Hard Attack am 05.04.2019 im Schlachthof/ Magazinkeller in Bremen

Feinstes "Kellergedresche" in Bremen

Name: Hard Attack

Bands: Soulhammer, Fear Connection, Neophobic, Aeon Of Diseases

Ort: Schlachthof / Magazinkeller Bremen

Datum: 05.04.2019

Kosten: VVK/AK 10 €

Genre: Death Metal / Doom Metal

Veranstalter: Neophobic / Mathias Hirsch

Link: https://www.facebook.com/events/2226694024267161/

Der Vorplatz des Schlachthofes ist für die Größe der Location schon gut gefüllt, als ich kurz vor 19:00 Uhr ankomme. Der Keller selbst hingegen wirkt noch etwas leer auf mich, ebenso der Platz vor der Bühne. Als mit etwas Verspätung Soulhammer mit ihrem düster doomigen Sound den Abend eröffnen, füllt sich dieser aber in Windeseile. Ein Blick durch die Menge bestätigt meine Meinung: Keine Band für Partystimmung, dafür aber für Atmosphäre. Angenehm schleppend leitet die Band den Abend ein, bis sie von Fear Connection abgelöst wird. Mit ihrer Kombination aus „Old School Death – Thrash Metal + D-Beat – Punk mit einem Schuss Melodie“ rocken sie den Keller gewaltig. Eine Welle der Energie schwappt von der Bühne in die sich davor befindende Masse und breitet sich im gesamten Keller aus. Song für Song heizen die Vier ihren Fans ordentlich ein, sodass es zu ersten Versuchen von Moshpits kommt. Sichtbar erschöpft aber trotzdem freudestrahlend beenden sie dann ihren Teil des Abends, um für Neophobic Platz zu machen. Die fünf Death Metaler geben ebenso Vollgas wie ihre Vorgänger, nur lassen sie den Melodieteil fast nahezu weg und erschüttern den Keller mit feinstem Gedresche! Roh und simpel kommt der Sound daher, lässt allerdings keine Langeweile aufkommen, wie man an reichlich Headbangaction in allen Reihen sehen kann. Einen Track nach dem anderen spielen die Niedersachsen für ihre Fans, haben aber dennoch Zeit für die eine oder andere Ansage und damit verbundene Lacher. Nach vollendetem Werk einfach die Bühne zur Seite verlassen, wäre nun zu einfach. Aus diesem Grund beendet Sänger David seinen Teil des Abends mit einem etwas verunglückten Stage Dive – sehr zur Freude der umstehenden Gäste! Nach einer etwas längeren Umbaupause tritt der Headliner des Abends zu später Stunde auf die Bühne. Obwohl einige Gäste zunächst müde wirkten, ist davon nichts mehr zu sehen, als Aeon Of Disease die ersten Töne von sich geben. Binnen Augenblicken ist der Platz vor der Bühne mit Menschen und wild umherfliegenden Haaren gefüllt. Professionell zieht die Kombo aus Vechta ihren Auftritt durch und agiert mit dem Publikum, als würden sie nie etwas anderes machen. Feinster Death Metal erfüllt den Raum noch einmal an diesem Abend, um das erste Hard Attack um 0:30 Uhr würdig zu beenden.

In Zeiten von Großveranstaltungen wie dem W:O:A oder dem GMM ist solch ein Abend, der eher wie eine Verabredung von Freunden wirkt, eine sehr angenehme Abwechslung, denn hier kommt der Geist des Metals noch zu 100% an. Eine Gewinnoptimierung gibt es hier nicht, eigentlich nicht mal einen wirklichen Gewinn, wie mir der Veranstalter Mathias Hirsch später erzählt. Die Veranstaltung soll klein bleiben und nur so viel einspielen, dass man die Bands entsprechend unterstützen kann. Lediglich in einen externen Tontechniker wolle man beim nächsten Mal investieren, auch, um den Ablauf etwas reibungsloser zu gestalten. Mir bleibt in diesem Sinne nur übrig den Hut zu ziehen vor Menschen, die ihre Freizeit für diese Zwecke opfern und uns im nächsten Jahr die zweite Ausgabe des Hard Attack präsentieren wollen.

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