Madhouse – Braindead

Manchmal brauchen die Dinge eben noch mehr Zeit

Artist: Madhouse

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Braindead

Spiellänge: 43:50 Minuten

Genre: Teutonic Heavy Metal

Release: 12.06.2020

Label: Iron Shield Records

Links: http://www.madhouse-metal.de/
https://www.facebook.com/hellbangershamburg/

Bandmitglieder:

Gesang – Didi ‚Shark‘ Schulz
Gitarre, Gesang – Carsten Krekow
Gitarre – Thomas Gamlien
Bassgitarre – Lars Rothbarth
Schlagzeug – Paul Slabiak

Tracklist:

  1. Break The Ice
  2. Never Say Die
  3. Who Made You God
  4. Poisoned Blood
  5. Braindead
  6. Save Your Soul
  7. Last Man Standing
  8. Knights Of Avalon
  9. Oscar
  10. Evil Fantasies
  11. Psycho God (Remix)

Neues aus dem Hause Iron Shield Records, da darf man eigentlich immer gespannt sein. Die Hamburger Madhouse zählen zu diversen Bands, die über dieses Label nunmehr ihren zweiten Longplayer namens Braindead veröffentlichen.

Madhouse wurden von Carsten Krekow und Thomas Gamlien bereits 1987 gegründet, legten allerdings ab 1990 eine sehr lange Pause ein. Erst 2014 wurde die Band in der Originalbesetzung quasi wieder reanimiert. 2016 stieß der heutige Sänger Didi Schulz hinzu und 2018 erschien das erste Full-Length Album Metal Or Die. Die Diskografie ist schlicht übersichtlich, denn bis zu Metal Or Die veröffentlichte die Band lediglich zwei Demos, bis es 1990 zum erwähnten Split kam.

Nun, musikalisch ordnen sich Madhouse dem Teutonic Heavy Metal zu. Ein Begriff, der für sich gesehen eigentlich nichts weiter aussagt, außer, dass wir es mit deutschem Heavy Metal zu tun haben. Allerdings mit einer klassisch-puristischen Note versehen. Die Arrangements sind grundsätzlich frei von trendigen und modernen Einflüssen roh gehalten. Old School Metal, ich denke, dies trifft es am ehesten. Die Songs gehen allesamt zügig vorwärts und kratzen hier und da auch mal am Thrash und Speed Metal.

Sollte ich die Band im Soundgefüge mit anderen Größen aus den glorreichen 80er oder 90er Jahren vergleichen müssen, so würde ich die Songstrukturen gerne mit den frühen Accept zu Zeiten von Restless And Wild in Einklang bringen. Der Vergleich hinkt dahingehend, dass die Vocals von Didi Schulz und Udo Dirkschneider in sich nicht wirklich vergleichbar sind. Didi Schulz hingegen presst die Vocals in den Songs kraftvoll und mit Pathos versehen in die Rille. Die Refrains sind durchweg so gehalten, dass man gerne mit einstimmen könnte. Was den Songs insgesamt leider etwas fehlt, sind die wirklich hervorstechenden Melodien. Who Made You God und der Titeltrack Braindead stellen für mich hier gefällige Ausnahmen dar. Save Your Soul dürfte man sicherlich auch noch nennen, überzeugt diese Nummer doch mit einer bestimmten Direktheit, wie auch die Gitarrensoli zu Gefallen wissen.

Ansonsten aber bleiben die Kracher aus. Wie man so schön sagt: no filler, no killer. Deshalb bewegt sich dieses Album musikalisch auf einem eher durchschnittlichen Niveau. Reserven sind durchaus vorhanden, welche vor allem in den Bereichen Songwriting vielleicht intensiver verfolgt werden sollten.

Madhouse – Braindead
Fazit
Madhouse legen mit Braindead ein weiteres Stückchen Teutonen Stahl auf den üppig gefüllten Haufen oben drauf. Die Fanbase dürfte das Album wohlwollend zur Kenntnis nehmen und mit Sicherheit abfeiern. Im Gros jedoch wird dieses Album meiner Meinung nach keine nennenswerte Rolle spielen, hierzu fehlt das herausragende Element des Überraschungseffekts. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und auch Madhouse können sich weiterentwickeln. Zu wünschen ist es den Hamburgern allemal.

Anspieltipps: Who Made You God, Braindead und Save Your Soul
Peter H.
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