Rising Steel – Legion Of The Grave

Tony Steel und Steff Leadmaster bedienen die Klischees der 80er

Artist: Rising Steel

Herkunft: Grenoble, Frankreich

Album: Legion Of The Grave

Genre: Heavy Metal, NWoBHM

Spiellänge: 43:41 Minuten

Release: 29.08.2025

Label: Frontiers Music Srl.

Link: https://www.frontiers.it

Bandmitglieder:

Gesang – Emmanuelson
Schlagzeug – Steel Zard
Gitarre – Steff Leadmaster
Gitarre – Tony Steel
Bass – Stone Warrior

Tracklist:

  1. Betrayer
  2. King Of The Universe
  3. Black Martin
  4. Legion Of The Grave
  5. Nightmare
  6. Venomous
  7. Messiah Of Death
  8. Dead Mind
  9. Trapped In A Soul’s Garden
  10. Night Vision

Das italienische Label Frontiers steht nicht unbedingt für klassischen Metal. Bei der monatlichen Release-Flut aus Italien ist gelegentlich ein Album dabei, das nicht zum vorherrschenden melodischen Rocksound passt. Die Franzosen von Rising Steel legen bereits das dritte Album bei den italienischen Melodiespezialisten auf und dürften zu den Exoten im Label-Rooster gehören.

Bereits die Künstlernamen lassen die Augenbrauen nach oben zucken. Tony Steel an der Gitarre und Steel Zard am Schlagzeug. Ist die Musik genauso klischeehaft wie die Künstlernamen?

Der Auftakt nennt sich Betrayer und scheppert genauso aus den Boxen, wie die Künstlernamen es vermuten lassen. Geradlinig und schnörkellos frönen Rising Steel der Musik aus den 80ern. Das ist grundsätzlich kein Problem, wäre Steff Leadmaster etwas einfallsreicher an den Saiten. So obliegt bei Sänger Emmanuelson die Hauptarbeit, die in den hohen Tönen durchaus überzeugen kann. King Of The Universe legt den Galopp der NWoBHM ein, der schwarze Martin startet balladesk, knarrt aber anschließend durchaus gefällig aus den Boxen, ohne das ganz große Ausrufezeichen zu setzen.

Etwas mehr Esprit versprüht der Titeltrack Legion Of The Grave, der als echter Headbanger rüberkommt. Die Saitenarbeit könnte etwas prägnanter sein und der Ansatz von gutturalem Gesang wirkt deplatziert. Trotzdem hebt sich das mit mehr Mut vorgetragene Stück vom großen Ganzen positiv ab.

Nightmare knüpft an den Style des Titeltracks an, auch Venomous tönt ähnlich aus den Boxen. Der Ansatz bei Venomous ist grundsätzlich in Ordnung, wo beim Chorus jedoch der Höhepunkt erwartet wird, bricht der Song ab und geht ins Midtempo. Die weiteren Nummern wie Messiah Of Death, Dead Mind oder Trapped In A Soul’s Garden frönen dem Stahl und den Vorbildern der 80er, jedoch mit dem Manko, dass Rising Steel nicht über die Qualität von zum Beispiel Judas Priest verfügen. Der Schlusspunkt nennt sich Night Vision, der im Galopp noch mal aufhorchen lässt und ein wenig Speed in die metallische Darbietung streut.

Rising Steel – Legion Of The Grave
Fazit
Rising Steel machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Es geht darum, den Heroen aus den 80ern zu huldigen. Das ist nicht verwerflich. Es gibt gerade im klassischen Metal nur wenige Bands, die an Judas Priest oder Iron Maiden vorbeikommen. Die Nummern an sich sind okay, aber wenig spektakulär. Die Melodieführung kann an der einen oder anderen Ecke Akzente setzen und auch der Gesang von Emmanuelson ist im grünen Bereich. Dagegen steht die oftmals eher wenig prägnante Saitenarbeit.

Die Stücke laufen runter und nach circa 45 Minuten bleibt wenig im Ohr, woran sich das metallische Herz noch erinnert. Legion Of The Grave ist grundsätzlich kein schlechtes Album, das aber an vielen Stellen etwas einfallslos wirkt. Gerade der speedige Abschluss Night Vision zeigt, dass für Rising Steel mit etwas mehr Mut zu variantenreicherem Schwermetall mehr möglich gewesen wäre. Schade.

Anspieltipps: Black Martin, Legion Of The Grave und Night Vision
Franziska W.
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