Artist: Ravager
Herkunft: Deutschland
Album: From Us With Hate
Spiellänge: 44:44 Minuten
Genre: Thrash Metal
Release: 19.09.2025
Label: Iron Shield Records
Link: https://www.facebook.com/ravagerthrash
Bandmitglieder:
Gesang – Philip Herbst
Gitarre – Marcel Lehr
Gitarre – Dario Rosenberg
Bassgitarre – Justus Mahler
Schlagzeug – André Sawade
Tracklist:
1. Freaks Out Of Control
2. Alone We Won`t Survive
3. Curse The Living, Hail The Dead
4. Aggressive Music For Aggressive People
5. Speed Trap
6. From Us With Hate
7. Time Has Come (To End All Wars)
8. Legends Of The Lightning
9. Defender
10. Bonded By blood (Exodus Cover)
Was haben der Hörgeräte-Hersteller Martin Kind, eine Million Vögel und die Band Ravager gemeinsam? Sie stammen aus Walsrode. So, wieder was gelernt. Die Band wurde im Jahre 2014 gegründet und spielt seit zehn Jahren in dieser Konstellation zusammen, hat man ja auch nicht so oft. Aber dieses hat zur Folge, dass man ein blindes Verständnis füreinander hat, und das ist hörbar, denn die Burschen haben sich meines Erachtens von Album zu Album gesteigert. Mittlerweile hat man eine EP und drei Alben draußen, wobei das letzte Album namens The Third Attack im Jahre 2021 erschienen ist. Es wird also Zeit für neues Material. Irgendwie haben sie noch nicht den Status in der Thrash-Metal-Legion Deutschland, wie sie es verdient haben. Wahrscheinlich muss man mehr live spielen, ich weiß es nicht. Vielleicht bringt sie ja dieses Album an die Spitze. Zumindest haben sie es in den Film Total Thrash geschafft.
Gleich der Opener Freaks Out Of Control verkörpert das, was die Band im Grunde ausmacht. Es geht nicht um Perfektion oder Innovation, sondern einfach nur um Spaß an der Musik, welche man selber am liebsten konsumiert. Diesen Spaß versucht man dann, in ein geiles Soundkonstrukt zu verpacken und dieser Versuch ist Gold wert, denn der Opener geht runter wie Öl. Ravager in Bestform, definitiv, gar keine Frage. Langsam startet man das Rennen. Die Gitarren zippeln vorweg und leiten den Untergang ein. Kleine Soli hinzu und nach ca. 100 Sekunden geht dann der Spaß so richtig los, aber auch schon die Einleitung macht Laune. Das Midtempo wird schnell zur Seite geschoben und man holt ein feines Riff heraus und agiert im Uptempo. Die screamigen Vocals werden mit dunkleren kombiniert. Macht einfach Spaß – Tempo raus, aber trotzdem treiben lassen. So ist richtig. Der Refrainpart, den man natürlich mitgrölen kann, kommt dann im langsamen Bereich daher. Sehr schön. Im Midtempo treibt man dann weiter sein Unwesen und wechselt ein wenig hin und her. Das hat alles Hand und Fuß. Der Refrainpart wird am Ende noch einmal wiederholt, etwas schneller und mit einem „ You will never be one of us“ endet das thrashige Vergnügen.
Das fängt doch schon einmal gut an und so geht es auch durchweg weiter. Alone We Won’t Survive kommt mit markantem Riffing daher. Bleibt sofort hängen. Schön straight. Nach einem Break zocken die Gitarren vor, bevor man dann wieder die Thrash-Keule herausholt. Ja, das macht Laune. Im Midtempobereich grooven sie sich dann einen Wolf, um dann wieder Gummi zu geben. Das Riffing ist ziemlich ausgetüftelt und geil und die Drums sind nur treibend, auch wenn sie vom Pedal ein wenig heruntergehen. Sehr interessant und sehr geil, und auch das Solo kann sich mehr als hören lassen, auch wenn es recht kurz ums Eck kommt. Und so wechselt man zwischen Mid- und Uptempo hin und her und zaubert dem Zuhörer einfach nur ein Lächeln ins Gesicht. Tempo- und Rhythmuswechsel passen und schocken.
Curse The Living, Hail The Dead ist definitiv ein Highlight des Albums und muss sich absolut nicht hinter den Szenegrößen verstecken. Schon der Anfang mit diesem melodischen Riff und den einzelnen Drumschlägen ist fett. Im Uptempo, aber nicht übertrieben, jagt man durch den Song und hat dann einen absolut fetten Refrainpart am Start. Alle können Curse The Living, Hail The Dead mitschreien und auch der weitere Verlauf inklusive Solo ist absolut brillant. Da haben sie mal richtig einen rausgehauen. Die anderen Songs sind auch wirklich geil, aber hier stimmt irgendwie alles. Ein reines Thrash-Fest, vor allem, wenn man von der Bay Area Küste kommt bzw. musikalisch dort geprägt wurde. Das Ding wird live so was von funktionieren und abgehen, da bin ich mir sicher. Auch hier funktioniert der Tempowechsel sehr geil. Diese Gangshout-artigen Mehrstimmen gehen absolut gut ins Ohr. Brett hoch zehn!
Der Namensgeber des Albums, From Us With Hate, legt dann eher ungewöhnlich melodisch los, macht aber so was von gute Laune. Die Gitarre spielt alleine. Dann wird vorgespielt und ein treibender Part erfolgt. Es erklingen des Öfteren die Wörter „We Hate“. So bewegt man sich im Midtempo, mal langsamer und mal schneller, und wiederholt diese Einheit. Der Kopf des Reviewers geht automatisch rauf und runter, und so soll es ja auch sein. Natürlich darf auch hier der Refrainpart nicht fehlen. Dieser wird tempomäßig variiert. Danach folgt ein fettes Solo und dann wieder ein Part mit Gangshouts und erneut ein Solo. Dieses wird ziemlich lange vorgetragen, aber dabei variiert man das Tempo. Der Refrainpart wird erneut wiederholt und dann ist Feierabend. Auch dieser Song wird live für reichlich Action vor der Bühne sorgen und mitschreien kann man ihn auch gut.
So geht es immer weiter und weiter. Dabei mögen sie es heiß, mal im Midtempo, aber auch in schnelleren Regionen fühlen sie sich zu Hause, wie der Song Speed Trap beweist. In knappen 150 Sekunden geht es wirklich speedy zur Sache. Fett.
Die Mischung aus Bay-Area und Teutonen-Thrash klingt verdammt geil und wird hoffentlich ihren Status in der Szene ein Stück weiter nach oben treiben.
Am Ende gibt es den Klassiker schlechthin von Exodus. Bonded By Blood. Natürlich kommt man an das Original nicht heran, aber sie machen ihre Sache wirklich gut. Live wird das funzen, da bin ich mir sicher.




