Event: Metal Franconia
Bands: ToRyse, Beyond Orcus, One Last Legacy, Septagon, Brlabl, DieVersity, Absorb, Lesson In Violence, Soul Dimise, Obstinacy, Fleshcrawl, Critical Mess, Elvenking, Bodyfarm, Ektomorf, Milking The Goatmachine, J.B.O., Cypecore, Soilwork, Schlachtschüssel
Ort: Geiselwind Musichall
Datum: 08.04. – 09.04.2022
Zuschauer: ca. 1200
Genre: Metal
Veranstalter: Eventzentrum Geiselwind
Link: https://sw.metal-franconia.de/
Zwei Jahre müssen Fans und Veranstalter auf ihr zehnjähriges Jubiläum warten. Am achten und neunten April ist es endlich so weit: In der Musichall in Geiselwind hat man einen neuen Veranstaltungsort gefunden, der dem Metal Franconia entspricht! Und zudem finden dort eh’ die meisten Konzerte und Festivals in der fränkischen Metalszene statt, sprich Routiniers treffen auf ein eingespieltes Team.
Das spiegelt sich auch im Festivalverlauf wider. Getränkeverkauf, Um- und Aufbau und Einlass klappen wie am Schnürchen und das durchweg zufriedene Publikum genießt einfach das unbeschwerte Zusammensein – endlich ohne Maske und sonstige Einschränkungen!
Jedem der Fans ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben und man feiert ausgelassen und fröhlich und zumeist mit einem Kaltgetränk in der Hand.
Der Freitagabend wird leider vom Wettergott getrübt und riesige Schneeflocken verwandeln Geiselwind in eine Winterlandschaft. Glück für den, der sich im Vorfeld schon eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht hat. Für den Rest heißt es am Ende des Abends nach Hause im Schritttempo zu fahren.
Doch davon ist man am Anfang des Tages noch weit entfernt, als um 15:30 Uhr die Melodic Metalcorer von ToRyse aus Nürnberg das Festival eröffnen. Ihnen folgt die Thrashmetalcore Band Beyond Orcus aus Coburg und One Last Legacy aus Gimbsheim mit ihrem Rock/Heavy Metal Programm. Zwar ist da noch sehr wenig los vor der Bühne, aber die Bands geben alles bei ihren Auftritten.
Erst die Speed/Thrashmetaller von Septagon locken gegen 18 Uhr bereits mehr als 700 der rund 1200 Besucher in die Halle. Das erste Highlight des Abends ist der Auftritt von Soul Demise gegen 18:40 Uhr. Die eigentlich in Neumarkt in der Oberpfalz gegründete Band, die sich dem Melodic Death und Thrash Metal verschrieben hat, ist auch live oft in Franken unterwegs. Zudem sind auch ein paar Mitglieder der Combo echte Franken, sodass man sie gut und gerne als „Lokalmatadoren“ beim Metal Franconia bezeichnen kann.
Frontmann Roman Zimmerhackel saust wie ein Irrwisch über die Bühne und gibt, wie gewohnt, 200 Prozent. Er bedankt sich sowohl bei den Fans für ihre Treue und der Metal Franconia Crew für das gelungene Festival. Die Band und er sind einfach erleichtert, „nach zwei Jahren endlich mal wieder live zu spielen“ – und das zeigen sie auch!
Fleshcrawl haben es nach Soul Demise leicht, mit ihrem Death Metal einzuheizen und Elvenking aus Italien, die das erste Mal in Geiselwind spielen, stechen am Freitagabend mit ihren Celtic-/Folkmetal aus dem überwiegend aus Death-/Thrash Metal bestehenden Programm heraus – aber natürlich positiv! Eine Band, von der man gerne mehr hören will!
Die eigentlichen zwei Headliner des Abends stehen noch bevor – die Ungarn von Ektomorf und die Spaßmetaller von J.B.O. Thrash vom Feinsten, gepaart mit Hardcore- und Romaelementen – keine andere Band verkörpert das so gut wie Ektomorf. Zwei Jahre sind die Jungs nicht mehr live auf der Bühne – aber fürs Metal Franconia schwingen sie sich in den Flieger. Und obwohl die Jungs um Zoltan Farkas bereits 28 Jahre auf dem Buckel haben, haben sie von ihrer Livequalität nichts eingebüßt.
Sie liefern einen Hit nach dem anderen ab (darunter I Know Them und Show Your Fist) und fordern das Publikum auf, „für ihre Rechte einzustehen“.
Die „Verteidiger des wahren Blödsinns“, J.B.O., legen noch eine Schippe auf das Ganze drauf und das Publikum ist nur noch am Tanzen, Singen, Feiern und auch die Crowdsurfer sind unterwegs.
Jedes ihrer Lieder wird lautstark mitgesungen, darunter Klassiker wie Bolle, Ein Guter Tag Zum Sterben, Mei Alde Is‘ Im Playboy Drin, Mach Noch Eins Auf und Hoffen Und Bangen vom aktuellen Album Wer Lässt Die Sau Raus? oder Ein Fest und Alles Nur Geklaut . Die rosa J.B.O.-Ballons fliegen durch die Menge und jeder kann der Band um Hannes und Vito C. nachfühlen „wie geil es ist, nach acht Monaten wieder live auf der Bühne zu sein“. Mit Wacken Ist Nur Einmal Im Jahr und dem Freedom-Song endet der Abend fulminant mit zwei würdigen Headlinern.
Das Nachtprogramm bestreitet die Coverband Schlachtschüssel von Mitveranstalter Klaus Gehr.
Munter geht es auch am Samstag weiter: Roman Zimmerhackel, der Frontmann von Soul Demise, hat einen Doppelauftritt beim Festival. Freitag mit Soul Demise, Samstag als Opener mit seiner Zweitband Brlabl. Grundverschieden zu dem Melodic Death/Thrash Sound von Soul Demise, aber dennoch so ansprechend, dass bereits ab 15 Uhr die Fans vor der Bühne stehen.
Um 15:50 Uhr dürfen dann DieVersity aus Rödelsee ran, die ebenfalls ihre Fangemeinde mit im Schlepptau haben und ihre Art von modernem Melodic Death Metal präsentieren.
Schlag auf Schlag geht es weiter mit Absorb aus Erlangen (Death Metal), Lesson In Violence aus Schweinfurt (Thrash) und Obstinancy aus Pegnitz (Death Metal).
Gegen 19:10 Uhr erobern Critical Mass die Bühne. Die niedersächsischen Death Metaller aus Hannover gründen sich 2012 und ihre Frontfrau Britta Görtz ist die Ex-Sängerin der Band Cripper.
Cripper sind alte Bekannte auf dem Metal Franconia – und Critical Mass machen einfach da weiter, wo Cripper aufgehört haben. Die Fans von Britta Görtz freut es besonders, sie mit ihrer Band nach zwei Jahren wieder live zu erleben.
Die Niederländer von Bodyfarm können mit ihrem Death Metal begeistern, bevor die verrückten Ziegen von Milking The Goatmachine gegen 21 Uhr für Stimmung sorgen. Mit Deathgrind liegen sie genau auf der Geschmackslinie der Fans und ihr 2019er-Album From Slum To Slam – The Udder Story schlägt beim Metal Franconia 2022 voll ein. Sie werden ihrer Headlinerstellung voll gerecht.
Nach einem ruhigeren Set von der Melodic Death Metal Band Cypecore aus Mannheim darf der zweite Hauptact des Abends, Soilwork, noch einmal alles aus den Fans rausholen.
Zwar mit ein paar Minuten Verspätung, aber umso mehr Power legen die schwedischen Melodic Death Metaller richtig los und laden zum letzten Moshpit des Abends ein. Einen Hit nach dem anderen geben die Jungs zum Besten: Stabbing The Drama, Follow The Hollow oder Song Of The Damned, bevor nach einer guten Stunde gegen 1 Uhr die Show zu Ende ist – und damit auch das zehnjährige Jubiläum vom Metal Franconia.
Ein würdiges Festivalwochenende ohne jegliche Beschränkung, das Lust auf mehr macht! Wir freuen uns aufs nächste Jahr Metal Franconia!







