Negator – Vnitas Pvritas Existentia

Durch die Tore zur neuen Einheit

Artist: Negator

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Vnitas Pvritas Existentia

Spiellänge: 55:05 Minuten

Genre: Extreme Metal, Black Metal

Release: 18.10.2019

Label: Massacre Records

Link: http://negator666.de/

Produktion: Hertz Studio, Polen

Bandmitglieder:

Gesang – Nachtgarm
Gitarre – Finnskald
Gitarre – Urzorn
Bass – Hjalmort
Schlagzeug – Nechtan

Tracklist:

1. Temple Of Light
2. Sangivs Serpentis
3. ΧΑῖΡΕ ΦῶΣ (Khaire Phos)
4. Pyroleophis
5. Prophets Of Fire
6. Ritvs Sex
7. Regnvm Spiritvs Immvndi
8. Et Verbvm Caro Factvm Est
9. Rite Of The Trident
10. Der Ruf Der See (Bonus Track)

Negator - Vnitas Pvritas Existentia

Der 2003 von den Extreme Metallern Negator beschrittene musikalische Weg, gipfelt nunmehr in ihrem sechsten Studioalbum Vnitas Pvritas Existentia. Auf einer Gesamtspielzeit vom 55:05 Minuten unterhalten mich die Hamburger gewohnt düster, doch ausgereifter als jemals zuvor. Die schwarzmetallische Truppe um das Düster-Genie Steve – Nachtgarm – Marbs erreicht mit diesem Langspieler einen bisher ungeahnten Höhepunkt ihrer Schaffenskünste.

Mit Temple Of Light wird mir eine Atmosphäre geliefert, welche für das ganze weitere Album vorbereitet, denn es kommt mächtig daher, ohne mich direkt zu erschlagen. Sangivs Serpentis greift diese Macht wunderbar auf, treibt sie aber weiter nach vorn und liegt mir etwas schwerer im Ohr. ΧΑῖΡΕ ΦῶΣ erhöht sofort das Tempo und erinnert mich mehr an frühere Werke des Quintetts wie z.B. Panzer Metal. Brachialität auf den Punkt dosiert. Ohne an Melodie zu verlieren, setzt dieser Track den Geist des Albums fort. Mit Pyroleophis wird das Tempo etwas gedrosselt, allerdings wird es deswegen nicht langweilig. Mehr Atmosphäre und weniger Tempo bieten hier die Abwechslung, von der dieses Album meiner Meinung nach lebt. Etwas mehr Dunkelheit, weniger Gewalt. Eine gelungene Pause zwischen ansonsten sehr schnellen Stücken. Fast schon instrumental beginnt Prophets Of Fire, bis es das Tempo wieder anzieht. Ein wenig Stimmung geht zwischen den Tempowechseln verloren, denn es fällt mir schwer hinterherzukommen. Doch in diesem Werk wurde nichts dem Zufall überlassen und so finde ich mich mit der Zerrissenheit ab, denn sie scheint auch hier einen Sinn zu erfüllen. Das Bild einer Tür, welche eingetreten wird, schleicht sich unausweichlich in meinen Kopf, als die ersten Töne von Ritvs Sex ertönen. Auch hier sind deutlich die Wurzeln der Band zu hören, aber auch die Entwicklung, welche in den letzten 16 Jahren durchlaufen wurde. Regnvm Spiritvs Immvndi folgt dieser Machart nach und passt sich perfekt an dieses Album an. Beim nunmehr siebten Song ist die Marschrichtung bekannt und es zeichnet sich ab, dass dieses Album nicht nur eine Aneinanderreihung guter Lieder ist, sondern in sich geschlossen und abgerundet. Mit Et Verbvm Caro Factvm Est zieht sich dieser okkulte, rote Faden wunderbar weiter durch das Album und gipfelt fast schon in Rite Of The Trident, welches den Langspieler selbst zu einem würdigen Ende führt. Doch ein Bonbon befindet sich noch so halb versteckt auf der Platte. Im Bonustrack Der Ruf Der See zeigen Negator, dass sie emotional und technisch dem Ursprungswerk Old Black entwachsen sind. Nicht zart, doch in gewisser Weise gefühlvoll besingt Nachtgarm hier in literarischer Manier Leiden und Emotionen, ohne ein möglichst böses Image künstlich aufrechterhalten zu wollen. Chapeau für dieses Stück, welches mir live sofort eine Gänsehaut verpasst hat.

Negator – Vnitas Pvritas Existentia
Fazit
Vnitas Pvritas Existentia ist für mich der musikalische Höhepunkt der Band, für die es sich gelohnt hat, neue Pfade zu beschreiten. Weg vom Panzer, durch den Patheon hindurch, thront dieses Werk wirklich in der "Reinheit der bestehenden Einheit" (dies ist die deutsche Übersetzung des Albumtitels). Doch Einheit bringt auch ein wenig Uniformität, sodass hier wenige Songs besonders herausstechen, etwas Kreativität in den einzelnen Tracks wäre noch möglich gewesen. Für mich dennoch ein Album, das es zu hören lohnt und das auch in meiner privaten Playlist für lange Zeit einen festen Platz gefunden hat.

Anspieltipps: Der Ruf Der See, ΧΑῖΡΕ ΦῶΣ (Khaire Phos) und Prophets Of Fire
Shoshannah G.
8.5
Leserwertung1 Bewertung
10
Pro
Contra
8.5
Punkte
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