Kieler Woche 2017: Metal und Rock Konzerte von u.a. Doro, The New Rose usw…

“Rock und Metal auf der Kieler Woche 2017“

Eventname: Kieler Woche 2017

Ort: Gesamtes Kieler Stadtgebiet

Datum: 17.06-25.06.2017

Kosten: Fast ausschließlich kostenfrei

Genre: Volksfest, somit alle Steilrichtungen vertreten

Besucher: ca. 3,5 Millionen

Veranstalter: Stadt Kiel

Link: http://www.kieler-woche.de/

Das größte Segel- und Volksfest Europas ist wieder einmal zu Ende. Offizielle Zahlen der Stadt Kiel: 3,5 Millionen Besucher, 246 Konzerte auf 14 Bühnen an 9 Tagen. Als Metalhead ist die Auswahl natürlich beschränkt, es wird bei einem Volksfest ja doch mehr auf den Mainstream geachtet. Umso wertvoller da unser neuer Sender Radio Bob!, der den Sender- und Bühnenplatz vom ehemaligen Oldiesender NORA übernommen hat. Ein in Kooperation mit dem Wacken-Open-Air konzeptioniertes Gelände mit entsprechendem Musikprogramm ist Besuchermagnet für Gleichgesinnte. Zum ersten Mal ist die Auswahl an Rock-, Punk- und Metal-Events richtig groß und beschränkt sich nicht auf Cover- oder Newcomerbands.

Freitag, 16.06.: „Soundcheck“. Der Tag vor der offiziellen Eröffnung ist immer Treffpunkt mit Freunden. Am Areal um die Hörnbühne finden sich wieder etliche ein, um dann um 19:00 Uhr Amy MacDonald ein paar Takte lang zu lauschen und dann einfach einmal durch die Innenstadt ziehen. Dieses Jahr geht es allerdings zielstrebig zum neuen Radio Bob!-Rockcamp. Zumindest ein paar Takte bekommen wir noch von John Divas heißen Liebesjungs mit. Um 21:00 Uhr sollen D-A-D auftreten. Leider bleibt Lene Glumer, der Sänger der Band, auf dem Weg aus Kopenhagen in einem 16 KM-Megastau stecken. Das Konzert fällt aus. Dies nutzen John Divas Jungs aus, um im Wacken-Foundation-Zelt noch ein bisschen mit den Leuten zu plauschen und das ein oder andere Merchandising zu verkaufen. Im angrenzenden W:O:A-Bereich steht selbst ein Holger Hübner ratlos am Jack Daniels-Stand. Die Showbox in der Pumpe beginnt unterdessen ihr Programm mit einer Metalnacht. Ab Mitternacht spielen Inner Axis, Mithril sowie Golgi Complex im Stundentakt.

Am Samstag, den 17.06., habe ich einen Termin mit meinen Freunden von Tears for Beers um 21:45 Uhr auf der Rathausbühne. Das ist Speed-Folk vom Allerfeinsten. Den Support macht Michael Patrick Kelly. Das macht den Rathausplatz bis zum letzten Platz voll. Alle Konzerte, mit Ausnahme der „Gewaltig-Leise“-Konzerte auf der Krusenkoppel, sind kostenlos. Demzufolge ist der Altersdurchschnitt nicht sehr hoch und die Anziehungskraft riesig. Nach dem Kelly-Konzert hätte man eigentlich einen leeren Platz erwartet, sind die Jungs von Tears for Beers doch eigentlich noch immer der regionale, alt schwelende Geheimtipp. Doch weit gefehlt. Kurz nach Beginn des Sets füllt sich der Platz wieder, die Jungs spielen mit sichtlichem Spaß über zwei Stunden, bis sie vom Veranstalter wegen der Sperrstunde von der Bühne gezerrt werden.

Am Sonntag, den 18.06., wird’s nostalgisch. Um 21:30 Uhr gibt sich Manfred Manns Earth Band auf der Hörnbühne die Ehre. Von denen habe ich schon Platten gekauft, als diese noch als Vinyl-Single 6 Mark kosteten. Die Mighty Quinn Single ist so ausgenudelt, dass sie wahrscheinlich als Direct-Cut durchgeht. Die Hörnbühne wird veranstaltet von Regiocast, dem Konsortium, dem Radio Schleswig-Holstein, Delta-Radio, Radio Bob!, sowie einige Sponsoren angehören. Der Platz ist gut gefüllt, kein Hit von damals wird ausgelassen.

Montag, den 19.06., ist es für Kieler Verhältnisse noch immer sommerlich warm. Auf dem Weg zum Rockcamp komme ich am Ostseekai vorbei. Hier hat der NDR mit all seinen Programmen und einer riesigen Bühne seine Heimat gefunden. Nach Fußball-Public Viewing gibt sich Schauspieler Bjarne Mädel (Tatortreiniger Schotty) den Fragen seiner Fans hin. Weiter, immer weiter. Schließlich ist Musik angesagt. Am Rockcamp angekommen, hat Kissin‘ Time, eine Kiss-Coverband aus Kassel, bereits begonnen. Hauptact des Tages ist allerdings Danko Jones zu späterer Stunde. Die drei kanadischen Garagen-Blues-Rocker zeigen dem Kieler Publikum einmal, wie Laut funktioniert. Parallel dazu findet auf der Jungen Bühne im Ratsdienergarten eine Rocknacht mit jungen Nachwuchs-Metal- (Seven, The Opposite of Silence) und Punkbands (Back to School, Sergeant Dystopia, Typhoon Motor Dudes) statt.

Dienstag, den 20.06.: 19:00 Uhr Punk von Itchy auf der Hörnbühne. Die drei Schwaben sind zum ersten Mal auf der Kieler Woche, wollen nach eigenen Aussagen gar nicht wieder weg. Es ist noch immer sommerlich und Kiel zeigt sich von seiner besten Seite. Sie spielen den Support für Madsen, trotzdem ist die Fläche an der Hörn gut gefüllt und der Sound ist auch weit hinten noch klar und eingängig. Trotzdem habe ich es auf der Kieler Woche irgendwie immer eilig. Die Entfernungen sind groß und die Auswahl an Musikprogramm ist riesig. 4,5 KM bis zum Rockcamp. Um 20:00 Uhr beginnt Torfrock auf der Bühne Reventlouwiese, für mich ein kleines bisschen zu früh. Motörizer, eine Motörhead-Coverband, spielte parallel zu Itchy hier den Support. Schade, aber man kann nicht alles…

Mittwoch, 21.06.: Wieder hat man Stress, wenn man zu viel Programm sehen möchte. Das ist fast wie Wacken hier. Mein Besuch hat sich die NDR-Bühne am Ostseekai ausgesucht. Hier ist Tatort-Kiel-Public-Viewing mit den Schauspielern Axel Milberg (Kommissar Borowski), Thomas Kügel (Borowskis Chef Schladitz) sowie der „Gerichtsmedizinerin“ Anja Antonowicz angesagt. Danach aber im Sprint zur Hörnbühne. Schließlich will man den Act der Woche nicht verpassen. Den Punkrock-Support von Rogers bekommen wir noch in den letzten Tönen mit. Doro Pesch legt furios los. Die Menge, voll aber nicht dicht gedrängt, zeigt sich textsicher. Ein relativ kurzes aber qualitativ hochwertiges Konzert von der Grand Dame des Heavy Metal macht Vorfreude auf das W:O:A im August. Als wäre es Zufall, findet in der Showbox der Pumpe heute der „Metal-Mittwoch“ statt. Ab 23:00 Uhr bis zum Morgengrauen spielen Iron What? (Maiden-Cover), Firth od Drangiss (Power-Metal) und Moment of Salvation (Black-/Death-Metal).

Donnerstag, 22.06.: Wie eigentlich immer, teilt das Wetter die KiWo. Heute ist es soweit – es regnet in Strömen. Natürlich haben wir ausgerechnet für heute eine Barkassenfahrt zu den Segelrevieren gebucht. Aufgrund des starken Windes finden nur weit draußen in der Förde Großregatten statt, die wir mit dem kleinen Schiff nicht erreichen. Gegen Mittag klart es dann endlich auf, der Konzertabend ist gerettet. Beim Hurricane Festival saufen schon wieder die Anreisenden ab, kommen gar nicht zum Gelände. Bei uns beginnen gegen 19:00 Uhr Skyline, das W:O:A-Urgestein ihren Support. Um 21:00 Uhr betritt dann mein persönliches Highlight, die The New Roses, die Bühne der Reventlouwiese. Das zweistündige Set ist stark an der letzten Tour der Jungs orientiert. Einen ersten Titel aus dem im August erscheinenden neuen Album gab es allerdings auch schon zu hören. Obwohl der Tourtross sie am nächsten Tag in der Nähe von Ulm erwartet, lassen sie es sich nicht nehmen, um nach dem Gig am Stand der Wacken-Foundation mit den Fans noch ein Bier zu trinken und ein wenig zu klönen. Hut ab und auf ein Wiedersehen im Oktober im Bordesholmer Albatros mit der neuen Platte im Gepäck!

Am Freitag, den 23.06., geht uns langsam die Puste aus. Um 20:00 Uhr geht es nostalgisch mit Fisher-Z auf der Bühne Reventlouwiese im Radio Bob!-Rockcamp weiter. Ich liebe es, wenn John Watts seine Marlies oder Berlin interpretiert. Als Überraschungsgast betritt bei den Zugaben Kai Wingenfelder von Fury in the Slaughterhouse die Bühne und singt gemeinsam Further from Love.

Der Samstag (24.06.) bleibt um 20:30 Uhr Bob Geldorf auf der Krusenkoppel vorbehalten. Er möchte uns seine alten Zeiten im neuen Gewand präsentieren. Wie schon erwähnt, ist dies die einzige Location der Stadt, die ein Minimum an Eintritt nimmt. Egal, ohne die Kieler Woche würde er nie in die Provinz kommen. Auf jeden Fall sind die 25 Euro nicht rausgeworfenes Geld. Mit Verspätung, weil mal wieder auf der A7 nix ging, hatte Sir Geldorf sichtlich Spaß unsere Alt-Ehrwürdige Krusenkoppel zu rocken. Die Krusenkoppel ist eigentlich ein altes Amphitheater. Nebenan auf dem Hügel findet während der Kieler Woche ein riesiges Kinderfest statt. Sir Geldorfs Setlist weist alte Klassiker und seine Gassenhauer genauso auf, wie einige relativ neue Songs. Dadurch vermischt sich sein Stil von Rock über Reggea bis zur Disco. Parallel zu diesem Konzert findet auf der NDR-Bühne ein Konzert von Jan-Josef-Liefers mit seiner Band Radio Doria statt. Im Werftpark Gaarden kommen Tears for Beers zu Ihrem zweiten Auftritt und im Rockcamp spielt Betontod groß auf.

Der Sonntag 25.06. ist recht ruhig und es fällt der Schlussakkord. Auf der Radio Bob! Bühne im Rockcamp möchte D-A-D das ausgefallene Konzert kurz vor dem Abschlussfeuerwerk nachholen. Den Support übernimmt Orange Ate Kid mit Post-Hardcore. An der NDR-Bühne am Ostseekai stauen sich parallel die Besucher. Es gibt kaum ein durchkommen, Yvonne Catterfeld und später Laith Al-Deen bedienen den Mainstream und gefällt den Massen. Um 23:00 Uhr beginnt dann das große Feuerwerk. Es ist traditionell das Zeichen, an Land alle Aktivitäten einzustellen.

Fazit: Eine sichere Kieler Woche mit einem musikalischen Sprung nach vorne. Radio Bob! hat zugesichert, sein Engagement zu entwickeln und das Rockcamp weiter auszubauen. Die Zusammenarbeit mit dem W:O:A war die richtige Entscheidung, tat der Bühne sichtlich gut und entwickelt sich rasant zu einem Magnet. Unter diesem Umstand kann man sich auf die Festwoche 2018 freuen.

 

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