Killing A Lion – Bombs Of Affection

Da reift etwas heran

Artist: Killing A Lion

Herkunft: Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Album: Bombs Of Affection

Spiellänge: 38:41 Minuten

Genre: Alternative Experimental Metal

Release: 27.03.2020

Label: Boersma – Records

Links: https://www.facebook.com/killingalion/
https://killingalion.com/
https://twitter.com/killingalion

Bandmitglieder:

Gesang – Jörg (Heavy) Imhof
Gitarre – Christian Surkamp
Bassgitarre – Peter Höttges
Schlagzeug – Volker Lentzen

Tracklist:

  1. Man Drowning Slow
  2. Day Requires A Night
  3. The Hive
  4. Gone!
  5. Bombs Of Affection
  6. Revolution
  7. Synapsis
  8. Shine

Wie alles in dieser Welt begann auch das Projekt Killing A Lion mit einer Idee. Gitarrist Christian Surkamp (Ex-New Damage) hatte 2013 gleich viele dieser Ideen, er wollte sich musikalisch verwirklichen und schrieb Songs. Weggefährten von Beginn an waren Bassist Peter Höttges (Ex-New Damage) und Sänger Jörg Imhof (Ex-Spoiler). Die gemeinsam entwickelten Songs wurden zunächst auf einem bandeigenen YouTube Kanal veröffentlicht, letztlich aber war Killing A Lion als Band geboren. Allerdings erst mal als reine Studioband. Zu Beginn des Jahres 2018 schloss sich Schlagzeuger Volker Lentzen (u.a. Caustic Blood) an und komplettierte das Line-Up. Das war auch jene Zeit, in der Killing A Lion beschlossen, ihre Songs live spielen zu wollen. Dies geschah unter anderem als Support für Pro-Pain oder The Butcher Sisters.

Zum Jahresende 2019 hin wurden Killing A Lion dann beim Essener Label Boersma Records unter Vertrag genommen und so nimmt die Geschichte nun ihren Lauf.

Das vorliegende Debütalbum Bombs Of Affection beinhaltet auf runden 39 Minuten insgesamt acht Songs, die stilistisch in der Tat nicht nur in eine Richtung hin festgemauert werden können, am ehesten aber dürfte man die Musik von Killing A Lion in Verbindung mit dem Begriff Alternative Metal bringen.

Unter diesem Genre tummeln sich seit geraumer Zeit weltweit unzählige Bands, die für sich gesehen allesamt sehr kreativ sind und die Szene auf ihre Art und Weise bereichern. Die einen mehr, die anderen weniger. Ich bin sicher der Letzte, der die Entscheidung der Band in Frage stellen dürfte, nur behaupte ich, dass dieses Genre gegenwärtig total überfrachtet ist und auch deshalb viele talentierte Bands im großen Getümmel leider untergehen. Das ist aber meine persönliche Meinung.

Was machen Killing A Lion anders, heben sie sich vom Gros irgendwie ab? Eigentlich machen sie nicht wirklich Neuartiges, machen aber alles richtig, denn sie stehen mit voller Überzeugung hinter ihren Songs. Und das ist aus meiner Sicht das Wesentliche, der Hörer entscheidet am Ende ohnehin, ob ihm das gefällt oder nicht.

Drop-D geschwängerte Gitarren, die dem genretypisch akzentuierten Drumteppich äußerst fett und energiegeladen folgen, bilden das Fundament der Arrangements. Aneinandergereihte Breaks und Rhythmenwechsel gehören bei Killing A Lion ebenso dazu, wie die markanten Gesangslinien. Diese wechseln sich zwischen aggressiv modulierten Strophen und den meist im Cleangesang intonierten melodiösen Refrains ab. So weit, so gut.

Aber wo liegt das Besondere? Schwer auszumachen. An den musikalischen Fähigkeiten jedenfalls mangelt es nicht. Die Songstrukturen sind dem Genre unterworfen, drücken gewaltig und grooven sehr schön, werden wie bei Day Requires A Night immer wieder auch durch diverse jazzig anmutende Klänge unterbrochen. Nicht zuletzt Jinjer bedienen sich des Öfteren diesen Einflüssen. Dies lockert einen Song sicher auf und wirkt zumindest für mich experimentierfreudig unterhaltsam.

In The Hive mündet die Herangehensweise an das Songwriting in einer total erfrischenden Nummer, die mit mehr als nur der alternativen Attitüde versehen ist. Nicht selten sind progressive Grundstrukturen ein wichtiges Merkmal dieser Musik, in dieser Nummer kommen diese sehr schön zur Geltung und werden abermals durch moderne Einflüsse und auch Synthis gepuscht.

Wie sich eine Ballade im Alternative Metal anhören kann, zeigt Gone! auf. Getragene Harmonien und die logische Dynamik im Aufbau des Songs lassen Gone! zu einem der stärkeren Tracks des Albums werden.

Die Mehrheit der Songs genießt im Songwriting eine in sich ähnelnde Struktur, die zum einen zwar Sicherheit schafft, dadurch in Teilen aber auch ein wenig vorhersehbar erscheint. Abschließend aber bringen die Songs auch von der technischen Produktion her gesehen ein gutes Niveau mit sich. Der Einsatz von technischen Gimmicks entspricht sicher dem Zeitgeist und könnte zudem erwartet werden.

Killing A Lion – Bombs Of Affection
Fazit
Killing A Lion haben sich einen Acker ausgesucht, der schwer zu bewirtschaften ist. Dies liegt mitunter an der schier nie endenden Vielzahl an Outputs in diesem Genre. Es ist ein Debütalbum und der Prozess hat soeben erst begonnen. Rohdiamanten müssen eben geschliffen werden, bis sie ihre ganze Schönheit entfalten. Ich bin überzeugt, dass Killing A Lion ihr volles Potenzial hier noch nicht ausgeschöpft haben und die kommende Zeit für den Reifeprozess genutzt wird.

Anspieltipps: The Hive, Gone! und Shine
Peter H.
7.9
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