Imperfection – MMXVII

“Krach von der Basis“

Artist: Imperfection

Herkunft: Düsseldorf, Deutschland

Album: MMXVII

Spiellänge: 37:36 Minuten

Genre: Groove Metal, Modern Metal, Modern Thrash Metal

Release: 16.09.2017

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/proudofmyimperfection/

Produktion: Icelab von Markus Steinhäuser (Mastering)

Bandmitglieder:

Gesang – Benny
Gitarre – Bela
Gitarre – Beyer
Bassgitarre – Max
Schlagzeug – Joe

Tracklist:

  1. Wake Up
  2. Eisenbeyer
  3. Rebuilding My Ruins
  4. Animal
  5. IMPERFECTION
  6. Bent Not Broken
  7. Primae Noctis
  8. New Slaves
  9. Full Of Insanity

 

Imperfection? Ja, da war mal was. Vor einigen Jahren bei der Double-Releaseshow von Samsara Circle und Deflected (die sich leider mittlerweile aufgelöst haben) gesehen, dann aber irgendwie aus den Augen verloren. Per Zufall dann noch mal Benny in der Düsseldorfer Altstadt bei einer anderen Show getroffen und sehr nett geplaudert. Dann war es aber ziemlich ruhig um die Band geworden, die es seit dem Jahr 2011 gibt. So langsam fing es dann aber wieder an zu brodeln, und jetzt, einem Paukenschlag gleich, steigen die Jungs mit Ihrem Album MMXVII, das am 16.09. veröffentlicht wird, aus der Versenkung. Eine Releaseparty gibt es natürlich auch. Die findet im AK47 in Düsseldorf statt, und natürlich sind unter anderem auch die Jungs von Samsara Circle dabei, die ja gerade ihr Album The Dark Passenger rausgehauen haben.

Besonders erwähnenswert ist auch noch, dass zum einen die Cover der verschiedenen Ausführungen alle von Hand erstellt sind, und zwar vom ersten Entwurf bis zum Verpacken der verschiedenen Editionen, und, dass das Album im so genannten Session-Recording eingespielt wurde. Da haben sich die Jungs also im Proberaum eingeschlossen und die Songs dann gemeinsam runtergeprügelt. Dabei beweist die Instrumentalfraktion auf jeden Fall, dass sie schon eher zu den geübten Mannen gehört. Benny’s Gesang ist halt Benny’s Gesang, da kommt kein Jorn Lande oder meinetwegen Joacim Cans ans Mikro. Es passt zu den Songs, die da jetzt aus den Boxen knallen, nuff said!

Gleich mit Wake Up geben Imperfection die Marschroute vor, die sie in den nächsten knapp 38 Minuten mehr oder weniger strikt durchziehen. Manchmal erinnern sie mich dabei ein wenig an Rage Against The Machine, wie zum Beispiel bei Rebuilding My Ruins, dann lassen sie mal ordentlich groovende Thrash-Einflüsse durchblitzen, wie bei Animal, wo man eigentlich nur mit einem Schleudertrauma entschuldigt ist, wenn man da nicht automatisch ins bangen gerät. Auch der Track, der so heißt, wie die Band, nämlich IMPERFECTION, guckt tief in den Thrash Metal-Pott, wobei die Band auch gern mal abrupte Rhythmus- und Tempowechsel vollzieht. Regiert ungefähr in der Mitte des Songs noch das absolute instrumentale Chaos, gibt es ungefähr eine Minute später eine sehr ruhige Bridge, die mit richtig schönen Gitarrensoli aufwarten kann. So wechseln sich dann also in munterer Folge thrashige Speerspitzen mit mächtig vor sich hin polternden und groovenden Parts ab. Ziemlich krass wird es bei New Slaves, der fast schon mit NU Metal um die Ecke kommt, das aber dermaßen polternd, dass ich nur anerkennend die Augenbraue hochziehen kann. Auch der Schlusssatz „Don’t be a slave, to no one“ kriegt von mir ein kräftiges Nicken. Komplett abgedreht wird es zum Schluss noch bei Full Of Insanity. Ich weiß nicht, ob die Jungs den Song auch zum Schluss eingespielt und hier noch mal alles aufgeboten haben, was noch möglich war. Da stehe ich dann so staunend davor, wie vor einer Skulptur von Joseph Beuys 😀

Fazit: Wenn eine Band sich partout nicht in eine Schublade stecken lässt, sondern schlicht und ergreifend ihr eigenes Ding durchzieht, ist das Hören der musikalischen Ergüsse nicht immer so einfach. Da klingt selten etwas so, wie man es von irgendwo anders her kennt, sondern man muss sich komplett drauf einlassen, das Hirn vielleicht auch mal ausschalten und einfach nur lauschen. Vielleicht noch die ein oder andere Hopfenkaltschale dazu, eine lustige Truppe um sich versammelt und dann einfach abschädeln.

Anspieltipps: Wake Up, Rebuilding My Ruins, IMPERFECTION und New Slaves
Heike L.
7.5
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8.8
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