl die Security verdünnisiert und die Absperrung zugezogen.
Also alles klar, ab sofort über die andere Seite ins Stagepit. Das klappt seitdem eigentlich in der Regel ganz gut. Einige Male hat jedoch die dort stehende Security die Absperrung wieder komplett dicht gemacht, sodass man sie selbst beiseiteschieben muss oder die Security ist mal wieder weg.

 

Also bei De Wolff bin ich dann wieder drinnen. De Wolff sind für The Obssesed eingesprungen, die ihre sämtlichen Tourtermine in Europa bis Ende Juni gecancelt haben. Da bin ich gespannt, ob ich sie Ende Juli im Schlachthaus sehe. Eine Akkreditierung habe ich jedenfalls bereits. Oh, gerade ist bestätigt worden, dass die gesamte Tour gecancelt ist! Sehr schade! Ihren Frontmann Wino hatte ich bereits Solo auf dem DesertFest in Berlin gesehen.

De Wolff nun als Ersatz zu beschreiben würde es nicht treffen. Wer De Wolff einmal gesehen hat, weiß, was bei dem niederländischen Trio (Orgel, Gitarre, Schlagzeug) abgeht. Energie pur!!! Psychedelic Rock und Blues Rock auf höchstem Niveau. Noch als Teenager haben die drei Jungs 2007 begonnen und es mittlerweile auf zehn!!! Veröffentlichungen gebracht. De Wolff sind eine absolute Liveband und brennen hier ein Feuerwerk ab. Ein richtiges Highlight hier. Kumpel Rene ist erstaunt und richtig angetan. Ich eigentlich nicht, denn ich habe sie bereits als Support von den Blues Pills gesehen und denen haben sie damals regelrecht die Show gestohlen.

 

Nach so viel Power und Energie gibt es anschließend mit der Palm Desert-Legende Brant Bjork wieder etwas zum Runterkommen. Brant Bjork zählt zu den stilprägenden Musikern des Stoner Rocks. Aus Palm Springs stammend, spielte er bei den Stonerlegenden Kyuss und Fu Manchu das Schlagzeug. Seit fast 20 Jahren ist der Multiinstrumentalist auch als Solokünstler unterwegs. Cooler Stoner Rock ist angesagt. Vor der Bühne ist jetzt kaum noch Platz. Zu den letzten beiden Veröffentlichungen durfte ich jeweils Reviews machen. Bei den Konserven muss man teilweise aufpassen, dass es nicht zu cool und zu langsam wird. Live ist da doch ein anderer Schwung, was sich heute Abend wieder zeigt!

 

So, nun müssen wir uns auch schon wieder auf den Heimweg machen, da Karo morgen früh raus muss. So verpassen wir den heutigen Headliner Electric Moon. Schade, aber es geht nicht anders.

Am Freitag, 21.06.2019 fahren wir so los, dass wir pünktlich zu The Pretty Lightning auf dem Infield sind. Die erste Band verpassen wir leider!

Das Line-Up für heute, 21.06.2019
12:00 Lacertilia
12:55 Pretty Lightning
13:45 Dead Lord
14:50 Great Electric Quest
15:55 Pristine
17:00 Raketkanon
18:05 Tuber
19:15 King Buffalo
20:30 A Place To Bury Strangers
22:00 Yob
23:30 Corrision Of Conformity

Lacertilia verpassen wir. Bei The Pretty Lightning machen wir wirklich eine Punktlandung. Wir treffen zum Gig von The Pretty Lightning pünktlich ein. Die heutigen ersten beiden Gigs finden, ebenso wie die morgigen Gigs, auf der sogenannten Frühstücksbühne satt. Hintergrund ist wohl, dass es noch recht früh am Tage ist und zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viele Freaks vor der Stage sind, da sie noch ihren Rausch ausschlafen müssen.
Dadurch werden die Gigs natürlich viel familiärer. Aber leer ist es nun wirklich nicht, denn recht viele der Frühaufsteher Freaks haben sich zum Gig von The Pretty Lightning eingefunden.

 

The Pretty Lightning, die sensationelle Zweimann Heavy-Psych-Combo aus Deutschland, die im letzten Jahr auf dem DesertFest in Berlin mächtig abräumte, beeindruckt erneut. Für einige der anwesenden Freaks sind sie zudem kein Neuland, denn man konnte sie bereits im Dezember letzten Jahres beim Freak Valley X-Mas Fest 2018 im Vortex in Siegen bestaunen. Ich unterhalte mich mit den Musikern nach dem Gig und erfahre, dass es demnächst ein neues Album geben wird. Die ersten beiden Alben sind natürlich schon in meiner Sammlung.

 

Dead Lord verfolgen mich irgendwie, oder umgekehrt! Ich kann kaum noch aufzählen, wo ich sie überall gesehen habe. Zum letzten Mal übrigens im März dieses Jahres auf dem Rock The River der Rockfreunde Rengsdorf.
Anders, wie beim letzten Mal, ist diesmal wieder Martin Nordin dabei. Der war das letzte Mal nicht dabei, weil er auch neben Dead Lord bei Lucifer spielt. Ja, die Schweden sind meist in diversen Bands vertreten. Neben Drummer Adam Lindmark und Sänger Hakim Krim ist Tobias Lindkvist am Bass dabei. Der war auch beim Rock The River schon dabei und hat das schon öfter gemacht. Diesmal fehlt Olle Hedenström. In Koblenz bin ich mit Adam Lindmark, Tobias Lindkvist und Olle Hedenström nach dem Gig noch in der Koblenzer Altstadt versackt.

 

Dead Lord zeigen sich wie immer höchst professionell mit einer starken Spielfreude. Unterhaltung pur ist für die Fans angesagt. Dead Lord benennen als Hauptinspiration ihrer Musik unter anderem Thin Lizzy. Sie spielen klassischen Hardrock und frühen Heavy Metal, der die Menge zum Kochen bringt. Sie erinnern wirklich stark an Thin Lizzy und Phil Lynott. Dead Lord haben dabei Spaß pur und touren sich den Arsch ab. Hakim Krim begeistert natürlich wieder, indem er verschiedene Grimassen schneidet. Mittlerweile merkt man ihnen an, dass etwas Routine reingekommen ist.

Zwischendrin mal hoch zum Campinplatz, denn da sind die Stöber-Brüder von Eradicator. Die haben mir die neue Platte auf Vinyl mitgebracht, zu der ich ein Review gemacht habe. Den anstrengenden Weg dorthin hinter mich gebracht begrüßen wir uns freudig. Wie Pitti Stöber mir versprochen hat, gibt es leckeres Kettenfett um das Review zu begießen.

 

The Great Electric Quest aus San Diego (Kalifornien) bringen einen wüsten Mix aus Doom / Heavy Metal und Hard Rock auf die Bühne. Da ist jetzt richtig Energie angesagt und toppen doch diesbezüglich die vorangegangen Dead Lord erheblich. Mit Gitarrist Buddy Donner und seiner Frau Kerube habe ich mich bereits gestern angefreundet, denn die haben dort schon den Merchstand aufgebaut! Tolles sympathisches und nettes Paar, mit dem man sich gut unterhalten kann. Sie haben eine Menge Spaß daran, dass sie über den großen Teich gekommen sind, damit sie hier auf dem Freak Valley spielen können. Das ist wirklich awesome! Die gesamte Band ist wirklich awesome. Sänger Tyler „T-Sweat“ DIngvell ist einfach nur ein Tier. Das rockt hier wirklich gut! Die Donners machen mir eine Vinyl-Testpressung des aktuellen Albums Chapter II klar. Das erste Album Chapter I hätte ich gerne auch noch auf Vinyl mitgenommen. Das haben sie leider nicht am Start, dafür aber als CD. Also Buddy schaue mal, ob du noch Vinyl in den Staaten hast. Ich nehme es gerne.