Khemmis, Support: The Wright Valley Trio am 03.07.2024 im Schlachthof Wiesbaden

Im Schlachthof wurde es mal wieder angenehm doomig

Bands: Khemmis, The Wright Valley Trio

Ort: Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 03.07.2024

Kosten: 23,80 € VVK, 25,00 € AK

Genre: Epic Doom Metal, Funeral Doom

Besucher: ca. 120 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://schlachthof-wiesbaden.de

Mitten in der Woche, an einem Mittwoch, endlich mal wieder Doom Metal im Kesselhaus in Wiesbaden. Die aus Denver (Colorado) stammenden Khemmis wollen mit ihrem Epic Doom die Fans in Wiesbaden verzücken. Das kommt mir gerade recht, nachdem mein Date mit ihnen bei der letzten angekündigten Europatour ausfallen musste, da diese komplett wegen Corona abgesagt wurde.

Die eigentlich auch für heute angekündigten Royal Thunder haben dieses Mal ihre komplette Tour abgesagt. Das bedauere ich sehr, denn die stehen ebenfalls schon einige Zeit auf meiner Konzert-Wunschliste. Dafür sind kurzfristig The Wright Valley Trio eingesprungen.

Früh genug angekommen, kann ich mich bereits am Merchstand etwas umsehen. Am Stand von Khemmis ist schon einiges los. Frontmann Phil Pendergast lässt es sich nicht nehmen, die Fans selbst zu bedienen. Matze, der Schlagzeuger von The Wright Valley Trio, läuft an mir vorbei und ist in Eile, denn es geht gleich los. Na ja, ich relativiere „laufen“ in Falle eines Schlagzeugers einer Funeral Doom Band dann doch etwas 😉

Pünktlich geht es mit The Wrigth Valley Trio los. Die durfte ich das erste Mal bereits nebenan in der großen Halle vor ca. sechs Jahren als Support von Bell Witch das erste Mal erleben. Seitdem treffe ich die Band hier in Wiesbaden immer mal wieder im Kesselhaus, wie zum Beispiel als Support von Pallbearer, The Obsessed oder eben heute bei Khemmis. Die Jungs von The Wright Valley Trio stehen wie gewöhnlich pünktlich und unspektakulär auf der Bühne. Das Trio um Von Doom (Gitarre und Gesang), Matze (Schlagzeug) und Robert Krause (Bass) stimmt uns schon einmal gelungen auf den heutigen Abend ein. Die Band aus dem hiesigen Raum ist für ellenlange Songs bekannt, so haben sie als Support von Bell Witch wirklich nur einen Song gespielt. Das war an diesem Abend 2018 Submarine Furneral mit über fünfzig Minuten Spielzeit. Ihr letztes Album Metal Doom hat mit den Stücken Dein Grab und Schlaf sogar zwei Songs enthalten. Die Vorgänger Tombstones And Penguins, Shackleton und eben jenes Submarine Funeral enthielten jeweils nur einen Song.

The Wright Valley Trio, Schlachthof Wiesbaden 2024,
Pic by Big Simonski

The Wright Valley Trio spielen einen Mix aus Funeral Doom, Sludge, Drone und Post Metal Anteilen, der recht düster, aber melodisch gehalten ist. Die monotone Szenerie ist dieses Mal noch spärlicher ausgeleuchtet als sonst. Da ist es schwierig, an brauchbare Fotos zu kommen. Schlagzeuger Matze prügelt langsam und wohltuend auf sein Instrument, mit Kopfhörern auf den Ohren ein. Von Doom, dieses Mal mit einem schwarzen Umhang mit Kapuze umhüllt, beerdigt wie gewohnt, Entschuldigung, bespielt sein Instrument, die Gitarre, recht erdig und in wohltemperierter Weise. Ab und zu lässt er ein paar markige Vocals von sich bzw. schleudert sie ins Publikum. Robert bearbeitet seinen Bass sehr andächtig. Schöne zähfließende Musik, die trotzdem kurzweilig ist. The Wright Valley Trio spielen dieses Mal zwei Songs. Als erster Song ist es Leben Ist Schmerz, ein Song, den ich bisher noch nicht gehört habe. Matze klärt mich allerdings auf, dass dieser Song Bestandteil eines neuen Outputs sein wird. Der zweite Song ist der bekannte Dein Grab vom Album Metal Doom.

The Wright Valley Trio, Schlachthof Wiesbaden 2024,
Pic by Big Simonski

Raus zum Verschnaufen, neu sortieren und auf Khemmis warten. Obwohl aus Denver stammend, haben Khemmis ihren Namen der gleichnamigen altägyptischen Stadt entlehnt (heute: Akhmim). Seit 2012 begeistert das Quartett mit seinem epischen Doom Metal die Fans.

Phil Pendergast (Gitarre, Klargesang) und seine Mitstreiter Ben Hutcherson (Gitarre, Harsh Gesang), Zach Coleman (Schlagzeug) und David Small (Bass) kommen auf die Bühne. Die Band hat mit Deceiver ihr aktuelles Album und ein paar Songs von diesem, wie zum Beispiel den Opener Avernal Gate mit am Start. Zu Beginn ist die Stimme von Phil Pendergast noch ein wenig zu leise. Das gibt sich allerdings sehr schnell. Der Sound ist hier im Kesselhaus eigentlich wie immer ganz toll abgemischt und kommt super rüber. An dieser Stelle dann mal ein ganz großes Kompliment an die Soundleute. Ob Khemmis nun eine Epic Doom oder eine Epic Metal Band sind, darüber darf sich die Fachwelt gerne streiten. Khemmis kommen mit epischen Doom-Passagen in ihren Songs rüber, haben allerdings auch schnellere Teile parat, die an alte Heavy Metal Heroen erinnern. Zudem gibt es dabei schöne Twin-Gitarren-Ausflüge und man sieht und hört, wie hier Phil Pendergast und Ben Hutcherson harmonieren, genauso wie sie es mit dem Gesang machen. Bei den epischen und teilweise tonnenschweren Stücken kann man ruhig einmal ein Candlelight anmachen und durch die Three Gates gehen, beides Songs vom 2016er Album Hunted.

Khemmis, Schlachthof Wiesbaden 2024,
Pic by Big Simonski

Phil Pendergast versteht es, das Publikum für die Band zu gewinnen und ist dauernd im Gespräch mit den treuen Fans vor der Bühne. Er lässt es sich auch nicht nehmen, mit der Gitarre runter in die Menge zu kommen. Mit Sigil findet sich ein Track von der aktuellen Mini-EP, die als Vinyl limitiert für diese Tour am Merchstand zu erwerben ist, auf der heutigen Songliste. Insgesamt geben Khemmis ein breites Spektrum ihrer Songs wieder. Zu den Songs des heutigen Abends zählt auch The Bereaved, von der ersten EP von 2013. Der erste Song, den Khemmis überhaupt geschrieben haben und der somit Khemmis überhaupt ausmacht, so Phil Pendergast bei der Ankündigung des Songs. Die drei Saitenspieler vorne zeigen einen starken Einsatz, genauso wie ihr Drummer Zach Coleman, der mit starrem Blick quasi in den Songs verschwindet.

Khemmis, Schlachthof Wiesbaden 2024,
Pic by Big Simonski

Nach knapp einer Stunde ist passend mit A Conversation With Death dieser tolle Gig leider bereits vorbei. Auch Zugaberufe führen leider nicht zu einem weiteren Song. Dafür sind die Akteure schnell im Publikum und bauen gleichzeitig die Sachen ab, während Phil Pendergast den regelrechten Ansturm am Merchstand bewältigt. Für das eine oder andere nette Gespräch, Selfies und Signieren der Tonträger, bleibt allerdings noch Zeit. Sie erzählen mir, dass sie hier in Wiesbaden noch übernachten und es gleich morgen früh ab nach Leipzig geht. Sie versprechen, dass sie nächstes Jahr gerne wieder nach Europa kommen und Wiesbaden dann auch wieder ganz oben auf der Tourliste steht, denn den Gig hier im Kesselhaus fanden sie selbst „Awsome“! Mehr ist von meiner Seite dem nicht hinzuzufügen.

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