The 69 Eyes – West End Tour 2019, am 05.11.2019 im Hamburger Logo

Wo Dark Rock draufsteht, ist nicht immer Dark Rock drin

Event: West End Tour 2019

Artist: The 69 Eyes

Vorband: Lacrimas Profundere

Datum: 05.11.2019

Genre: Dark Rock, Rock

Besucher: 450, Sold Out

Ort: Logo, Hamburg

Kosten:  VVK 26,15 €

Links:  http://69eyes.com/
https://www.lacrimas.com/
https://www.logohamburg.de/

Setlisten:

Lacrimas Profundere:

  1. Intro
  2. Dead To Me
  3. Like Screams in Empty Halls
  4. Remenbrance Song
  5. Celestite Woman
  6. My Release in Pain
  7. Again It’s Over
  8. The Kingdom Solicitude
  9. My Velvet Little Darkness
  10. The Letter
  11. Ave End
  12. Father Of Fate

The 69 Eyes:

  1. Two Horns Up
  2. Never Say Die
  3. Black Orchid
  4. Perfect Skin
  5. Cheyenna
  6. Borderline
  7. Betty Blue
  8. Hell Has No Mercy
  9. Crashing High
  10. Dance D’Amour
  11. Wasting The Dawn
  12. 27 & Done
  13. Feel Berlin
  14. Brandon Lee

Zugabe:

  1. Framed In Blood
  2. The Chair
  3. Lost Boys

Heute Abend haben wir endlich mal die Chance Lacrimas Profundere in einem kleinen Club zu sehen. Leider haben wir es bisher noch nie geschafft, eine Headliner Show von ihnen zu besuchen. Heute aber passt es, auch wenn sie als Support für The 69 Eyes fungieren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vom Headliner bis heute Morgen noch nichts gehört hatte, obwohl es die Finnen bereits seit 30 Jahren gibt. Um mich auf die Jungs einzustimmen, habe ich mir die letzte Scheibe West End angehört und fand das, was die da gemacht haben, nicht so schlecht. Das entsprechend Review ist hier zu lesen. Das etwas Düstere, ins Dark Rock gehende, hat mir gut gefallen. So sind wir gespannt, wie sich das live präsentiert, wobei für uns eigentlich der Support der Grund ist, warum wir im Logo sind. Das Logo ist heute auch mit 450 Leuten ausverkauft, was auf ein gutes Package schließen lässt. Als wir bereits gegen halb sieben vor dem Club ankommen, hat sich bereits eine Schlange gebildet, trotz des typischen Hamburger Nieselwetters. Also anstellen und ausharren. Aber, wie so oft, sind auch hier bekannte Gesichter zu sehen. Anja und Volker gesellen sich zu uns und so gibt es genügend zu quatschen.

Der Platz vor der Bühne ist leider so voll, dass es nur für einen Platz an der Seite reicht. Pünktlich um 20:00 Uhr geht es los. Lacrimas Profundere betreten die Bühne und legen mit Dead To Me los. Links steht Oliver Nikolas Schmid an der Gitarre und geht gleich in die Vollen. Die beiden für den Rhythmus zuständigen, Drummer Dominik Scholz und Bassist Ilker Ersin, sind auf der anderen Seite der recht kleinen Bühne und liefern den fetten Sound. Laut, aber nicht zu laut, kommt es direkt aus den Boxen über mir. In der Mitte der Bühne oder auch mal links oder rechts tobt Julian Larre über die Bretter. Stillstehen scheint ihm ein Fremdwort zu sein, was für den Fotografen die reinste Freude ist 😉 Aber auch Oliver ist viel in Bewegung und macht es einem nicht so leicht. Zum Glück gibt es keine Zeitbegrenzung für die Fotografen und so kommt noch einiges zusammen. Die Logo Besucher sind begeistert und feiern Songs des aktuellen Albums wie Like Screams In Empty Halls, The Kingdom Solicitude und Celestite Woman. Aber auch die älteren Sachen kommen gut an. Julian versteht es, die Menge anzuheizen und nicht selten steht er auf der Absperrung und animiert die Gäste zum Mitmachen. Im Verlaufe des Sets fällt dann auch sein letztes Hemd und entblößt einen gestylten Body. Inzwischen ist es so kuschelig, dass von der Decke des Logos das Kondenswasser tropft. Leider ist nach gut 40 Minuten mit The Letter, Ave End und Father Of Fate Schluss. Schade, hätte gern noch etwas weitergehen können.

Dann beginnt der Umbau für die Finnen. Kurz vor halb zehn kommen die dann mit Two Horns Up auf die Bühne. Was für eine Überraschung. Das ist ja mal so gänzlich anders als auf Scheibe. Weiter geht es mit einem bunten Potpourri aus älteren und neuen Sachen. Dabei überwiegen, bis zur ersten Ansage von Sänger Jyrki, Songs von West End. Die beiden Gitarristen Timo-Timo und Bazie, lassen die Gitarren krachen und Drummer Jussi entwickelt hinter seinem Kit eine rege Betriebsamkeit. Eigentlich ein gutes Objekt zum Knipsen aber leider ist die Sicht durch diverse Becken eingeschränkt. Auffällig aber, dass hier nichts mehr in Richtung Dark Rock oder Gothic geht. Das ist purer Rock. Laut, schnell und rau. Aber eben anders als gedacht. Und tierisch laut ist es. Aus den über mir hängenden Boxen kommen locker einige Dezibel mehr als bei Lacrimas Profundere. Das wird sich morgen rächen. Den Leuten macht das überhaupt nichts aus und so entwickelt sich eine tolle Stimmung. Einziger lahmer Track ist bisher Borderline, der sich zäh aus den Boxen quält. Aber dann geht’s mit Krachern weiter. Crashing High, Dance D‚ Amour und mein Highlight: 27 & Done. Für die Fans scheint eher Feel Berlin der ultimative Track zu sein, so wie die abgehen. Nach Brandon Lee ist dann erst mal Schluss. Aber nach kurzem lautstarkem Bitten kommen die Finnen noch mal für drei Songs auf die Bühne. Mit Lost Boys endet das Konzert nach gut 90 Minuten.

Im Anschluss erscheinen, nach einer kurzen Pause, die Musiker von Lacrimas Profundere und sind sichtlich erfreut, dass sie so regen Zuspruch erfahren haben. Autogramme, Bilder und ein paar Worte sind Usus und die erfreuen die Fans und die Band gleichermaßen. So macht man sich als Band Freunde. Leider haben The 69 Eyes von dieser Option keinen Gebrauch gemacht.

Fazit: Tolles Konzert von Lacrimas Profundere und ich muss gestehen, dass sie mir auch besser gefallen haben. The 69 Eyes haben ihre Sache auch gut gemacht, aber ich habe mir etwas anderes vorgestellt. Ich hoffe, dass Oliver Schmid und seine Truppe bald mal wieder als Headliner irgendwo im Norden sind und dann geht’s da noch mal wieder hin. Ansonsten hat es sich aber gelohnt. Einen großen Anteil daran hat das Personal im Logo, das freundlich und gewohnt souverän seinen Job gemacht hat.

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