„Mittelalterliches Phantasie Spektakulum in Weil am Rhein am 30.06. & 01.07.2018„
Event: Mittelalterliches Phantasie Spektakulum
Bands: Saltatio Mortis, Fiddler`s Green, Faun, Saor Patrol, Feuerschwanz, Rapalje, Weltenkrieger, Fuchsteufelswild, Harmony Glen.
Ort: Dreiländergarten, Weil am Rhein
Datum: 30.06. – 01.07.2018
Kosten: Samstag 21.04.2018 bis 5 Jahre frei
ab 6 Jahre VVK: 8,-/13-, €, TK: 18,- €
ab 16 Jahre VVK: 30,-/35,- €, TK: 40,- €
Kosten: Sonntag 22.04.2018 bis 15 Jahre frei
ab 16 Jahre VVK: 15,- €, TK: 15,- €
ab 55 Jahre VVK: 8,- €, TK: 8,- €
ab 66 Jahre frei
Kosten: 2 Tagesticket: ab 16 Jahre VVK: 40,-/45,- €, TK: 50,- €
Genre: Mittelalter Rock, Folk Rock, Piraten Rock, Marktmusik, Rock, Pagan Folk
Besucher: ca. 12.000
Veranstalter: Mittelalterliches Phantasie Spektakulum
Der erste Weg führt uns zur Folkbühne im hinteren Teil des Geländes, wo durch die Morgenmesse die Veranstaltung offiziell eröffnet wird. Die Morgenmesse hat natürlich mit einer kirchlichen Messe rein gar nichts zu tun, sondern ist nur eine witzige Zeremonie, um den Markt zu eröffnen und die Besucher zu begrüßen. Wo sonst kann man den Geistlichen, in diesem Fall Bruder Rectus, schon am frühen Mittag dabei beobachten, wie er etliche Krüge Beerenwein in sich hineinschüttet. Da wir momentan mitten in der WM stecken, ist auch hier das Thema Fußball nicht wegzudenken. Die Deutschen sind aus dem Turnier rausgeflogen, während die Schweizer, die einen Großteil des Publikums in Weil ausmachen, immer noch drin sind. Eigentlich unglaublich, aber das Problem ist schnell gelöst, Deutschland wird kurzerhand zu einem neuen Kanton der Schweiz ernannt und somit sind wir Deutschen immer noch bei der WM dabei. Und hoch die Krüge …!
wo die besoffenen Weiber, ihre im Suff verloren gegangene Brut wiederfindet, sofern sie das denn wollen. Die Zeremonie wird heute etwas kurz gehalten, da die Folkbühne in der prallen Sonne liegt und es den Geistlichen lieber in den feuchtfröhlichen Schatten der Taverne zieht. So wird gemeinsam mit dem Tod und dem Hässlichen Hans schnell noch ein wenig geteert und gefedert, zum Ritter geschlagen, ein bisschen über die Schweizer abgelästert, die neuen Obernonnen Kama und Sutra vorgestellt und dann schnell ab in den Schatten. Und hoch die Krüge …!
Die holländische Band tourt seit 2005 durch die Lande und bietet ein abwechslungsreiches Programm aus irisch-keltischer Folklore, wobei sie ihren Stil mit Einflüssen aus aller Welt vermischen. So kann es auch mal sein, dass Rammstein, oder etwas ähnliches genrefremdes gecovert wird. Mit Instrumenten wie z.B. Flöte, Geige, Tin Whistle, Banjo, Gitarre … bieten sie eine durchaus überzeugende Show auf hohem musikalischen Niveau und eine dynamische Bühnenpräsenz, doch zur heißen Mittagszeit zieht es nur wenige Besucher vor die Bühne. Etwa 20-25 Leute haben sich versammelt, um mit den Holländern zu tanzen und zu feiern. Mein Ding ist es auch nicht wirklich und so ziehen wir bald weiter über das Gelände und gelangen zur Festival Bühne.
Die relativ junge Folkrock Band um den charismatischen Bastian Brenner, der auch mal bei Saltatio Mortis und Feuerschwanz mitmischte, heizt dem Publikum schon zur frühen Nachmittagsstunde ein. Bei mittlerweile über 30 Grad wird eifrig getanzt, geschunkelt, gehüpft und gefeiert. Während die Eltern vor der Bühne ihren Spaß haben, vergnügt sich der Nachwuchs an den, wegen der Hitze aufgestellten, Rasensprengern und ist innerhalb von Sekunden klitschnass. Musikalisch orientiert man sich stark an mittelalterlicher Marktmusik, ist dabei aber sehr experimentierfreudig und verwurstet diese mit allerlei Irish-Folk und modernen Rock-Arrangements. Neben den klassischen Instrumenten der Rockmusik kommen auch Folkinstrumente und mittelalterliche Instrumente zum Einsatz und die Band lässt sich dadurch nur schwer in eine Schublade stecken. Die meisten Songs stammen vom Album Weltenmeer und handeln von Märchen, Mythen und Legenden. Neben Frontmann Bastian tritt vor allem Elisabeth Zlotos in den Vordergrund und begeistert mit ihrer Flöte. Wer auch Bands wie In Extremo, Saltatio Mortis, Feuerschwanz und Versengold steht, der ist hier gut aufgehoben.
Das Percussionsgewitter der Band ist schon von Weitem zu hören und zieht viele Leute an. Die Schotten um den Bandgründer Charlie Allan sind ein Phänomen, bestechen durch Schlichtheit und begeistern dennoch die Massen. Was drei Trommeln, eine Gitarre und ein Dudelsack veranstalten, lässt sich kaum in Worte verpacken. Die Band braucht nicht einmal einen herausragenden Sänger und liefert eine reine Instrumentalshow ab, die es aber in sich hat. Es wird getanzt und gefeiert, bis …, naja, bis die Band anfängt, für Otto von Drachenfels alias Siggi zu spielen, der uns kürzlich verlassen hat. Saor Patrol war eine von Siggi`s Lieblingsbands und so lassen sich die Musiker nicht lange bitten. William von Rapalje singt dazu und alle Freunde sind zusammengekommen. Auch beim anschließenden Gruppenfoto sind die Musiker gerne dabei.































