Sirenia – Riddles, Ruins & Revelations

Statt Symphonic Metal mainstream-orientierter Gothic Rock

Artist: Sirenia

Herkunft: Norwegen

Album: Riddles, Ruins & Revelations

Spiellänge: 52:23 Minuten

Genre: Symphonic Metal

Release: 12.02.2021

Label: Napalm Records

Link: http://sirenia.no/

Bandmitglieder:

Gesang – Emmanuelle Zoldan
Gitarre – Nils Courbaron
Gitarre, Bass, Gesang, Keyboard, Programming – Morten Veland
Schlagzeug – Michael Brush

Tracklist:

  1. Addiction No. 1
  2. Towards An Early Grave
  3. Into Infinity
  4. Passing Seasons
  5. We Come To Ruins
  6. Downwards Spiral
  7. Beneath The Midnight Sun
  8. The Timeless Waning
  9. December Snow
  10. This Curse Of Mine
  11. Voyage Voyage

Die Urgesteine im Symphonic Metal legen jetzt ihr zehntes Album vor. Diesmal nicht mit neuem Personal. Seit 2016 setzt Mastermind, Bandkopf, Multiinstrumentalist, Komponist, Songwriter und Produzent Morten Veland auf die französische Sängerin Emmanuelle Zoldan. Seit dem letzten Album 2018 sind auch die beiden übrigen Plätze konstant. Der britische Drummer Michael Brush und der französische Gitarrist Nils Courbaron komplettieren diese multinationale Truppe mit norwegischem Kopf. Dort bei Morten Veland in Stavanger wurde der Großteil von Riddles, Ruins & Revelations in den Audio Avenue Studios aufgenommen und auch in kompletter Eigenregie von ihm gemixt und gemastert.

Sirenia 2020 (Foto-credit Richelle-ter-Heege)

Schon beim 2018er-Album Arcane Astral Aeons war ein Wandel in der Musik der Band spürbar. Dieser Wandel wird auch auf dem neuen Album weiter vorangetrieben. Alle elf Stücke addieren sich zu einem geschlossenen Sound-Kunstwerk, bei dem die Mezzo-Soprano-Stimme von Sängerin Emmanuelle Zoldan immer im Mittelpunkt steht. Ihre Texte befassen sich wieder mit Tod, Leid und menschlichen Abgründen. Das Genre des Symphonic Metals schon länger verlassend, ist diese neue Scheibe maximal noch ein mainstream-orientierter Gothic Rock. Das deutet die Band in ihrem Pressetext auch schon selbst an: „Bereits mit dem eröffnenden Addiction No. 1 liefert die hauptsächlich in Norwegen ansässige Einheit einen absoluten Ohrwurm, der besonders bei Anhängern von Bands wie Beyond The Black oder Amaranthe auf Gegenliebe stoßen wird.“

Aber es gibt auch Höhepunkte auf dem poplastigen Album. We Come To Ruins ist einer. Hier gibt es eine Reihe Tempowechsel und Härtekontraste. Im darauf folgenden Downwards Spiral gibt es ein schönes basslastiges Intro, bevor der sopranlastige Gesang wieder einsetzt. Ein wenig später dann ein Duett. Joakim Næss ist mit seinem Gesang bereits seit 2013 auf den Alben als Gast zu hören und ist auch diesmal mit von der Partie. December Snow ist dann wieder ein Beispiel für die Genreaufweichung. Nach einem elektronischen Mittachtziger-Intro setzen metallisch harte Gitarrenriffs ein. Prima gemacht, bis der Gesang einsetzt. Plötzlich ist jegliches Tempo aus dem Song heraus. Erst langsam setzt die Instrumentalisierung wieder ein. Dies ist ein Merkmal, das sich über die gesamte Produktion zieht. Bei Gesang wird die Instrumentierung heruntergenommen oder verebbt ganz, um die Stimme und den Gesang zu betonen. Was allerdings dazwischen passiert, ist teilweise hervorragend. Ein Spiegelbild dessen bei This Curse Of Mine. Basslastiger, schneller Beginn mit einem Drumstop, bis der Gesang einsetzt. Diesmal jedoch verebbt das Tempo nicht ganz. Zwischen den schnellen Gitarrenriffs ist ein Hauch klassischer Folk zu hören. Einige Gesangsparts, einige Drumschläge lassen das Gehirn in einer anderen Schublade suchen. Man hätte das Album hier enden lassen sollen. Es folgt ein Cover des Desireless-Hits Voyage Voyage aus dem Jahr 1986. Diese Disconummer war damals schon „für’n Arsch, für’n Arsch“. Sorry für die Ausdrucksweise. Sirenia holen zwar deutlich mehr aus dem Titel heraus, als man es bei dem Original vermuten könnte, aber bei mir dreht sich immer noch der Magen um, auch wenn der Titel in französisch gesungen wird. Ich kann mein Hirn halt nicht abschalten. Jüngere Generationen werden bestimmt Spaß an diesem Titel haben, bei mir fliegt der Song von der Festplatte. Irgendwo muss der Albumtitel ja her kommen, für mich ist dies die Offenbarung.

Das Album wird in einem CD-Digipac erscheinen. Zusätzlich wird bei einem limitierten Bundle ein Leder-Logo-Wristband beigelegt. Eine Ausgabe in Vinyl ist derzeit nicht geplant. Weiterhin gibt es das Album natürlich im Download und Stream auf den bekannten Plattformen. Vorbestellungen sind bei Napalm Records möglich.

Sirenia – Riddles, Ruins & Revelations
Fazit
Weniger Metal, mehr Gothic-Rock Elemente. Instrumentalisierung wird wenig, aber gezielt eingesetzt. Der Vergleich mit Beyond The Black ist angebracht. Seit 2009 geht die Band konsequent in eine Richtung, die nicht meine ist. Nicht falsch verstehen, musikalisch wird die Scheibe einschlagen. Jüngere und vor allem weibliche Fans werden der Scheibe mindestens zwei Punkte mehr geben, als ich es tue. Schon Titel Nummer elf ist mindestens einen Punkt Abzug wert!

Anspieltipps: We Come To Ruins und Addiction No. 1
Norbert C.
7.5
Leser Bewertung1 Bewertung
8.9
7.5
Punkte
Podcast
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