Lord Of The Lost live auf dem Mera Luna Festival 2018

„Lord Of The Lost live auf dem Mera Luna Festival 2018“

Artist: Lord Of The Lost

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Auftritt: Mera Luna Festival 2018

Genre: Dark Metal, Gothik

Label: Napalm Records

Link: http://lordofthelost.de/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Cello – Chris Harms
Gitarre – Pi
Gitarre, Keyboards, Piano, Synthesizer – Gared Dirge
Bass – Class Grenayde
Schlagzeug – Niklas Kahl

Ein Grund für mich auf das Mera Luna Festival 2018 zu fahren, ist unter anderem der Auftritt der Dark Rock/ Metal Band Lord Of The Lost. Als dann also der letzte Ton der Band Tanzwut gespielt ist, kämpfe ich mich durch die zu den Essens- und Bierstandszelten eilenden Fans hindurch, um in wenigen Minuten die Show so nah wie möglich miterleben zu können. Während der etwa 15 Minuten Wartezeit, in der das Setup von Tanzwut abgebaut und das von LOTL auf die Bühne manövriert wird, betrachte ich die enormen Menschenmassen, sie sich vor der Mainstage sammeln. Die Minuten verstreichen und so langsam scheint auch die Crew der Gruppe zufrieden zu sein, da die letzten Menschen sich aus meinem Blickfeld entfernten und die Bühne freigeben.

Pünktlich um 15:50 geht es los. Die Bandmitglieder laufen ohne große Showeinlagen und unter dem großen Jubel der Umstehenden auf die Bühne und fangen sofort an ihren ersten Song zu spielen. Mit On This Rock I Will Build My Church hätten sie sich garantiert keinen besseren Opener aussuchen können. Die bissige Stimme von Chris Harms dröhnt durch die Boxen und zum ersten Mal wird mir klar, dass die Ohrenstöpsel, welche überall zum Verkauf angeboten werden, doch nicht kompletter Schwachsinn sind. Da ich selber ein extrem großer Fan der Hamburger LOTL bin, freue ich mich unbeschreiblich, diese endlich einmal live sehen zu können. Als der Refrain einsetzt, beginnen diejenigen, die den Text kennen, ihn lautstark mitzusingen und auch ich setze mit ein, obwohl ich meine eigene Stimme kaum hören kann. In einer kurzen, ruhigeren Phase vor dem letzten Refrain begrüßt Frontmann Chris Harms das Publikum und erntet dafür ungeahnt laute Jubelschreie. Diese sind allerdings nicht mit denen zu vergleichen, als Chris seine Gitarre gegen Ende des Liedes auf dem Bühnenboden zerschmettert und sich für den nächsten Song bloß mit dem Mikrofon beteiligt.

Dennoch scheint es drei weitere drei Songs zu dauern, bis sich die gesamte Zuschauerschaft auf die Musik eingelassen hat. Meine Arme sind inzwischen so schwer geworden, dass ich sie für einen kurzen Moment herunternehme und nicht mehr mitklatsche, als ich die Melodie des nächsten Songs erkenne und mich direkt zu Gegenteiligem entscheide. Haythor wurde bloß kurze Zeit vor dem Festival auf Youtube hochgeladen, ist aber für diejenigen, die das Album Thronstar besitzen, anscheinend nichts Neues, da viele den Text zu kennen scheinen. Das ist auch der Moment, an dem ich richtig laut anfange mitzusingen, obwohl mir nicht klar ist, was mit „Goddes of avoid“ (= dt. Göttin der Vermeidung) überhaupt im tieferen Sinne gemeint ist. Aber das ist auch vollkommen egal, da die Stimmung zu diesem Zeitpunkt so mitreißend ist, dass sie alle anderen Gedanken wegzuspülen scheint.

Als der Lord dann bei Blood For Blood von der Bühne runtersteigt und sich auf die Absperrung stellt, singt er seine Strophen mit direktem Kontakt zu seinen Fans, geht die erste Reihe entlang und fordert die Leute zum Klatschen auf. Ihr Konzert schließt die Band mit La Bomba. Als dann der Bassist trotz des Verbotes Stagediven geht, scheinen alle amüsiert zu sein, dass diese fragwürdige Regel gebrochen wird. Als das Lied vorbei ist, bleibt nur noch Zeit für ein kurzes Foto, bis die Band die Bühne zu räumen hat. Zusammenfassend hat die Gruppe eine unglaublich gute sowie mitreißende Show gespielt, die für mich zu den Besten des Festivals zählt.

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