Manegarm – Fornaldarsagor

Mit dem angemessenen Mut durch das verbrannte Land

Artist: Manegarm

Herkunft: Norrtälje, Schweden

Album: Fornaldarsagor

Spiellänge: 45:08 Minuten

Genre: Black Metal, Folk, Melodic Death Metal, Pagan Metal

Release: 26.04.2019

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/Manegarmsweden/

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Erik Grawsiö
Gitarre – Markus Andé
Schlagzeug – Jakob Hallegren

Tracklist:

  1. Sveablotet
  2. Hervors Arv
  3. Slaget Vid Bråvalla
  4. Ett Sista Farväl
  5. Spjutbädden
  6. Tvenne Drömmar
  7. Krakes Sista Strid
  8. Dödskvädet

Als Antikrist vor gut 24 Jahren legten die Schweden den ersten Grundstein, woraus die heutige Kunst von Manegarm entstanden ist. Über Napalm Records haben sie Ende April ihr neuestes Werk präsentiert, dass bei uns leider viel zu lange in der Schublade auf seine große Show warten musste. Acht Songs werden in einer Dreiviertelstunde durch einen Fleischwolf von Black Metal, Folk, Melodic Death Metal und Pagan Metal gedreht. Managarm (ein Wolf aus der nordischen Mythologie) sind noch lange nicht gezähmt und hungrig, um neue Beute zu erlegen. Fornaldarsagor ist das bereits dreizehnte Studioalbum aus den Händen der Nordmänner aus Norrtälje, das nördlich von Stockholm liegt. In Deutschland konnten sie den Silberling erstmals in den Albumcharts versenken, umso gespannter darf man auf die Klänge von Erik Grawsiö und Jonas Almqvist sein, die mit Markus Andé an der zweiten Gitarre seit 1996 durch die Schlachten schreiten. Als Quintett gestartet, wurde die Formation in den weiteren Jahren auf ein Trio geschrumpft, das seit 2012 Bestand hat.

Erik Grawsiö führt seine beiden Kollegen wütend ins Gefecht. Als Paukenschlag fungiert Sveablotet, der direkt mit der Tür ins Haus fällt. Technisch servieren die Skandinavier typischen 90er Pagan Metal mit einer melodischen Note, die durch treibende Passagen führt und an die guten alten Zeiten erinnert. Der einsetzende Clean Gesang verwischt die raue Old School Struktur, und reißt gleich zu Beginn kräftig die Wolkendecke auf. Nicht weniger flink sitzt der zweite Ritterschlag. Die Hufe der Pferde drücken tief in den weichen Untergrund, während die Bäume an den Gesichtern der Reiter vorbeifliegen und die Äste peitschend blutige Streifen auf die Haut zaubern. Hervors Arv macht trotz der klaren Gangart Spaß und bringt das auf den Punk, was die Schweden seit Jahren auszeichnet. Erfolge von Amon Amarth stehen in weiter Ferne, die sich immer mehr dem melodischen Mainstream Death Metal hingezogen haben. Ganz anders Markus Andé, der seine Saiten der Gitarre in Folk Gefilde trimmt und heidnischen Pagan Metal in Form von Slaget Vid Bråvalla oder Spjutbädden aus den Boxen drückt. Die Lyrics in der Landessprache machen das Trio weiter spannend – auch wenn man als nicht schwedisch sprechender Hobby-Nordmann nur wenig versteht und die Übersetzungsmaschine anwerfen muss. Sperrig helfen kleine Abwechslungen, das Kettenhemd enger und weiter zu schnallen. Ohne diese Abwechslung hätte es Jakob Hallegren deutlich schwerer gehabt auch 2019 noch positive Akzente setzten zu können. Die Ur Pagan Metal Handschrift hat es dieser Monde nicht mehr so leicht, wie noch vor zwei Jahrzehnten. Die Äxte abgegriffen und die Bögen überspannt braucht man viel Feingefühl beim Songwriting, um das schwankende Schiff sicher durch die tosende Fluten zu führen.

Manegarm – Fornaldarsagor
Fazit
Manegarm bleiben authentisch, haben ihren Weg gefunden, und können auch nach fast 25 Jahren noch Songs schreiben, die man nicht schon 1000-mal aus ihren bzw. Händen der einschlägigen Kollegen gehört hat. Trotzdem ist die harte (in Anführungsstrichen) schroffe Handhabung, die über viele Passagen das Album Fornaldarsagor dominiert vorausschaubar. Köpfe kreisen kann man zu Bier oder Gerstensaft ohne Probleme und die eine oder andere Zwischensequenz bringt Platz für kleine Sonnenstrahlen auf die karge Felslandschaft. Fans wissen, was sie bei Manegarm bekommen - daher sollte eine Wertanlage in Fornaldarsagor selbstverständlich in der Haushaltskasse eingeplant sein.

Anspieltipps: Hervors Arv und Slaget Vid Bråvalla
René W.
7.6
Leserwertung3 Bewertungen
8.6
Pro
Contra
7.6
Punkte
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