Raven – Metal City

Altmeister der NWoBHM überraschen positiv

Artist: Raven

Herkunft: Newcastle, England

Album: Metal City

Spiellänge: 38:52 Minuten

Genre: Heavy Metal, NWoBHM, Speed Metal, Hard Rock

Release: 18.09.2020

Label: Steamhammer / SPV

Links: https://ravenlunatics.com/
https://de-de.facebook.com/ravenbandofficial/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – John Gallagher
Gitarre – Mark Gallagher
Schlagzeug – Mike Heller

Tracklist:

  1. The Power
  2. Top Of The Mountain
  3. Human Race
  4. Metal City
  5. Battlescarred
  6. Cybertron
  7. Motorheadin
  8. Not So Easy
  9. Break
  10. When Worlds Collide

Die alten Raben aus dem Nordosten Englands, die jedoch seit vielen Jahren in New York zu Hause sind, fliegen tatsächlich mit einem neuen Langeisen um die Ecke. 1974(!) gegründet, sind die Brüder Gallagher (nicht zu verwechseln mit den beiden Brüdern von Oasis) so etwas wie Urväter der NWoBHM und waren Anfang der 80er-Jahre eine echte Hausnummer. Bei einer Tour durch die USA waren die beiden Support Bands Metallica und Anthrax, die zu dem Zeitpunkt noch relativ unbekannt waren. Rock Until You Drop war 1981 das Debütwerk, Wiped Out ein Jahr später wohl das bekannteste Langeisen, und All For One (1983) gehört ebenfalls zu dieser Reihe. 13 Studiowerke gab es bisher, zuletzt 2015 ExtermiNation. Der eigentliche Drummer Joe Hasselvander ist gesundheitlich angeschlagen und ob er nochmals die Felle verdreschen wird, wird die Zeit zeigen. So ist Mike Heller an den Drums beim neuen Langeisen zu hören. Der Titel Metal City ist laut eigenen Angaben eine Reminiszenz an ihren Heimatort, Newcastle ist demnach also eine Metal City.

The Power heißt der Opener und der ist schon ein netter Dosenöffner. Da kommt recht kräftiger und schneller Metal aus den Boxen und John klingt stimmlich überraschend gut, auch gerade bei den Höhenlagen. Die Drums fetzen ebenfalls recht gut und geben dem Track eine gewisse Dynamik, guter Start der alten Raben mit Old School Metal. Top Of The Mountain knüpft an seinen Vorgänger an, Speed Metal mit einem Refrain zum Mitgrölen sowie einiges an interessanter Gitarrenarbeit, das Ding könnte live recht gut kommen. Human Race bekommt durch die Drums einen recht frischen Anstrich und das Teil ist dann und wann mal etwas thrashig, bietet aber auch schöne Old School Riffs, der Titeltrack geht etwas mehr zum melodischen Hardrock. Battlescarred kommt derart NWoBHM um die Ecke, dass man denken könnte, das Teil wäre aus den 80ern, sehr coole Nummer, welche ich ebenfalls gerne mal live sehen würde. Cybertron ist solider True Metal, zwei Gitarren, Schlagzeug, Gesang und los geht’s. Wie es sich für Metal der 80er gehört, ist auch ein vernünftiges Gitarrensolo dabei. Motorheadin startet erst mal mit einem Drumsolo, bevor die Gitarren dazukommen –  er gibt kräftig Gummi und könnte wohl der schnellste Track auf dem Langeisen sein. Not So Easy kommt dagegen als typischer 80er-Jahre Metal mit energischer Gitarrenarbeit und rundem Refrain daher. Break knüpft an seinen Vorgänger an, der Refrain ist aber etwas kantiger, bevor When Worlds Collide den Hörer aus dem Langeisen begleitet. Mit mehr als sechs Minuten der Longplayer auf dem Langeisen gibt es zum guten Schluss einen Richtungswechsel. Das Tempo wird deutlich reduziert und das Ding schleppt sich etwas mühselig vorwärts. Die Gitarrenarbeit wertet den Song auf, ansonsten wohl der passende Rausschmeißer, der mich jedoch weniger überzeugt.

Raven – Metal City
Fazit
Raven überraschen mich positiv. Ein gut hörbares Old School Metal Album in einem frisch gebügelten Outfit. Gerade auch der Gesang von John wirkt nahezu „refreshed“. Keine Ahnung, was er gemacht hat, damit seine Stimme fast so klingt wie vor ca. 40 Jahren. Bei Raven erwartet man keine Innovation oder große Veränderungen, das Trio liefert die Trademarks, für die man seit mehr 40 Jahren steht. Bis auf den letzten Track fast durchgängig ordentlich Gummi auf der Rille, geht es mit den typischen Merkmalen des 80er-Jahre Metal geradeaus. Anhänger in Richtung NWoBHM bzw. True Metal sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: The Power, Battlescarred und Not So Easy
Jürgen F.
7.5
Leser Bewertung1 Bewertung
8.5
7.5
Punkte
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