Ice Nine Kills – Undead & Unplugged: Live From The Overlook Hotel (Live-EP)

Neuer Sound, aber wenig Atmosphäre

Artist: Ice Nine Kills

Herkunft: Boston, Massachusetts, USA

Album: Undead & Unplugged: Live From The Overlook Hotel (Live-EP)

Spiellänge: 17:00 Minuten

Genre: Metalcore, Melodic Hardcore, Heavy Metal, Symphonic Metal, Post Hardcore

Release: 26.06.2020

Label: Fearless Records

Link: https://iceninekills.com/

Bandmitglieder:
Gesang – Spencer Charnas
Gitarre und Gesang – Ricky Armellino
Bassgitarre, Keyboard und Backgroundgesang – Joe Occhiuti
Schlagzeug – Patrick Galante

Gitarre, Gesang, Keyboard und Piano – Justin DeBlieck – Part der Band, jedoch nicht auf diesem Release vertreten

Tracklist:

  1. Savages
  2. Thank God It’s Friday
  3. A Grave Mistake
  4. Love Bites
  5. Enjoy Your Slay

Wer Ice Nine Kills kennt, der weiß, dass die Herren aus Boston, Massachusetts eigentlich im Segment des Melodic Metalcore und Post Hardcore keine oder wenige Gefangene machen. Gerade, dass man auch viel im klaren Gesang unterwegs ist, macht die Truppe aus. Nachdem man im September 2018 mit The Silver Scream ein echt beeindruckendes Werk auf die Welt losgelassen hat, ist 2020 das Jahr, in dem Ice Nine Kills das dazugehörende Akustik-Setup des Gigs im berühmten Stanley Hotel in Colorado auf einen Silberling presst.

Da es (leider) nur fünf Tracks auf die Platte schafften, kann man eher von einer Live-EP sprechen, als von einem Album, doch das tut dem gesamten Set keinen Abbruch. So schafften es die Tracks Savages, Thank God It’s Friday, A Grave Mistake, Love Bites und Enjoy Your Slay auf die EP, womit wirklich kein Track älteren Releases vertreten wird.

Gesanglich verzeiht einem ein Akustik-Set nichts und somit kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Spencer Charnas versteht, wie er seine Stimme einzusetzen hat. Dass das Publikum am Anfang der fünf Tracks langen EP motiviert werden musste, um die Atmosphäre des Auftritts mit in die Aufnahme zu bringen, finde ich echt nicht schlimm. Traurig ist eher, dass zu keiner Zeit das Gefühl eines Konzertes durch die Boxen sprudelt. So füllen die Fans vor der Bühne nur dann die Tonspur, wenn sie aktiv angesprochen werden oder wenn ein Track endet oder ein neuer Song beginnt.

Doch da man genretechnisch 100 % nicht bei dem ist, was man sonst von Ice Nine Kills kennt und die Lieder im Vergleich sehr harmlos wirken, macht es schon Spaß zu hören, dass hinter der Band noch mehr steckt als das, was ein Fan bis jetzt kannte. Doch gerade Love Bites wirkt durch das Setup noch emotionaler, als er eh schon ist.

Ice Nine Kills – Undead & Unplugged: Live From The Overlook Hotel (Live-EP)
Fazit
Ice Nine Kills war irgendwie nie ganz auf meinem Radar und danke, dass die Akustik-EP auf den Markt gekommen ist. Denn jetzt habe ich den ganzen Tag nutzen müssen, um nachzuholen. Warum auch immer das musikalische „Evil-Child“ von Avanged Sevenfold an mir vorbeigekommen ist, will sich mir wirklich nicht ergründen. Die 2020er Live-EP ist nett und fokussiert sich extrem auf die Stärken am Mikrofon, doch wirklich darauf gewartet hat die Welt nicht. Es bleibt so, dass ich eine Aufnahme, die als Konzertmitschnitt beworben wird, die aber eher wie ein Studiorelease klingt, schwer gut bewerten kann.

Anspieltipps: Savages, Enjoy The Slay und Live Bites
Kai R.
6.5
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6.5
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