Insomnium – Argent Moon (EP)

Die Finnen zeigen sich von ihrer melancholischen Seite

Artist: Insomnium

Herkunft: Finnland

Album: Argent Moon (EP)

Spiellänge: 23:14 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 17.09.2021

Label: Century Media

Link: http://www.insomnium.net

Bandmitglieder:

Gesang, Bassgitarre – Niilo Sevänen
Gitarre – Markus Vanhala
Gitarre, Gesang – Jani Liimatainen
Gitarre – Ville Friman
Schlagzeug – Markus Hirvonen

Tracklist:

  1. The Conjurer
  2. The Reticent
  3. The Antagonist
  4. The Wanderer

Eine Institution des Melodic Death Metals finnischer Prägung meldet sich mit einer neuen EP zurück. Die Rede ist von Insomnium. Nach ihrer Gründung 1997 und ihrem Debütalbum In The Halls Of Awaiting aus dem Jahre 2002 perfektionierten sie ihre Interpretation von Melodic Death Metal, bestehend aus knüppelharten Passagen auf der einen und verträumten, melancholischen Melodiebögen auf der anderen Seite über die Jahre hinweg immer weiter. 2019 haben sie mit dem achten Album Heart Like A Grave den bisherigen Höhepunkt ihres musikalischen Schaffens erreichen können. Nun, zwei Jahre später, steht mit Argent Moon eine neue Vier-Song-EP in den Läden und man darf gespannt sein, wohin die musikalische Reise der Finnen diesmal führen wird.

The Conjurer bildet den Einstieg in die gut 23 Minuten – und was für einen! Nach kurzem akustischem Intro folgt das erste herzzerreißende Riff, welches einfach nur zum Träumen einlädt, um im Mittelteil von einer darauf aufbauenden Melodie nochmals getoppt zu werden. Gänsehaut pur! Es ist schon ganz großes Kino, wie es Insomnium schaffen, einen Song, der eigentlich nur aus zwei Riffs besteht, so variantenreich zu gestalten, um die Spannung bis zum großen Finale ins Unermessliche steigern zu lassen. Wow! Der durchweg im Midtempo vorgetragene Opener hätte auch perfekt auf Heart Like A Grave gepasst.

Wesentlich ruhiger zeigt sich The Reticent. Hier kommt auch vermehrt der cleane Gesang von Jani Liimatainen zum Einsatz, der den perfekten Gegenpol zur kräftigen Stimme von Niilo Sevänen bildet. Des Weiteren finden sich auch hier die typischen Harmonien wieder, welche die Fans an Insomnium über die Jahre lieben gelernt haben.

The Antagonist bildet den nächsten Höhepunkt auf Argent Moon. Von einem ruhigen, clean gesungen Refrain getragen, steigert sich auch dieser Song beinahe sekündlich und schlägt somit in eine ähnliche Kerbe wie The Conjurer. Abgerundet wird The Antagonist mit einem kleinen, wunderschönen Solo zum Schluss.

Der ungewöhnlichste Titel auf dieser EP stellt The Wanderer dar. Dieser kommt ohne Ecken und Kanten fast schon ein wenig poppig (nicht so böse gemeint, wie es sich anhört) rüber. Der typische Insomnium-Vibe kommt zwar auch hier zum Tragen, doch irgendwie will der Funke nicht so ganz überspringen. Kein schlechter Abschluss von Argent Moon, aber auch keiner, der künftig in Dauerrotation auf meinem Player laufen würde.

Insomnium – Argent Moon (EP)
Fazit
Melancholisch, verträumt und doch hoffnungsvoll. Insomnium zeigen sich auf Argent Moon von ihrer ruhigen Seite. Geschwindigkeitsausbrüche sucht man hier vergebens. Brauchen die Finnen aber auch nicht, um wirklich packende Songs zu schreiben. Die Kompositionen nehmen den Hörer mit auf eine Reise in eine Welt, in welche man förmlich versinken kann, und sich inmitten finnischer Wälder, in der einem eine leichte Herbstbrise um die Nase weht, wiederfindet. Deswegen: Kopfhörer auf und genießen!

Anspieltipps: The Conjurer und The Antagonist
Christian K.
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