Pandorium – The Eye Of The Beholder

Der Thrash Metal-Wahnsinn geht weiter

Artist: Pandorium

Herkunft: Minden, Deutschland

Album: The Eye Of The Beholder

Spiellänge: 53:30 Minuten

Genre: Thrash Metal, Progressive Thrash Metal

Release: 23.02.2019

Label: Roll The Bones Records

Link: https://www.facebook.com/PandoriumBand/

Produktion: von Fadil Bajrami und Marvin Hilbig (Mix) und Ole Shibby ‚O‘ Kuhlmann (Mastering)

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarren – Fadil Bajrami
Gitarren und Backgroundgesang – Marvin Hilbig
Bassgitarre und Backgroundgesang – J.B.
Schlagzeug und Percussion – Florian Burkardt

Tracklist:

  1. Single Cause Fallacy
  2. Via Negativa
  3. Maze Of Traits
  4. From Individual To Entirety
  5. Cacophony Of Thoughts
  6. Contradictions
    The Tower
  7. Act 1: Hyperbolical
  8. Act 2: The Essence Of Inner Freedom
  9. Act 3: Infinite Mind

 

Normalerweise sehen wir bei Time For Metal ja immer zu, dass wir unsere Reviews releativ zeitnah um das Releasedatum herum veröffentlichen. Gregor von Roll The Bones Records hatte mir die Scheibe von Pandorium auch – wie bei ihm üblich – überaus pünktlich, nämlich schon im Januar 2019, zugeschickt, und mir fiel auch sofort das sehr schicke Hochglanz-Digipack auf, in dem der Silberling wohlbehütet schlummerte. Dass in dem Textbooklet eben nicht nur die Texte gedruckt sind, sondern auch, wer wann welches Solo spielt, ist sicherlich ebenfalls einer besonderen Erwähnung wert. Was dann mit diesem Päckchen passiert ist, kann ich mir, wenn ich mir das Chaos auf meinem Schreibtisch anschaue, lebhaft vorstellen. Zum ersten Mal wurde ich an mein Versäumnis im Juni erinnert, als nämlich Fadil, der hier bei Pandorium neben der Gitarre auch für den Gesang zuständig ist, als Shredmeister von Garden Of Sinners auf der Bühne stand. Da hatte ich mir dann auch fest vorgenommen, nun endlich mal an dieses Review zu gehen. Über den Rest decke ich mal den Mantel des Schweigens. Wie auch immer, war mein Fehler!

Nun aber zu Pandorium. Die Band gibt es schon was länger, im Jahr 2011 veröffentlichten sie ihr Demo mit dem sehr kreativen Titel DEMOlition. Nachdem dann das Debütalbum The Human Art Of Depression im Jahr 2013 noch im Eigenvertrieb erschien, nahm sich Bret Hard Records im Jahr 2015 dieser Scheibe noch einmal an. Jetzt sind Pandorium also bei Roll The Bones Records, unter deren Fittichen das zweite Album The Eye Of The Beholder bereits am 23.02.2019 auf die Fans und alle, die es noch werden wollen, losgelassen wurde.

Ganz und gar nicht thrashig geht’s mit Single Cause Fallacy los, nur Klavier und Geigen, im Hintergrund wütet ein Gewitter. Aber gleich mit den ersten Takten von Via Negativa wird sofort klar, dass hier absolute Meister an den Saiteninstrumenten werkeln. Dass sich Florian an den Drums auf dem gleichen Level bewegt, bedarf eigentlich keiner Erwähnung, denn anders würde das, was Pandorium da raushauen, nicht funktionieren. Die legen ein Tempo vor, dass ich im Grunde nur auf jedem zweiten Takt headbangen kann! Mit dem Gesang von Fadil habe ich zunächst mal so meine Probleme, ich bin aber auch kein Thrash Metal-Fan. Das, was Fadil und seinen gesanglichen Mitstreitern Marvin und J.B. da in die Mikros bellen, ist aber nicht ungewöhnlich in diesem Genre, also alles gut 😀

In den vielen ewig langen, aber niemals langweiligen Instrumentalpassagen komme ich nicht erst bei From Individual To Entirety – das mit einem kurzen, orientalisch angehauchten und von einer Akustikgitarre untermalten Interlude daherkommt – umhin, das, was die Männer da an ihren Instrumenten veranstalten, zu bewundern. Wenn ich mal Thrash Metal-Bands live erlebt habe, hatte ich oft das Gefühl, dass die Gitarrentöne ineinander übergehen und zu einem einzigen Ton verschwimmen. Aber was insbesondere Fadil aber auch Marvin den Saiten entlocken, ist bemerkenswert. Dass die beiden auch selbst für die Produktion verantwortlich zeichnen, hat sicherlich auch seinen nicht unbeträchtlichen Anteil daran, dass das Ganze mit ordentlich Druck aus den Boxen kommt. Im Geiste sehe ich förmlich die Flitzefinger, wie sie den weißnichtwieviel-Saitern diese geilen Riffs und Soli entlocken, während J.B. die dicken Saiten in extremste Schwingungen versetzt, und wie Florian die Trommelfelle verprügelt, während er die Fußpedale gegen die Basedrum hämmert.

Ab diesem Track Nummer 4 – From Individual To Entirety – kommt dann auch dem Wörtchen „Progressive“ eine etwas größere Bedeutung bei. Es gibt mehr Tempowechsel, das Spiel wird vertrackter, wofür besonders Contradictions steht. Damit können mich Pandorium dann tatsächlich noch auf ihre Seite ziehen. Es wird nicht auf Teufel komm raus endlos drauf los geschreddert, was Pandorium ja auch bei den ersten Tracks des Albums eher nicht tun, die Männer können den Hörer tatsächlich noch richtig fordern und auch immer noch überraschen. So zum Beispiel auch mit dem instrumentalen, sehr ruhigen The Tower – Act 2: The Essence Of Inner Freedom, der so wunderbar nur mit akustischer und elektrischer Gitarre daherkommt. Das Spiel der elektrischen Gitarre ist nicht von dieser Welt, Gänsepelle allüberall!

Zu meinen Anspieltipps gibt es leider nur kurze Trailer, aber den letzten Song des Albums, The Tower – Act 3: Infinite Mind, kann man sich hier ganz geben:

Fazit
Wie schon geschrieben, bin ich eher kein Thrash Metal-Fan. Live gebe ich mir das mal ganz gern, ist ja schon eine Show für sich, aber weder in meiner CD-Sammlung noch auf meiner Festplatte finden sich nennenswert viele Thrash Metal-Songs. Pandorium können allerdings tatsächlich eine Flamme der Begeisterung entfachen, umso mehr bedaure ich es, dass ich diesen Silberling erst jetzt höre und natürlich auch die Releaseshow verpasst habe. Aber ich denke und hoffe, dass die Jungs auch weiterhin live unterwegs sein werden, dann wird man mich ziemlich weit vorn finden 😀 So vergebe ich dann auch tatsächlich gern 9 Punkte.

Anspieltipps: Maze Of Traits, Contradictions, The Tower – Act 2: The Essence Of Inner Freedom
Heike L. 9
Leser Bewertung0 Bewertungen0
9
Punkte

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