Igel vs. Shark – Igel vs. Shark

Ein ganz starkes Self-Titled Debütalbum des österreichischen Trios

Artist: Igel vs. Shark

Herkunft: Wien, Österreich

Album: Igel vs. Shark

Spiellänge: 38:55 Minuten

Genre: Garagenrock, Rock ’n‘ Roll

Release: 06.09.2019

Label: Pogo´s Empire

Links: www.igelvsshark.com
https://www.facebook.com/igelvsshark/

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Lukas „Lux“ Reichhold
Bass, Gesang – Julia Lorünser
Schlagzeug – Lukas Linschinger

Tracklist:

  1. Mexico
  2. U.L.I.A.
  3. Trainwreck
  4. Rock ’n‘ Roll Bomb
  5. Step Up
  6. Get Ready
  7. Divide & Conquer
  8. Iron Steel
  9. Should Have Known
  10. Honey
  11. On The Edge
  12. Touchdown

Die legendären Rock ’n‘ Roller Supersuckers aus den USA waren die letzten, die das österreichische Trio als Support bei ihrer kurz danach wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Europatournee im Programm hatten. Aber auch andere Weltstars hatten sich die drei früher als Vorprogramm angeheuert. AC/DC, Skunk Anansie, Airbourne, The Subways und Flogging Molly finde ich in ihrer Veranstaltungsliste. Wer zum Teufel sind also Igel vs. Shark? Der Pressetext lässt mich schmunzeln: Igel vs. Shark, das sind Lukas Reichhold, Julia Lorünser und Lukas Linschinger. Jop, keine coolen Spitznamen, keine Tattoos und keine Lederjacken.“ Also genau das Gegenteil der Genregleichen Supersuckers, mit denen sie in der Woche vor dem Corona-Lockdown zusammen auf der Bühne standen. Sie begannen 2009 noch mit Eva-Maria Ehlert am Schlagzeug. Als sie nach nur einem Jahr die Band verließ, trat Lukas Linschinger der Band bei. Von 2012 bis 2014 machten sie eine kleine Pause und kehrten 2015 mit einer 4-Track-EP umso stärker zurück. Vier Jahre später nun ihr selbst betiteltes Debütalbum im zweiten Versuch. Eine erste Aufnahme wurde komplett verworfen und von Toni Meloni in seinem Nautilus-Sound-Studio in Vorarlberg komplett neu aufgenommen.

Igel vs. Shark v.l.: Lukas „Lux“ Reichhold (Copyright Janusch Unterhuber), Julia Lorünser (Copyright Klubkunst) und Lukas Linschinger (Copyright Matthias Rhomberg).

Das Release des Albums war bereits im September 2019. Leider bekomme ich es erst jetzt auf den Tisch. Ich muss sagen, ich war vom ersten Song an begeistert. Es wundert mich nicht, dass die drei solche Supportgigs spielen durften.

Die berühmten drei Akkorde können tatsächlich ausreichen, um geilen Rock zu fabrizieren. Der Groove knallt und vor allem die Hooklines packen massiv zu. Es gelingt, dem Hörer mit denkbar einfachen, wie auch bewährten Mitteln, ein breites Grinsen in das Gesicht zu zaubern – und das über die volle Albumlänge! Unüberhörbar stammen die Vorbilder der drei aus Australien. Airbourne, Rose Tattoo und vor allem „The one and only“ AC/DC klingen überall durch. Die Liebe zu Bon Scott wird bei Iron Steel überdeutlich: Er wird namentlich erwähnt. Divide & Conquer, Song Nummer sieben in der Mitte des Albums, bildet einen Höhepunkt. Augenscheinlich bei Black Sabbath die Riffs ausgeliehen, wird der Song ein Heavy Metal Ohrwurm. Das Tempo und der Gesang auf dem Album haben etwas von den Ramones und einen punkigen Einschlag. Dieser punkige Sound kommt sicher nicht nur von ihren Freunden von Turbobier. Textlich ist das Album unpolitisch, es werden allerdings gesellschaftliche Problemthemen angesprochen. In der Hauptsache geht es um Beziehungen und Musik. Alltag halt. Das Tempo ist über alle Tracks hoch gehalten und fällt nicht, wie zum Beispiel auf dem neusten Supersuckers Album, öfters mal ab. Honey ist als Track kurz vor dem Ende noch einmal ein absoluter Headbanger, der noch einmal einen Gang höher schaltet.

Wie die Band, ist auch das Pogo’s Empire Label in Wien beheimatet. Neben den Alkohol-Befürwortern und Punk-Schwerenötern Turbobier, deren Sänger Labelchef Dr. Marco Pogo ja zufällig auch ist, sind hier auch die Rock ’n‘ Roller von Reverend Backflash vertreten.
Von dem Album der Igel sind bis jetzt zwei Singles samt Video herausgekommen. U.L.I.A. und Step Up könnt ihr euch als Vorgeschmack antun. Ein drittes Video ist derzeit in Planung.
Wer sich mehr mit der Band beschäftigen möchte, dem sei mein Interview mit Julia, der Bassistin ans Herz gelegt. (Direktlink hier)
Das Album ist in erster Linie digital auf allen vorhanden Plattformen zum Stream und Download erhältlich. Die physikalischen Datenträger sind nur bei der Band erhältlich. Das Album wird als CD-Digipack und Vinyl-LP angeboten. Normalerweise ist das Album nur bei den Konzerten erhältlich. Aufgrund der Corona-bedingten Konzertpause versendet die Band ihr Merch und das Album derzeit. Bestellungen werden per E-Mail oder Facebook-Massenger entgegengenommen.

Igel vs. Shark – Igel vs. Shark
Fazit
Ein starkes Album der Österreicher. Ein gutes Beispiel dafür, was für Gold bei den Amateurbands schlummert.

Anspieltipps: Iron Steel, Divide & Conquer und Honey
Norbert C.
9
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