Parkway Drive, Killswitch Engage und Thy Art Is Murder am 08.02.2019 live im Palladium in Köln

“Ein perfekter Abend – mit dem Geruch einer perfekten Party”

Eventname: Parkway Drive – Reverence 2019 – EU/UK

HeadlinerParkway Drive

Vorband(s): Killswitch Engage (Co-Headliner), Thy Art Is Murder

Ort: Palladium Köln

Datum: Freitag, 08.02.2019

Kosten: Ausverkauft (VVK ca. 50,00 Euro)

Genre: Metalcore

Setlisten: 

  1. Strength Of the Mind
  2. The End Of Heartache
  3. Beyond The Flames
  4. My Curse
  5. Rose Of Sharyn
  6. Hate By Design
  7. Always
  8. My Last Serenade
  9. The New Awakening
  10. In Due Time

Man kann über die Band Parkway Drive so einiges behaupten, jedoch, dass die ein schlechter Gastgeber ist, auf keinen Fall. Dies möchte ich euch nun in dem Bericht zum Konzert am 08.02.2019 im Kölner Palladium erzählen. Beginnen müsste man eigentlich nicht, wie so üblich am Tag des Geschehens, sondern so im Juli 2018, an dem Tag, an dem über ein soziales Netzwerk der Vorverkauf für das heutige Konzert beworben wurde. Für mich war eigentlich klar, dass, egal ob 50 € oder 150 €, das Konzert darf ich nicht verpassen. So kaufte ich ohne groß darüber nachzudenken ein Ticket für mich. So haben wohl so einige gedacht, denn es dauerte nicht lange, bis der Ausverkauf der Tickets bekannt gegeben werden konnte. Klug konterten die Herren aus dem australischen Byron Bay mit einer Zusatzkonzertverkündung für den Folgetag (den 09.02.2019). So scheint es vielerorts gegangen zu sein, denn nicht nur in Köln, sondern auch in Manchester, Hamburg, Frankfurt, London, Paris und in München ziert ein „Sold Out“ das Poster der Veranstaltung. Umso mehr wird klar, dass Parkway Drive aktuell wohl einer der erfolgreichsten Exportschlager zu sein scheint, den Downunder zu bieten hat – bald auf einer Höhe mit AC/DC, Airbourne und Co.?

Gut dann mal genug vom Vorgeplänkel und hin zum heutigen Event. Wir von Time For Metal sind heute nicht bloß zu zweit vor Ort, sondern zusammengenommen mit den anderen „Verrückten“, die sich uns angeschlossen haben, sind wir mit sieben Mann/Frau im Kölner Palladium eingetroffen. Die Parksituation, die allgemein immer ein wenig angespannt ist ums Palladium, wird heute durch eine Parallelveranstaltung im gegenüberliegenden E-Werk (irgend so ein Karnevalsgedöns), noch weiter verzerrt. Also bleibt vielen nichts anderes übrig, als „wild“ zu parken oder mindestens zwei km zu Fuß zur Veranstaltungshalle zu laufen. Da es heute wettertechnisch jedoch 9,5°C, also für einen Februar relativ warm ist, kann man so was mal über sich ergehen lassen. Wir treffen leider etwas verspätet im Palladium ein und verpassen so die eigentliche Vorband Thy Art Is Murder, die jedoch, berichtet von den Kollegen, ein ordentliches Brett abgeliefert haben muss. Kurz nach dem Eintreffen kommt der der Co-Headliner auf die Bühne – wer bei Killswitch Engage von einer Vorband redet, der scheint nicht wirklich zu wissen, wer da auf der Bühne steht. In der Regel füllen die Herren um Jesse Leach und Adam Dukiewicz alleine schon so eine Halle. Dass Parkway Drive und Killswitch Engage (zumindest indirekt) bereits einiges zusammen gemacht haben, lässt die Wikipedia-Seite von Adam D. vermuten. Denn das Debütalbum Killing With A Smile und das zweite Album der Australier (Horizons) wurde von keinem anderen produziert, als Adam D. persönlich. Ich schweife ab…

Mit Strength Of The Mind beginnt man so, wie bereits bei der eigenen Headliner-Tour 2018. Da das Publikum sehr textsicher ist, ist spätestens beim Resident Evil-Soundtracksong The End Of Heartache das Eis gebrochen und im Publikum ist ordentlich Bewegung drin. Zwar spielen Killswitch Engage heute eine etwas reduzierte Show (es fehlen Songs wie Daylight Dies), doch als Aufwärmer-Akt, kann man sich wirklich sehen lassen. Es wird gemoshed, gepogt und hier und da segeln crowdsurfend vereinzelnde Fans über die Menge der Palladium-Gäste – alles im Rahmen und doch was ist das heute hier für eine absolut geniale Stimmung. Die Textsicherheit beweist sich weiter bei Hate By Design über Always und natürlich My Last Serenade (habe ich da ein paar Gäste „My Last Marmelade“ singen hören? – wir nehmen es mit Humor). Den Abschluss macht In Due Time und so verlassen Killswitch Engage die Meute mit ordentlich Energie und viel Lust auf mehr. Wirklich Besonderes passierte hier jetzt nichts, doch dafür, dass alle beim Co-Headliner bereits aus dem Häuschen gewesen sind, lässt hoffen auf den Auftritt von Parkway Drive.

Mit einer bereits angeschlagenen Stimme und einer ordentlichen Ladung Durst treibt es uns (und gefühlt 30% der Gäste) zur Bar im Vorraum des Palladiums. Für 2,90 € gibt es hier Bier, Kölsch, Fassbrause und allerlei alkoholfreie Getränke. Dazu schaffen wir es auch, mal kurz am Merchandise Stand einen Blick zu riskieren. 25 € für ein Shirt sind okay und nicht geschmacklos überteuert, doch wenn man mal in meinen Kleiderschrank schaut, dann weiß man, dass die anderen Shirts erst mal getragen werden müssen, bevor da noch eines hinzukommen kann.

Mit etwas mehr als 20 Minuten Umbaupause wird es wieder dunkel in der Halle. Ein lauter Knall, ein wenig Pyrotechnik auf der Bühne und eine Band, die mit Bodyguards und vier Fackeln von hinten durch die Menge eskortiert wird, macht klar, Parkway Drive wissen von Beginn an, wie man Fannähe zelebriert und zeitgleich zeigt, dass man versteht, wie eine Show einzuleiten ist. Den Beginn macht die Singleauskopplung Wishing Wells vom aktuellen Album Reverence. Im Hintergrund des Bühnenbildes befindet sich entgegen der letzten Tour nicht das „drehende Schlagzeug“, sondern fünf Lifte, auf denen die Band im Nebel Platz findet, um erst minimalistisch, mit fast schon heroischem Selbstbewusstsein, das Konzert einzuleiten. Wer meinte, dass die Gäste des Abends bei Killswitch Engage textsicher waren, der hat nicht mitbekommen, wie laut es vorne vor der Bühne ist. Hier heizt nicht die wirklich perfekt abgemischte PA-Anlage alles ein, sondern die ausverkaufte Halle, die so laut mitsingt, dass man ebenbürtig mit dem elektronisch verstärkten Sound zu sein scheint.

Weiter geht es mit Prey, Carrion, Vice Grip und Karma, sodass einige bereits verschwitzt, und ohne Kräfte die Halle verlassen, um sich an der Bar eine Erfrischung zu gönnen. Wer heute hier ist, um in einem Moshpit seine Energie loszuwerden, der hat die Qual der Wahl, denn nicht nur zentral vor der Bühne, sondern auch mal links, mal rechts mal überall zerreißt die Energie der Musik die Menge für ein „Tänzchen“. Auch wenn man jetzt meinen könnte, dass es gefährlich wäre ein Konzert von Parkway Drive zu besuchen, den kann ich beruhigen, denn wie in der Szene üblich, agiert die Menge immer in einer fast perfekten Symbiose. Wenn mal einer fällt, sind gleich zehn Hände da, um ihm wieder aufzuhelfen. Selbst wenn durch einen Crowdsurfer mal die Brille von der Nase fällt, habe ich direkt vier bis fünf Handytaschenlampen am Boden, die nach dem Nasenfahrrad suchen – mir selbst passiert – das liebe ich an der Szene.

Da spreche ich gerade noch aus, dass heute irgendwie wenig Pyrotechnik verwendet wird, da bricht bei The Void die Hölle auf der Bühne aus. Von Flammen, die aus dem Boden, den Wänden und der Decke kommen bis hin zu Funkenregen, die perfekt zum Musikvideo von The Void passen, wird so ziemlich alles geboten.

Ein wenig reduzierter wird Writings On The Wall, denn hier und bei Shadow Boxing begleiten vier Damen mit Streichinstrumenten die Australier und als zum instrumentalen Ende von Chronos die Bühne dunkel bleibt, vermutet noch niemand, dass Sänger Winston McCall komplett von der Bühne verschwindet, um dann, gemeinsam mit der Cellospielerin beim FOH wieder aufzutauchen, um von hier aus The Colour Of Leaving, das wohl ruhigste Lied des Abends zu performen. Als sich die gesamte Halle hinsetzt, um den Song zu lauschen, geschieht das, was wir mindestens zwanzig Mal erleben durften – Gänsehaut über den gesamten Körper.

Es wird wieder dunkel und mit lauten Parkway Drive rufen wird die Band zur Zugabe gebeten. Als die Dunkelheit, durch das Logo der Band, welches auf die Bühne projiziert wird, erhellt wird, erscheint auch Sänger McCall wieder auf den Brettern – diesmal oben ohne – um das Bühnenbild mit einem Molotov-Cocktail (natürlich nur Requisite) niederzubrennen und so Crushed einzuleiten. Was für ein genialer Übergang zur Zugabe und da Bottom Feeder als Rausschmeißer agieren darf, ist es nicht verwunderlich, dass gefühlt 30% der Gäste durch Crowdsurfen die Halle verlassen wollen. Mit einem ordentlichen Knall und einem Banner mit dem Logo des aktuellen Albums Reverence schließen Parkway Drive die Halle dann ab – wir sind beeindruckt.

So nach jetzt mehr als 1.200 Worten ein hoffentlich kurzes Fazit meinerseits. Ich habe im Palladium schon einige Bands gesehen, doch der Sound war noch nie so klar und gut wie heute. Sowohl Killswitch Engage als auch Parkway Drive haben alles gegeben und haben vom Publikum als Dank einen ca. 2 ½ Stunden langen singenden Moshpit erhalten. Für mich persönlich war dies heute das Konzert des Jahres. Zu Hause wieder angekommen rochen die Klamotten nach einer Mischung aus Schweiß und einer klebrigen Bierzeltgarnitur nach zwei Wochen Oktoberfest – für mich unverkennbar der Geruch nach einer perfekten „Party“.

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