Great American Ghost – Power Through Terror

... will mehr als nur Hardcore sein

Artist: Great American Ghost

Herkunft: Boston, USA

Album: Power Through Terror

Spiellänge: 32:53 Minuten

Genre: Hardcore, Metalcore

Release: 14.02.2020

Label: Entertainment One

Link: https://greatamericanghost.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Ethan Harrison
Gitarre – Niko Gasparrini
Bassgitarre – Joey Perron
Schlagzeug – Davier Perez

Tracklist:

  1. Rat King
  2. Prison Of Hate
  3. Altar Of Snakes
  4. Power Through Terror
  5. Rivers Of Blood
  6. Socialized Animals
  7. Black Winter
  8. Scorched Earth
  9. WarBorn
  10. No More

Great American Ghost haben Mitte Februar ihr drittes Album herausgebracht. Auf zehn Songs zeit sich, dass sie seit ihrem letzten Release wieder ordentlich Frust angesammelt haben. Die Bostoner bleiben ihrer bisherigen Linie treu und kombinieren wieder 90er Nu Metal Riffs mit Hardcore und eingängigen Refrains.

Direkt von Anfang an zeigt die Band, dass sie keine 08/15 Hardcore Band mit stumpfen Uptempo Parts und „Steh wieder auf“ Attitüde ist. Die Hörer erwartet ein wütendes Zusammenspiel aus Death Metal Gitarrenriffs, Blastbeats und harten Breakdowns. Gesanglich schreit sich Sänger Ethan Harrison mal wieder seinen Alltagsschmerz und den generellen Frust über die Welt von der Seele. Beispielsweise sind Songs wie Prison Of Hate Brecher, die straight nach vorne gehen und zum Headbangen einladen. Es werden keine Verschnaufpausen gegönnt, ganz im Gegenteil. Immer wieder brechen Breakdowns und Blastbeats abwechselnd auf den Hörer ein. Dabei beweist die Band stets ein gutes Gespür dafür zu haben, die Songs durch starke Metal-Riffs auch groovig und eingängig zu gestalten. Songs wie Socialized Enemies klingen angenehm nach Nu-Metal aus dem Anfang der 2000er Jahre. Vieles erinnert an den Sound der frühen Alben von Slipknot und Korn. Dass sie auch dazu in der Lage sind, Ohrwürmer durch Breakdowns zu schaffen, zeigt die Band auf dem Titeltrack des Albums. Während an den Gitarren gefrickelt wird, stürzt man von einem Breakdown in den nächsten. Gleichzeitig schmettert einem Ethan Harris immer wieder „Terror Through Terror“ entgegen, was sich wahrscheinlich zu einem livefähigen Singalong entwickeln wird.

Die Produktion fällt für ein Hardcore-Release sehr rund und ausgeglichen aus. Die Drums klingen organisch und es wird mit vielen Gitarrenspuren und -effekten gearbeitet. Besonders die facettenreiche Stimme des Sängers kommt in den Aufnahmen gut zur Geltung. Produziert wurde das Album von Will Putney (Songschreiber und Gitarrist in Fit For An Autopsy), der seine Finger unter anderem bei den letzten Releases von Body Count, Counterparts und Thy Art Is Murder im Spiel hatte.

Aber schon während des ersten Hördurchlaufs fällt auf, dass die Songs zum Großteil recht ähnlich aufgebaut sind. Die Strophen bestehen aus harten Metal-Riffs und in den Refrains kommt es zu Pop-Punk ähnlichen, eingängigen Gesangsstrukturen, die meist im halben Tempo gespielt werden, worauf wieder ein Bruch durch ein schnelles Riff folgt. Dieses Prinzip funktioniert zwar meistens gut, wirkt aber an einigen Stellen etwas aufgesetzt oder sehr hektisch. Manche Parts sind so schnell aneinandergereiht, dass man den Überblick darüber verliert, in welchem Teil des Songs man sich gerade befindet. Alle Stücke haben zwar  einen sehr groovigen Drive, werden aber leider etwas vorhersehbar.

Das anspruchsvolle Songwriting geht leider etwas durch die Ähnlichkeit der Songs unter. An einigen Stellen hätte es den Songs gutgetan, wäre den einzelnen Parts etwas mehr Zeit gegeben worden, sich zu entwickeln. Es braucht an manchen Stellen einfach länger als zehn Sekunden, damit sich ein gutes Riff entfaltet. Auch die Schemata der Breakdowns ähneln sich etwas zu sehr. Während bei manchen noch mit Gitarren-Effekten gearbeitet werden, sind andere nur eine Aneinanderreihung stumpfer Abschläge, die man so auch schon dutzende Male gehört hat.

Letztendlich ist Power Through Terror ein solides Album, was besonders durch seine Eingängigkeit punktet, aber leider für manche Hörer auch schnell langweilig werden kann.

Great American Ghost – Power Through Terror
Fazit
Power Through Terror ist ein hartes, aber auch technisch anspruchsvolles Hardcore-Metal Release, das besonders durch eingängige Refrains zu überzeugen weiß. Great American Ghost gelingt es, eine interessante Mischung aus Metal-Riffs und Hardcore-Attitüde zu erschaffen, wobei die Abwechslung manchmal leider auf der Strecke bleibt. Trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall, dem Album eine Chance zu geben.

Anspieltipps: Altar Of Snakes, Socialized Animals und Power Through Terror
Fabian O.
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