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High On Fire, Support Necrot am 04.11.2025 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

Legende Matt Pike mit High On Fire wieder auf Tour

Bands: High On Fire, Necrot

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 04.11.2025

Kosten: 32 € VVK, 34 € AK

Genre: Sludge Metal, Doom Metal, Death Metal

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/events/high-on-fire-2025

Heute Abend geht es mal wieder ins geliebte Kesselhaus nach Wiesbaden. Mit High On Fire, die ich zuvor schon ein paar Mal live gesehen habe, steht eine meiner Alltime-Favorite-Bands auf dem Programm. Als Support sind ihre Stadtnachbarn aus Oakland, Necrot, mit dabei. Eine Band, die ich heute zum ersten Mal live erlebe. Die Vorfreude ist groß.

Schon am Eingang gibt es ein erstes Wiedersehen: Ich treffe auf jemanden, der mir sofort bekannt vorkommt – und offenbar geht es ihm genauso. Nach kurzem Überlegen stellen wir fest, dass wir uns tatsächlich schon mehrfach über den Weg gelaufen sind, zuletzt vermutlich auf dem Freak Valley Festival in Netphen. Sein Name ist Josef, er kommt aus Tschechien und ist derzeit Fahrer der High On Fire-Tour. Zu meiner Freude sorgt er noch dafür, dass ich die fehlenden Signaturen auf meinen Matt Pike-Alben bekomme – vielen Dank, Josef! Ein perfekter Start in den Abend.

Als der Support des heutigen Abends, Necrot, wenig später die Bühne betritt, ist sofort klar: Diese Band braucht keine lange Anlaufzeit. Vom ersten Takt an packt das Trio das Publikum mit brachialer Energie und kompromissloser Direktheit. Necrot schaffen es mühelos, mich und das gesamte Publikum sofort mitzureißen. Die Death-Metal-Formation aus Oakland, Kalifornien – bestehend aus Luca Indrio (Bass, Gesang), Sonny Reinhardt (Gitarre) und Chad Gailey (Schlagzeug) – steht seit 2011 für kompromisslosen Old-School-Sound, der tief in den Wurzeln des Genres verankert ist. Mit Alben wie Blood Offerings (2017), Mortal (2020) und dem aktuellen Werk Lifeless Birth (2024) haben sich Necrot international einen hervorragenden Ruf erspielt.

Necrot, Kesselhaus Wiesbaden 2025, Pic by Big Simonski

Im Kesselhaus zeigt sich die Band von ihrer stärksten Seite. Luca Indrio growlt mit brutaler Präzision und treibt mit seinem Bass die Songs nach vorn, Sonny Reinhardt feuert dichte, sägende Riffs ins Publikum, und Chad Gailey sitzt an diesem Abend buchstäblich im Mittelpunkt des Geschehens: Sein Schlagzeug ist direkt vor dem bereits aufgebauten Drumset der nachfolgenden Band High On Fire platziert. So nah am Bühnenrand, dass man ihm beim Spielen fast auf die Hände schauen kann. Diese unmittelbare Nähe verstärkt den Druck und die Energie, die von jedem seiner Schläge ausgeht. Die Setlist kombiniert neues und älteres Material. Songs wie Cut The Cord und Drill The Skull vom aktuellen Album fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein, während Klassiker wie Empty Hands und Shadows And Light für vertraute Death-Metal-Momente sorgen. Der Sound ist wuchtig, aber transparent und klar.

Die Band hat uns hier von Beginn an mitgerissen. Nach dem Konzert nehme ich mir die Zeit, mit den drei Musikern am Merch-Stand zu sprechen. Trotz der Energie auf der Bühne wirken sie bodenständig und herzlich. Als Erinnerung nehme ich mir das neue Album Lifeless Birth auf Vinyl mit – signiert von allen drei Bandmitgliedern.

Necrot, Kesselhaus Wiesbaden 2025, Pic by Big Simonski

Nach einer kurzen Umbaupause ist es endlich so weit: Der Headliner des Abends betritt die Bühne. High On Fire aus Oakland, Kalifornien – gegründet 1998 von niemand Geringerem als Matt Pike, einer wahren Ikone des Sludge- und Doom-Metals. Matt Pike dürfte vielen natürlich auch als Gründungsmitglied der legendären Sleep bekannt sein, bei denen er von 1990 bis 1998 die Gitarrenwände errichtete. Noch heute bekomme ich glänzende Augen – nein, glänzende Ohren – wenn ich Meisterwerke wie Sleep’s Holy Mountain oder das epische Dopesmoker höre, ein Pflichtalbum für jeden Stoner- und Doom-Fan. Die Reunion von Sleep im Jahr 2009, die bis 2019 andauerte, zeigte einmal mehr, dass Matt Pike zu den prägenden Figuren dieses Genres gehört.

Mit High On Fire hat dieser Teufelskerl jedoch längst ein zweites musikalisches Denkmal geschaffen (ein drittes mittlerweile mit Pike Vs The Automaton). Das letzte Mal begegnete ich Matt Pike an gleicher Stelle vor drei Jahren – zufällig an seinem 50. Geburtstag. Damals bekam er nicht nur von seinen Bandkollegen, sondern auch vom gesamten Publikum ein lautstarkes Ständchen. Heute steht er erneut hier, gemeinsam mit Jeff Matz am Bass, der seit 2008 fest zur Band gehört und mehrere Alben mit eingespielt hat. An den Drums sitzt seit 2024 Ben Koller – kein Unbekannter, schließlich kennt man ihn von Converge, All Pigs Must Die oder Mutoid Man.

High On Fire, Kesselhaus Wiesbaden 2025, Pic by Big Simonski

Was das Trio dann auf die Bühne bringt, ist nichts weniger als ein massiver, schweißtreibender Sludge/Doom-Orkan, also Schweiß und pures Feuer. Neun Studioalben hat die Band inzwischen veröffentlicht, das jüngste Werk Cometh The Storm erschien 2024 – ein Album, das ich bereits mit Begeisterung rezensieren durfte. Natürlich finden sich heute auch einige Songs daraus in der Setlist, etwa Karanlik Yol, Darker Fleece oder Burning Down. Doch auch ältere Klassiker wie Fireface oder Snakes For The Divine dürfen nicht fehlen. Die Stücke pendeln zwischen wuchtigem Doom, treibendem Sludge und rotzigem Rock – mit fortschreitendem Set wird es immer intensiver, härter, kompromissloser. Vor der Bühne tobt unermüdlich der Moshpit, während High On Fire nicht nur ihrem Namen, sondern auch dem Song Burning Down alle Ehre machen. Das Kesselhaus steht sinnbildlich in Flammen. Matt Pike jagt ein Riff nach dem anderen durch den Raum, Jeff Matz groovt cool und souverän am Bass, und Ben Koller bearbeitet mit sichtbarer Freude und Dauerlächeln die Drums.

High On Fire, Kesselhaus Wiesbaden 2025, Pic by Big Simonski

Zum Schluss bleibt vor allem eines festzuhalten: High On Fire haben die Erwartungen im gut gefüllten Kesselhaus nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Matt Pike dürfte an diesem Abend locker zehn Liter Schweiß verloren haben und das Publikum dafür ebenso viele Kalorien im Moshpit. Ein wuchtiges, ehrliches und intensives Konzert – genau so, wie man es von High On Fire erwartet.

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