„This is a Warezone“

Event: Defy Tour

Headliner: Of Mice & Men

Supportbands: Wage War, Sylar

Ort: Batschkapp

Datum: 17.04.018

Kosten: 35,90 € VVK

Genres: Metalcore, Nu Metal, Hardcore, Post-Hardcore

Link:  https://ofmiceandmenofficial.com/events

Of Mice & Men hatten die schwierige Aufgabe sich nach dem Ausstieg von Austin Carlile wieder neu zu finden und zu formatieren. Aaron Pauley, Alan Ashby, Phil Manasalsa und Valentino Arteaga haben mit ihrem neuen Album Defy dabei ein klares Zeichen gesetzt, dass Of Mice & Men noch lange nicht am Ende sind. Die Energie sowie die Hoffnung und der Kampf spiegeln sich in diesem Album wider. In den letzten Wochen brachten die Jungs aus Of Mice & Men diese neue Platte sowie ältere Werke nun auf Tour, unter anderem am 17. April 2018 im Batschkapp in Frankfurt. Und wie das Ganze aussah?

Aufgrund des mehr als sonnigen Wetters ließen sich die meisten Gäste mehr als genug Zeit vor dem Batschkapp beim Essensstand. Gut für alle, die die Sonne genießen wollen und ebenso für alle, die weiter vorne vor der Bühne einen Platz ergattern möchten. Pünktlich um 19:30 Uhr ging es dann aber auch schon mit der ersten Vorband Sylar los. Die Jungs standen schon recht lange auf meiner Bucket Liste und entsprachen zum Glück genau den Erwartungen, auch wenn das Publikum an diesem Abend noch sehr unvertraut mit ihnen wirkte. Die Art des Nu Metals, der hier oben präsentiert wird, erinnert irgendwie ein wenig an Hollywood Undead mit Teilen von Linkin Park und bringt damit fast schon Nostalgie auf, die in dem Moment mehr als nur willkommen ist. Ähnlich wie Cane Hill gelingt es auch Sylar dem Nu Metal ein ganz eigenes Ding zu verpassen, hier in dem Fall ist es vor allem der Rap, welcher eine ganz eindeutige Note in die Songs steckt. Das Publikum scheint dabei nur teilweise angetan – verständlich, sind doch Sylar damit genremäßig leicht außen vor, was das Abendprogramm angeht. Aber sie scheinen zumindest ordentlich Eindruck zu hinterlassen.

Und wenn man schon beim Thema des Eindrucks ist, so ist dies ein recht interessanter Punkt bei der nächsten Supportband Wage War. Das letzte Mal bei einem klasse Auftritt beim Karlsruher Knockdown Festival erlebt, gehört Wage War zu diesen Bands, die im alltäglichen Spotify Trubel zumindest für mich persönlich bisher irgendwie untergegangen sind. Und dies natürlich völlig unbegründet, denn Wage War präsentieren hier einen Metalcore, der nicht nur Power hat, sondern stets auch bemüht ist zu berühren und beim Publikum auch anzukommen. Dieses geht hier nun bereits deutlich mehr ab, als es noch bei Sylar der Fall war. Ob nun Crowdsurfing oder Mosh Pit, das Publikum kommt endlich in Schwung und scheint dem Metalcore von Wage War mehr als nur angetan. Und definitiv dürften Wage War sich nach diesem Abend auf einigen Playlisten mehr bei den Fans einfinden.

Und nach einer etwas länger gezogenen Pause geht es dann auch endlich los mit dem Headliner Of Mice and Men. Die Jungs haben sich, was das Bühnensetting angeht, so einige Mühe gegeben, ein wahres industrial Lichterspektakel zu zaubern, welches nicht nur unglaublich gut die Performance insgesamt unterstützt, sondern auch für eine gewisse Dynamik auf der Bühne sorgt. Denn einer großen Nachteile, die auch bei Of Mice & Men noch immer spürbar sind, ist die Tatsache, dass Aaron Pauley mit Bass und Gesang nicht die Möglichkeit hat, wie wild hin und her zu laufen, wie man es z.B. bei Sylar beobachten durfte. Die Band selbst erscheint somit vor allem zu Beginn etwas statisch. Doch dafür bekommt man auch die Songs, wie sie sein sollten: laut und mit so viel Energie in der Stimme dahinter, dass es selbst die eigentliche Platte alt aussehen lässt.

Viele Slots der Setliste sind tatsächlich dem neuen Album Defy gewidmet und spätestens beim zweiten Song des Abends Warzone gibt es dann für das Publikum kein Halten mehr. Sehr auffallend zeigt sich jedoch auch, dass der Mosh Pit sich hier recht sanft verhält und bei etwas älteren Werken dann doch noch eher eine Schippe drauflegt. Of Mice & Men schaffen es, die Energie den Abend hinweg aufrechtzuerhalten und liefern ein recht facettenreiches Set, das wohl jeden Fan zufriedenstellen sollte. Am Ende kann man den Schweiß förmlich im Raum sehen und insgesamt lässt sich sagen, dass sich hier durchaus ein wahres Energiepackage zusammengeschlossen hat. Wage War und Sylar haben gezeigt, dass sie durchaus wahre Weiterentwicklungspotenziale besitzen und hier wird definitiv in den kommenden Jahren wohl noch eine interessante Entwicklung stattfinden. Of Mice & Men bestätigen derweilen, dass sie noch immer einen klaren und festen Stand als Band haben und sich von nichts und niemandem unterkriegen lassen. Auch hier darf man so wohl in Zukunft noch so einiges erwarten.

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