Vulture Lord – Desecration Rite

Das diabolische Erbe von Trondr Nefas

Artist: Vulture Lord

Herkunft: Norwegen

Album: Desecration Rite

Spiellänge: 38:20 Minuten

Genre: Black Metal, Thrash Metal

Release: 15.07.2021

Label: Odium Records

Link: https://www.facebook.com/deathcibel/

Bandmitglieder:

Gesang – Sorath Northgrave
Gitarre – Enzifer
Gitarre – Malphas
Schlagzeug – Uruz

Tracklist:

  1. Glorification Of The Dethronation
  2. Bloodbound Militia
  3. Stillborn Messiah
  4. The Vulture Lord
  5. Diabolical Intervention
  6. Prepare The Coffin
  7. Beneficial Martyrdom
  8. Burning The Kingdom Of God
  9. Perverting The Bible

Vulture Lord haben die Kälte Norwegens im Jahre 1997 genutzt, um ein erstes Demo auf die Menschheit loszulassen. Die satanische Black/Thrash Horde, bestehend aus Mitgliedern von Urgehal, Beastcraft, Carpathian Forest und Endezzma hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Dunkelheit regieren zu lassen. Es folgten noch ein Demo und zwei Kompilationen, bis 2003 dann das Debüt herauskam. Nach einer EP im Jahre 2006 wurde es ruhig um die Band, auch wenn noch zwei weitere Kompilationen folgten. Und irgendwann wachte man auf, es waren 18 Jahre nach dem Debüt vergangen, und man hatte wohl das Gefühl, der Kampf muss weitergehen und der Gehörnte braucht ein zweites Album.

Wie so üblich geht es mit einem Intro (Glorification Of The Dethronation) los. Sprachsequenzen und ein kleines Horrorszenario werden geboten. Nicht wirklich originell, aber es dient ja auch nur der Einleitung.

Mit Bloodbount Militia geht es dann recht trashig los. Ein quietschender Part zu Beginn und dann wird es schnell und blackig. Klingt ganz geil. Die quietschende Gitarre wird mit eingebaut. Der Gesang ist eher aggressiv und nicht so nervig wie bei vielen Black Metal Bands. Das Riffing ist echt ansprechend und die „Straight Forward“ Einstellung gefällt mir. Kurze und geile Vorspieler, dazu dann der Gesang und dann wieder das Inferno ausbrechen lassen. Kommt gut und macht Laune. Der Gehörnte kann sich genüsslich auf seinem Thron niederlassen und lauschen. Was Neues bekommt man hier aber nicht wirklich.

Auch beim nachfolgenden Stillborn Messiah muss man keine großen Überraschungen erwarten, aber auch hier machen sie halt vieles richtig. Geradeaus und immer auf die zwölf. Die Mischung aus Thrash und Black Metal entwickelt sich hier in Richtung Marduk. Nach zwei Minuten ordentlichen Geholze holt man einen typischen, blackigen Groove heraus. Auch nicht wirklich neu. Ein melodisches Solo folgt. Klingt auch gut. Ein paar Vorspieler und das Höllenfeuer wird wieder entfacht. Attacke ist angesagt. Schockt absolut. Und so knüppelt man sich bis zum Ende durch.

Langsam thrashig geht es bei The Vulture Lord zur Sache. Am Anfang groovt es ordentlich und man erhöht so langsam das Tempo. Ah, ja, das macht Laune. Klingt schon wie Black ’n‘ Roll. Im Midtempo klingen sie extrem stark, muss ich sagen. Das Riffing fetzt total, man hat den totalen Flow. Richtig schnell wird man nicht. Coole Sache. Nach der Hälfte und einigen Vorspielern kommt man mit einer fetten Uftata und ballert zwischendurch immer wieder einmal. Ja, das Teil geht ab. Vielleicht ein wenig zu lang, aber ansonsten ein echt geiler Song. Davon gerne mehr.

Bei Diabolical Intervention hört man beim Riffing auch wieder ganz stark, dass der Black Metal seine Wurzel, zumindest teilweise, im Thrash Metal hat. Auch hier, wie auf dem ganzen Album, machen sie Spaß und kombinieren gut. Das Tempo wird hochgehalten. Zwischendurch liefert man mal ein fettes Solo ab, um dann mit einem Uftatapart mit anschließenden Geholze fortzufahren. Ein groovender Black Metal Part wird mit eingebaut. So beendet man den Spaß natürlich nicht, sondern holt noch einmal den Hammer heraus und auch noch einmal ein Solo.

Mit dem Rausschmeißer Perverting The Bible schlagen sie am Ende noch einmal einen ganz anderen Weg ein und klingen episch. Das Tempo wird schön gesteigert und im Ganzen klingt der Song sehr brutal und zerstörerisch.

Gut Ding will Weile haben und nach 18 Jahren kommen Vulture Lord wieder gestärkt zurück. Sämtliche Songs hat wohl noch Trondr Nefas geschrieben, der leider im Jahre 2012 verstorben ist. Somit würdigt man auch noch das Urgehal Mitglied. Die Songs sind überwiegend schnell und somit dürfte man durchaus Fans von Nocturnal Breed und Marduk ansprechen. Geht gut ins Ohr und das Songwriting hat was, allerdings bekommt man eben nicht wirklich etwas Neues oder extrem Spannendes geboten. Ich finde es aber, als nicht gerade Freund des Black Metals, sehr ansprechend. Sollte man anchecken.

Vulture Lord – Desecration Rite
Fazit
Vulture Lord aus Norwegen haben in 18 Jahren nichts verlernt und klingen immer noch sehr aggressiv. Dieser Wechsel zwischen schnellen und wütenden Parts und langsameren Midtempopassagen funktioniert sehr gut, da man echt gute Riffs am Start hat und die Produktion das Ganze gut ins Licht rückt. Hier und da greift man auch gerne mal rockige Zitate auf oder verwendet Elemente aus dem Heavy Metal, aber an sich ist Desecration Rite eine lupenreines, thrashiges Black Metal Output. Gutes Album!

Anspieltipps: Bloodbound Militia und The Vulture Lord
Michael E.
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