Losing Gravity – All In

Losing Gravity setzen "All In" auf die zweite Scheibe

Artist: Losing Gravity

Herkunft: Frankfurt/Main

Album: All In

Spiellänge: 41:16 Minuten

Genre: Rock

Release: 06.09.2024

Label: Rock Attack Records

Format: CD, Vinyl

Link: Losing Gravity 

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Chase Wilborn
Gitarre – Julian Lapp
Keyboards – Lucas Urner
Bass – Lars Palenzatis
Schlagzeug, Gesang – Max Friedrich

Tracklist:

  1. All In
  2. Wasting Time
  3. Saturday Night
  4. Foundations
  5. Another Day
  6. Soul Inside
  7. Outside
  8. Let’s Ride
  9. Moments
  10. Rolling Stone
  11. Kind Of Human

Am 06.09.2024 erscheint via Rock Attack Records das zweite Album der aus Frankfurt am Main stammenden Band. Die im Mai 2017 gegründeten Losing Gravity haben 2022 ihr Debüt Headed South veröffentlicht, nachdem sie mit der EP All You Never Needed einen ersten Aufschlag lieferten und damit schon beachtliche Resonanz erfuhren. Stilistisch trifft hier amerikanischer Rock ’n‘ Roll auf Mainstream Rock, der sowohl als Stadionrock durchgehen könnte, als auch in kleineren Clubs gut ankommt. Das haben sie bereits mehrfach bewiesen, als sie mit den The New Roses auf Tour waren. Mit für den Erfolg hat auch das Duett mit Timmy Rough, Sänger der Rosen, beim Song Living In Riddles gesorgt. Aber auch The Sweet und Molly Hatchet oder Bonfire haben die Qualitäten von Losing Gravity erkannt und so waren die Fünf viel unterwegs. Das zahlt sich aus und auch diverse Festivals wurden auf sie aufmerksam. Daraus resultieren Auftritte bei den Harley Days in Hamburg, der Kieler Woche oder auch dem Rheinhessen Rumble, die für neue Fans sorgen. Mit dem neuen Werk knüpfen sie an den Vorgänger an und wieder ist es Frontmann, Gitarrist und Gründer von Losing Gravity, der Texaner Chase Wilborn, der mit seiner Reibeisenstimme für Ausfegen sorgt. Aber auch seine deutschen Wegbegleiter brauchen sich nicht zu verstecken, denn großes Potenzial ist auch an den Gitarren, Drums und Keyboards vertreten.

Locker geht es mit dem Titeltrack los. Sobald der Gesang einsetzt, gibt’s Assoziationen. Singt da Timmy Rough? Könnte der geneigte Hörer glatt glauben. Im Laufe des Songs kommen die feinen Unterschiede zum Tragen. Die Stimmfarbe ist etwas anders, das Kratzige, Rauchige ist aber schon dicht beim The New Roses Sänger, auch der gesamte Song hätte gut aus deren Feder stammen können. Das ist ja nun auch nichts Schlechtes. Der Song macht Spaß, ist eingängig und der Stil ist nicht weit entfernt von ähnlichen Größen wie Guns n‘ Roses, The Black Crowes, Kid Rock oder eben The New Roses. In dem Stil geht es mit Wasting Time und Saturday Night weiter. Letzterer hat ein schönes Pianospiel im Gepäck, das zusätzlich Drive verleiht und dem gesamten Stück die gefühlte Vorfreude auf einen Samstagabend verleiht. Mehrstimmiger Gesang und auch mal ein kleines Gitarrensolo runden den Track ab. Foundation, auch wieder mit Pianointro, setzt sich weiter vom direkten Vergleich mit den Rosen ab. Die setzen fast ausschließlich auf Stromgitarren und lassen die Keyboardeinlagen weg. Ansonsten ein guter Rocker. Ähnlich verhält es sich mit den folgenden Songs. Gute Rockmusik, die im Auto laufen kann und eine Fahrt kurzweilig werden lässt. Soul Inside gefällt mir davon noch mit am besten, da ist eine schöne, eingängige Melodie und Sänger Chase hört sich mal ein ganzes Stück weniger nach Timmy an. Das wäre ggf. mal ein gutes Beispiel, noch mehr Eigenständigkeit im Gesang zu erlangen. Auch der Keyboard-Einsatz an dieser Stelle ist klasse und gibt eine interessante Variante. Der Midtempo-Rocker Outside mit leichtem Country-Touch, das treibende Let’s Ride oder auch das abschließende Kind Of Human können gefallen. Einen Vorgeschmack hänge ich mal dran und wer die Jungs live sehen möchte (macht echt Spaß und die Songs bekommen noch mehr Druck), dem empfehle ich die anstehende Tour.

Losing Gravity – All In
Fazit
Zweiter Longplayer der Frankfurter Losing Gavity. Der Einfluss aus Classic Rock, Grunge oder auch mal eine punkige Attitüde ist an einigen Stellen ausmachbar, allerdings ist vorrangig der amerikanische Rock 'n' Roll zu hören. Dabei wird sich gekonnt, gerade gesanglich, an ähnlichen Szenebands orientiert, ohne die aber zu kopieren. Schön ist es, wenn an der einen oder anderen Stelle gänzlich davon Abstand genommen wird. Alles in allem eine gelungene Platte mit einigen hervorragenden Songs. Mal sehen, was die Zukunft bringt, denn ein wenig mehr Alleinstellungsmerkmal wäre bestimmt förderlich.

Anspieltipps: All In, Soul Inside und Kind Of Human
Kay L.
8
Leserbewertung8 Bewertungen
8.4
8
Punkte