SikTh – Death Of A Dead Day

“Der Wahnsinn hat (keine) Methode“

Artist: SikTh

Herkunft: London, England

Album: Death Of A Dead Day

Spiellänge: 53:52 Minuten / 69:06 Minuten inkl. Bonustracks

Genre: Progressive Metal, Experimental, Djent

Release: 30.09.2016

Label: Peaceville Records

Link: https://www.facebook.com/SikThofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Mikee W Goodmann
Gesang – Joe Rosser
Gitarre – Dan Weller
Gitarre – Graham Pinney
Bassgitarre – James Leach
Schlagzeug – Dan „Loord“ Foord

Tracklist:

  1. Bland Street Bloom
  2. Flogging The Horses
  3. Way Beyond The Fond Old River
  4. Summer Rain
  5. In This Light
  6. Sanguine Seas Of Bigotry
  7. Mermaid Slur
  8. When The Moment’s Gone
  9. Part Of The Friction
  10. Where Do We Fall?
  11. Another Sinking Ship
  12. As The Earth Spins Round
  13. Flogging The Horses (Demo) (Bonustrack)
  14. Part Of The Friction (Demo) (Bonustrack)
  15. Where Do We Fall? (Demo) (Bonustrack)

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Die Band SikTh wurde im Jahr 2001 gegründet und gilt neben der Band Meshuggah als eine der Mitbegründer des Genres Djent. Bis zu ihrer kreativen Auszeit ab dem Jahr 2007 wurden drei EPs und zwei Alben veröffentlicht. Das letzte Album war Death Of A Dead Day, das damals innerhalb von sechs Wochen in Miami eingespielt wurde. Im Januar dieses Jahres gab es mit der EP Opacities mit sechs neuen Tracks ein Lebenszeichen von SikTh. Nun entschied man sich also zehn Jahre nach dem ursprünglichen Release, Death Of A Dead Day noch einmal zu veröffentlichen. Mit auf die CD gepackt hat man drei Bonustracks, allesamt Demoversionen von regulären Albumtracks. Erschienen ist dieses Re-Release über Peaceville Records bereits am 30.09.2016.

Die EP Opacities konnte ja im Januar glatte 8,5 Punkte von mir einheimsen, und schon damals hatte ich geschrieben, dass die Songs von SikTh außerordentlich komplex und technisch höchst anspruchsvoll sind. Da hat sich also in den knapp zehn Jahren, die zwischen den beiden Scheiben liegen, nicht allzu viel geändert. Auf Death Of A Dead Day wird das Ganze aber noch krasser, damals haben die Jungs wahrscheinlich alles ausprobiert, was ihnen so in den Sinn kam. Ich habe ja schon mit der bis zum Exzess betriebenen Polyrhythmik von Periphery, die ja nur kurz nach SikTh ihre Geburtsstunde hatten, meine Probleme, aber was SikTh da zusammenschreddern, lässt mein Hirn schon beim zweiten Track anschwellen und von innen gegen die Schädeldecke drücken. SikTh machen gnadenlos weiter, mit irren Gitarren- und Bassläufen, wahnsinnigem Drumming und zwei Sängern, die sich überwiegend die Lunge aus dem Leib brüllen, dann wieder klingen wie Jonathan Davis (Korn) und tatsächlich auch mal so was wie Klargesang liefern können. Das alles hat aber überhaupt kein System, zumindest kein für mich erkennbares, sondern klingt für mich tatsächlich wie The Dillinger Escape Plan auf Droge. Dagegen könnte selbst Periphery auf einem Kuschelrock-Album vertreten sein.

Aber nach Summer Rain haben sich die Jungs aber wohl erst mal ausgetobt, und SikTh konnten schon damals auch ganz anders. So kann man In This Light, im Verhältnis zu den anderen Tracks, fast schon als Ballade mit schönem Klargesang bezeichnen. Das Gleiche gilt für das später noch folgende Where Do We Fall?. Auch Sanguine Seas Of Bigotry ist trotz der nach wie vor wieder auflebenden Härte und Aggressivität dann schon fast als eingängig zu bezeichnen. Bei dem kurzen Interlude Mermaid Slur gibt es dann eine böse klingende Stimme auf die Ohren. Das haben SikTh auch auf ihrer EP Opacities beibehalten, dort heißt der Track Tokyo Lights, aber hier wie da verstehe ich den tieferen Sinn nicht.

Nach diesem Interlude nehmen SikTh zwar das Tempo, nicht aber die Abgefahrenheit raus. Man kann sich auch in etwas langsamer gehaltenen Tracks wie When The Moment’s Gone oder Part Of The Friction richtig austoben und verausgaben und dann nahtlos in fast schon als melodisch zu bezeichnende Parts wechseln. Mit Another Sinking Ship und dem letzten Track As The Earth Spins Round treiben SikTh ihre Experimentierfreude und auch die Polyrhythmik dann allerdings wieder auf die Spitze, und wie die Instrumentalfraktion dieses Höllentempo durchgehalten hat, werde ich wohl nie verstehen.

Die drei Demoversionen, die man als Bonustracks noch mit draufgepackt hat, warten mit einigen Spielereien auf, die es dann wohl in die finalen Versionen der Songs nicht geschafft haben. Oder vielleicht auch doch, mein Hirn ist mittlerweile pulverisiert und nicht mehr aufnahmefähig.

Wenn Ihr Euch gleich mal die volle Packung geben wollt, könnt Ihr das mit dem Video zu Bland Street Bloom tun:

Fazit: Puh, ich versuche mal, das jetzt so objektiv wie möglich zu schreiben: Zunächst mal muss man natürlich bedenken, dass das Album ursprünglich ja schon vor zehn Jahren veröffentlicht wurde, für damalige Verhältnisse also wohl fast schon eine Revolution war. Und wenn man wirklich rein vom technischen Können und auch von der Fantasie, die wohl beim Songwriting sehr ausgeprägt war, ausgeht, haben SikTh hier natürlich so etwas wie ein Meisterwerk abgeliefert, das sicherlich als eines der Wegbereiter des Genres bezeichnet werden darf. Dafür gibt es dann auch die Bewertung. Aber obwohl es bei mir auch gern hart, aggressiv und mit Screams und Growls durchsetzt zugehen darf, ist mir das zu abgefahren. Das erinnert mich irgendwie an diese ganzen modernen Kunstwerke, bei denen ich mich immer frage, was mir der Künstler damit sagen will. Ist sicherlich alles Geschmacks- und Interpretationssache, und wer es gern noch krasser als bei Periphery hat, kann hier gern zugreifen.

Anspieltipps: In This Light, Part Of The Friction und As The Earth Spins Round
Heike L.
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