Iced Earth „Incorruptible“ Tour 2018 – Support Metaprism und Freedom Call am 17.01.2018 im Schlachthof Wiesbaden

„Iced Earth „Incorruptible“ Tour 2018 – Support Metaprism und Freedom Call am 17.01.2018 im Schlachthof Wiesbaden“

Headliner: Iced Earth

Vorband(s): Metalprism, Freedom Call

Ort: Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 17.01.2018

Kosten: 28 € VK, 33 € AK

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Modern Melodic Metal

Besucher: ca. 1800

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: http://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/iced-earth.html

Setlisten:


1. Reload
2. Nebula
3. Lost In The Dark
4. Resistance
5. Ananimous
6. Unleash The Fire


1. Great Heathen Army
2. Burning Times
3. Dystopia
4. Black Flag
5. 7 Headed Whore
6. I Died For You
7. Venegeance Is Mine
8. Brothers
9. Last December
10. Raven Wing
11. Prophecy
12. Birth Of The Wicked
13. Coming Curse
14. Stormrider
15. Angels
16. Travel In Stygian
17. Clear The Way (Zugabe)
18. Watching Over Me (Zugabe)

Heute Abend ist Iced Earth in Wiesbaden angesagt. Zu dritt fahren wir rechtzeitig los, um durch den Feierabendverkehr früh genug anzukommen. Denn wir wollen unbedingt noch den Supporter Metaprism sehen. Metaprism haben wir im letzten Jahr bereits als Supporter von Xandria in Siegburg gesehen. Da waren sie megagut! Kurz vor 19:00 Uhr, also vor dem offiziellen Einlass angekommen, haben wir noch etwas Zeit. Beginn ist 19:30 Uhr. Also noch kurz ins 6040 direkt nebenan und eine Runde Bier genießen. Kurz vor 19:30 geht es dann für uns direkt in den Schlachthof.

Im Schlachthof ist es dann ganz gut gefüllt. Ich schätze mal so ca. 1800 Fans dürften anwesend sein. Metaprism beginnen rechtzeitig. Metaprism, die britische Band aus Bournemouth um Sängerin Theresa und Sänger Joey macht dann auch das, was wir von ihr erwarten. Die Band bringt eine einzigartige Kombination von melodischem und progressivem Metal auf die Bühne. Männliche und weibliche Vocals wechseln sich permanent ab. Eine irre Kombination von Aggression und tollen Melodien zeigt sich auf der Bühne. Die Vocalisten Theresa und Joey machen das absolut toll. Die Band sorgt für das nötige kraftvolle Fundament, damit die Beiden sich richtig austoben können. Eine tolle Performance bieten Metaprism da oben auf der Bühne. Einen guten Sound hat man bereits beim Supporter Metaprism hier im Schlachthof abgemischt. Das Einzige, was ich wirklich beim Auftritt von Metaprism bemängeln muss, ist das – für solch eine große Location – extrem mangelhafte Licht für die Band! Da ist es schwierig, ein paar brauchbare Fotos zu schießen. Gott sei Dank wird die Beleuchtung dann ab Freedom Call wirklich um Längen besser. Aber bei Metaprism scheint es mir so, als wenn der Beleuchter eingepennt ist. Da habe ich zu Hause im Keller wesentlich mehr Licht. Für das spärliche Licht entschädigen uns dann doch der gute Sound und die tolle Performance der Band. Vocalist Joey erzählt uns zwischen einem Song, dass das neue Album mit dem Titel Catalyst to Awakening am 26.01.2018 erscheint. Zur Überraschung und Freude der Fans teilt er uns mit, dass es bereits heute Abend am Merchstand hinten verfügbar ist. Vom neuen Album Catalyst to Awakening schaffen es heute nur die beiden Songs Unanimous und Unleash The Fire auf die Setlist. Der Rest des dreißigminütigen Sets besteht aus Songs des Albums The Human Encryption, ergänzt durch den Song Lost In The Dark von der EP Metaprism. Viel zu schnell ist dann auch der Gig von Metaprism zu Ende. Nicht nur mir hat es sehr gut gefallen. Super Opener am heutigen Abend.

Nach einer kurzen Umbauphase geht es weiter mit Freedom Call. Freedom Call aus Nürnberg bieten irgend so was wie, ich nenne es mal Happy Heavy Metal. Frontman und Vocalist Chris Bay ist, ebenso wie seine Mitstreiter, guter Laune und versprüht diese auch. Gleich der Opener Union Of The Strong vom Album Beyond geht gut rein. Dem Publikum gefällt es recht gut. Nun ja, das ist nicht unbedingt meine Mucke, die da oben gespielt wird. Trotzdem muss ich feststellen, dass es bei vielen im Publikum recht gut ankommt. Sehr fröhlicher Happy Heavy Metal. Wie bereits gesagt: Gute Laune ist beim gesamten Gig Standard. Das Ganze auch recht fröhlich und eingängig vorgetragen. Immer wieder auffällige und wilde Gestik beim Frontman Chris Bay. Dieser animiert das Publikum zum Mitsingen. Den meisten der Fans gelingt es, da es sich dabei um recht eingängige Melodien und Refrains handelt. Die Band gibt Songs verschiedener Alben, wie United Alliance (vom Album Dimensions), Heart Of A Warrior (vom Album Beyond), Warriors Of Light (vom Album Taragon) und Metal Is For Everyone (vom Album Master of Light) zum Besten. Diesmal ist wirklich gut ausgeleuchtet und der Sound stimmt auch!

Mittendrin gehe ich mal nach hinten an den Merchstand. Metaprism wollten ja noch rauskommen. Ich möchte mich mit der Band noch was unterhalten und die neue CD erwerben. Am Merchstand von Freedom Call sitzen zwei nette Mädels. Die frage ich wegen der Setlist von Freedom Call (auf der Bühne habe ich keine gesehen) und ob Freedom Call nachher noch rauskommen. Die netten jungen Damen meinen: Ja das wäre kein Problem. Leider sehe ich Freedom Call am heutigen Abend nicht mehr und komme auch nicht an ihre Setlist.

Am Merchstand von Metaprism tut sich was. Theresa erscheint als Erste. Die Jungs kommen anschließend auch. Es werden einige CDs des neuen Albums Catalyst to Awakening verkauft. Theresa und die Jungs von Metaprism stehen für Selfies bereit. Wir unterhalten uns noch über das Konzert letztes Jahr in Siegburg. Sie können sich noch sehr gut daran erinnern. Tolle Band mit toller Fannähe. Bassist Matt schreibt mir noch die Setlist des heutigen Abends auf, da sie keine auf der Bühne ausliegen hatten. Nochmals vielen Dank an die Band.

Derweil spielen Freedom Call noch. Während sie das tun, sind schon recht lange Schlangen am Biertresen, so, wie es eigentlich nur in den Pausen ist. Ich denke, dass viele den Beginn gleich von Iced Earth nicht verpassen wollen. Als der Gig von Freedom Call zu Ende ist, wird es am Ausschank noch voller.

Recht schnell geht es mit Iced Earth weiter. Iced Earth prägen seit fast dreißig Jahren das Genre des Power Metals. Dem werden sie offiziell zugerechnet. Einflüsse anderer Genres, wie zum Beispiel Thrash Metal, sind in ihren Songs jedoch auch zu vernehmen. Im Power Metal gehören sie zur absoluten Spitze. Auch auf ihrem zwölften Studioalbum Incorruptible bietet die Band um Jon Schaffer betonharte Riffs, epische Melodien und große Geschichten. Von der Urbesetzung ist nur noch Jon Schaffer vorhanden. Aber eigentlich ist Iced Earth Jon Schaffer. An den Voices haben wir nun Stu Block, der in so berühmte Fußstapfen von Tim „Ripper“ Owens (Judas Priest) oder Mathew Barlow tritt. Dies bereits seit 2012.

Opener des Gigs von Iced Earth ist der Song Great Heathen Army, der auch Opener des aktuellen Albums Incorruptible ist. Der Sound, der ins Publikum geschleudert wird, ist bombastisch und scheint um einiges lauter als bei den Vorbands zu sein. Jon Schaffer, der Mastermind von Iced Earth, zeigt sich in gewohnter Optik: Bandana, langer Bart und breitbeinige Pose, während er sein Zupfinstrument bearbeitet. Dabei lässt er den anderen Bandmitgliedern eher das Agieren im Vordergrund. Dies ist dann auch das Metier von Sänger Stu Block, der von Beginn an Vollgas gibt. Gerade bei den älteren Songs muss er die ausdruckstarke Stimme seines Vorgängers Matthew Barlow irgendwie hinbekommen. Durch die stimmliche Nähe zu seinem Vorgänger schafft er dies auch. Mir persönlich gefallen dann doch eher die dargebotenen Songs, bei deren Aufnahme bereits Stu Block selbst beteiligt war. Er gehört ja selbst auch bereits über sechs Jahre zur Band. Vom neuen Album Incorruptible schaffen es immerhin mit Great Heathem Army, Black Flag, Raven Wing, 7 Headed Whore, Clear The Way und Brother sechs Songs auf die Setlist des heutigen Abends. Diese wechseln sich mit alten Hits aus Bandgeschichte ab. Bereits der zweite Song Burning Times vom 1998er wegweisenden Album Something Wicked This Way Comes ist so ein Kracher. Stu Block meistert diese Klassiker, wie zum Beispiel Dystopia ausgezeichnet. Beim Song I Died For You muss er sich in Tonhöhen vorarbeiten, die manchen Kollegen erblassen lassen würden.

Insgesamt bringt die gesamte Band eine gute Performance auf die Bühne. Dabei tun sich insbesondere auch der mit 25 Lebensjahren noch sehr junge und erst seit 2016 bei der Band befindliche Gitarrist Jake Dreyer und Bassist Luke Appleton hervor, die auf ihren Instrumenten wüten.
Jon Schaffer, der Meister an der Rhythmusgitarre, beeindruckt in gewohnter Schlagzahl an seinem Instrument. Beim Song Storm Rider übernimmt er selbst den Gesang und rückt auch mal in den Vordergrund.
Alles gut und schön dargeboten. Aber irgendwie fehlt der Funke, der auf das Publikum überspringt, damit es eine mitreißende Show über die gesamte Konzertdauer wird. Die Musiker sind sichtlich bemüht das hinzubekommen. Gegebenenfalls liegt es dann doch daran, dass das Lineup der Band zu oft gewechselt wurde. Auffällig auch, dass Stu Block immer mal wieder die Bühne verlässt (um Energie zu tanken?). Das Publikum ist auf jeden Fall willig und möchte mitmachen. Die Fans vorlangen am Ende des Konzertes noch Zugaben. Zwei Songs werden ihnen gewährt.

Fazit: Ein Konzertabend, der bei Weitem nicht schlecht war. Toller Opener mit Metaprism, mit dreißig Minuten für mich leider zu kurz. Freedom Call nicht jedermanns Sache, sorgten aber für Unterhaltung mit Fun Faktor. Iced Earth gut, aber ein klein wenig eingefroren. Da ist nach oben noch etwas Luft.

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