Sergeant Steel – Truck Tales

Schlüpfrige Texte auf festem Untergrund. Lust und Liebe meets Hard Rock, aber reicht das?

Artist: Sergeant Steel

Herkunft: Österreich

Album: Truck Tales

Spiellänge: 41:47 Minuten

Genre: Hard Rock, Rock

Release: 22.01.2021

Label: Boyz Tyme Records

Link: https://www.sergeant-steel.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Phil Vanderkill
Gitarre und Gesang – Jack Power
Gitarre und Gesang – Chuck Boom
Tasteninstrumente – Ben Bateman
Bassgitarre – Ronny Roxx
Schlagzeug – Cøsy Cøxx

Tracklist:

  1. Fight Fire With Fire
  2. Backseat Lover
  3. Dance Into The Light
  4. Brotherhood
  5. Voodoo Queen
  6. Body Language
  7. Pain In My Ass
  8. Hunter
  9. The Time Will Come
  10. Nightmare

Aus Österreich kommt das Sextett Sergeant Steel und bringt sein bereits viertes Langeisen mit. Die insgesamt zehn Stücke darf man getrost dem Hard Rock zuordnen, wobei eine gehörige Prise 80er zugemischt wird. Das Klischee wird auch noch bedient und so sind die Songs durchweg mit einer anständigen Portion Zweideutigkeit und Schlüpfrigkeit versehen. Sex Sells heißt es, aber kann das auch bei dieser Scheibe punkten? Wir werden sehen.

Fight Fire With Fire lässt zunächst eine Assoziation an Metallica aufkommen, aber hier hat glücklicherweise nur der Titel etwas Gemeinsames. Die Erwartungshaltung ist trotzdem entsprechend hoch und zum Glück beginnen die Jungs nicht mit einem Coversong. Der Track ist ein ordentlicher Rocker, der ohne Weiteres als gut bewertet werden darf. Zwar erinnert der Anfang leicht an Foreigner und auch der Gesang von Phil Vanderbill lässt das zunächst vermuten, doch es entwickelt sich dann zu einem groovenden Song, der eine gewisse Hoffnung erweckt. Diese Erwartungshaltung wird dann im kommenden Backseat Lover etwas gedämpft. Das leicht lasziv und mit Glam Rock Attitüden spielende Stück muss sich Abstriche gefallen lassen. Der Chorus im Refrain kann nicht überzeugen. Vielleicht sind da andere Qualitäten auf dem Rücksitz gefragt? Im dritten Stück Dance Into The Light wird es etwas ruhiger. Die akustische Gitarre und der Gesang erinnern zunächst an einen Country Song, allerdings gibt sich das recht schnell und Klavier und Rhythmus lassen es noch rechtzeitig in einen Rock ’n‘ Roll-ähnlichen Track übergehen. Die Produktion ist bisher als gut zu bezeichnen, zeichnet doch für die meisten Stücke Michael Wagener, der in Nashville Tennessee für viele Größen die Regler bedient, verantwortlich. Ich tue mich noch immer etwas schwer, denn so gänzlich können mich die Österreicher noch nicht überzeugen. Hier wird ordentliches Handwerk geliefert, aber noch nichts, was aus der Menge der ähnlich agierenden Bands herausragt.

Mal schauen, wie es weitergeht. Brotherhood beginnt mit mehrstimmigem Gesang und einer einsamen Akustikgitarre. So wird das Stück zu einer Ballade und weist an der einen oder anderen Stelle leichte Herzschmerz Attitüden auf. Ähnlich gelagert ist The Time Will Come, das zu einem späteren Zeitpunkt den Zuhörer einfangen soll, und das gefällt mir wesentlich besser als Brotherhood. Voodoo Queen kann mit einem schmissigen Rhythmus und scharfen Gitarren punkten. Das ist schon eher nach meinem Geschmack. Auch Body Language kann sich hören lassen. Guter Rock Song, der den Fuß wippen lässt. Pain In My Ass könnte, bei den manchmal unterschwellig herauszuhörenden Anspielungen, an eine Spielart der besonderen Weise erinnern. Ansonsten eher mäßig, verursacht aber keinen Schmerz im besungenen Körperteil. Akustische Gitarre, ein nicht langweiliger Refrain und bis auf das Gitarrensolo zum Ende hin durchschnittlich. Das sich anschließende, mit funkigen Einlagen versetzte Hunter gefällt so gar nicht und passt auch irgendwie nicht richtig hier rein. Als letzter Song kommt ein Nightmare daher. Zum Glück ist es kein Albtraum, sondern der Track überrascht positiv und ist ein toller Abschluss. Gute Melodie, ein ansprechender Refrain und ein Track, der das Album gut beendet. Davon ein paar mehr, und Sergeant Steel könnten bei mir öfters laufen.

Sergeant Steel – Truck Tales
Fazit
Für mich ein nicht ganz überzeugendes Werk der Österreicher. Gute Ansätze in den rockigeren Stücken lassen zumindest das Gesamtbild nicht ganz so schlecht aussehen. Leider sind auch ein paar Songs dabei, die beim zweiten und dritten Anhören einfach nur der Skip-Taste zugutekommen. Somit kann ich die Alpenrocker nicht ohne Wenn und Aber empfehlen. Am besten mal selbst reinhören und sich ein eigenes Urteil bilden. Gute Ansätze sind da, und vielleicht ist der Norden von Deutschland mit der österreichischen Interpretation von Hard Rock nicht so vertraut.

Anspieltipps: Fight Fire With Fire, Voodoo Queen, The Time Will Come und Nightmare
Kay L.
7.2
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