The New Roses, Nothing But Wild Tour 2019, am 17.10.2019 in der Hamburger Markthalle

Tourauftakt mit Hindernissen

Event: Nothing But Wild Tour 2019

Artist: The New Roses

Vorband: Fighter V

Datum: 17.10.2019

Genre: Hard Rock, Rock

Besucher: ca. 850

Ort: Markthalle, Hamburg

Kosten: VVK 29,80 € , AK 32,00 €

Setlisten:

Fighter V

  1. Frontline
  2. Heat Of The City
  3. My Lady Stood Me Up
  4. Can’t Stop The Rock
  5. Runaway
  6. Fighter
  7. Dangerous
  8. The She Goes
  9. City Of Sinners
  10. Looking For Action
  11. Headline
  12. You Give Love A Bad Name
  13. Here I Go Again

The New Roses:

  1. Nothing But Wild
  2. Gimme Your Love
  3. Life Ain’t Easy
  4. It’s A Long Way
  5. The Bullet
  6. Ride With Me

Schon lange haben wir uns auf diesen Abend gefreut. Nach langer Zeit haben wir bei uns im Norden mal wieder die The New Roses zu Gast, die in Hamburg ihren Tourauftakt der Nothing But Wild Tour 2019 begehen. Nach ihrem Erfolgsalbum Nothing But Wild, den Auftritten als Opener bei den Scorpions und bei Kiss, sind sie nun im Herbst auf ihrer eigenen Headliner-Tour. Der Erfolg, der sich bereits abzeichnete, ist da und so müssen sie das heutige Konzert bereits in die größere Markthalle verlegen, da sich die ursprüngliche Location als zu klein erwiesen hat. Auch in anderen Städten der Tour ist bereits ein Sold Out zu verbuchen. Als Vorband haben sie die junge Schweizer Truppe Fighter V dabei.

Pünktlich um 20:00 Uhr geht es dann los. Die Musiker beginnen mit Frontline aus ihrem selbst betitelten ersten Album. Sänger Dave Niederberger erinnert etwas an den jungen Jon Bon Jovi und macht seine Sache von Anfang an gut. Die Hafenstadt Hamburg gibt den sympathischen Jungs aus Hergiswil einen ordentlichen Applaus als Einstand. Die legen mit Heat Of The City und My Lady Stood Me Up ordentlich nach. Mit melodiösem Rock in den Stilen von Europe und Bon Jovi, angelehnt an den 80er-Jahre Stadion Rock, können sie begeistern. Gitarrist Marco Troxler liefert gute Riffs und die beiden für den Rhythmus zuständigen – Lusien Egloff an den Drums, das Kit weiß und stylish von innen beleuchtet, und Bassist Luca Troxler – liefern die solide Basis. Dann wäre natürlich noch Tastenmann Felix Commerell zu nennen, der oftmals bombastische Klänge beisteuert oder auch an Hammondorgel erinnernde Sequenzen draufhat. So geht es munter weiter, wobei gerade Dave es versteht, mit den Hamburgern zu sympathisieren, die es ihm laut danken. Auch der Frage nach dem Highlight von Hamburg wird, klar, die Reeperbahn genannt, die dem Jungspund aus Hamburg vom Hörensagen bekannt sein dürfte. Sonst gibt es immer wieder nen flotten Spruch, dabei nimmt er sich auch mal gern selbst auf die Schippe, und gute Ansagen, auch mal in Schwyzerdütsch gehalten, die das Eis schmelzen lassen. So wird mit Runaway auch mal ein Cover passend zu der Bühnenperformance geliefert, bevor es mit Eigenmaterial weitergeht. Das ist kurzweilig und macht Spaß. Da haben sich die Rosen einen guten Support geholt, und ich denke, dass von den Eidgenossen noch einiges zu erwarten sein dürfte.

Nach gut 45 Minuten, schon recht lang für nen Support, kommen die dann mit There She Goes und Looking For Action zum Ende. Zugabe-Sprechchöre gehen durch die gut gefüllte Markthalle, und was passiert? Sie kommen tatsächlich wieder. Zunächst heißt es noch, sie dürfen noch einen, und nach Headline wird ihnen signalisiert, dass sie weiterspielen sollen. Was ist los? Nun ja, vielleicht ist einer der The New Roses Musiker noch nicht eingetroffen oder technische Schwierigkeiten können der Grund sein. Fighter V nutzen die Chance und spielen mit dem Publikum: Was wollt ihr hören? Es gibt dann diverse Vorschläge, die dann aber in einem tollen Publikum/Band a Capella enden. Country Road hallt es textsicher durch die Halle, bevor dann noch ein Bon Jovi Klassiker ertönt. Nach You Give Love A Bad Name verlassen die Schweizer um 21:10 Uhr die Bühne. Bereits kurze Zeit kommen diese erneut auf die Bühne und fangen wieder an. Irgendetwas muss passiert sein. Aber es gibt noch keine Info. Das Publikum nimmt das recht gelassen hin und so spielen Fighter V noch Here I Go Again. Dazu holen sie sich eine junge Dame aus dem Publikum, die mit Dave zusammen den Refrain schmettert. Das kommt gut an und hebt die Stimmung. Dann ist aber endgültig Schluss und der Umbau der Bühne geht vonstatten.

Um kurz vor halb zehn treten dann Norman Bites, Urban Berz und Hardy, ohne den Sänger Timmy Rough auf die Bühne. Üble Vorahnungen beschleichen uns. Sie sehen auch leicht bedröbbelt aus. Urban als Sprecher erläutert die Hintergründe für die Verzögerung. Timmy hat zu Beginn des Abends über Probleme an der Hand geklagt. Sie wurde ganz rot und taub und den Arm kroch ein roter Strich hoch, Verdacht auf Blutvergiftung. Das führte dazu, dass Timmy ins nahegelegene Krankenhaus musste, um das zu überprüfen. Da befindet er sich nun noch und es ist noch kein Ergebnis abzusehen. Die Hoffnung, so Urban, ist aber, dass es nicht so schlimm ist und sie das Konzert verspätet noch stattfinden lassen können. So zumindest der Plan. Es muss jetzt erst mal bis zehn gewartet werden. So verlassen alle die Bühne und wir warten beim Kaltgetränk.

Um 22:00 Uhr geht dann das Licht aus und alle vier Musiker betreten die Bühne. Mit Nothing But Wild beginnen sie, als wenn nichts gewesen sei. Einzig Timmy hat den linken Arm bandagiert und auch die Pflaster der Blutentnahme sind noch zu sehen. Mit Gimme Your Love geht es nahtlos weiter, bevor vor dem dritten Track Timmy eine kurze Erklärung abgibt. Dass er sich Sorgen macht, hört man, aber er ist tapfer und der anwesende Sanitätsdienst beobachtet den Auftritt gewissenhaft. Life Ain’t Easy (For A Boy With Long Hair) und It’s A Long Way lassen die lange Warterei vergessen machen. Das Publikum feiert die Jungs, dass es eine wahre Freude ist. Timmy scheint gut bei der Sache zu sein und nur die Bandage erinnert an das Malheur. Dann wird das Konzert aber unterbrochen und Timmy muss von der Bühne. Bereits beim letzten Song hat er sich ständig an die betroffene Seite gefasst und wirkte plötzlich nicht mehr so fit. Nach kurzer Zeit kommen die restlichen drei Musiker und erklären, dass es nicht mehr geht. Schmerzen, Taubheit und Probleme mit den Augen, lassen ein weiteres Spielen nicht mehr zu. Timmy ist bereits auf dem Weg zurück ins Krankenhaus. Urban ist sichtlich erschrocken und so wird zum ersten Mal in der The New Roses Karriere ein Konzert abgebrochen. Das Publikum nimmt es super auf und Sprechchöre, die bis in das Krankenhaus hallen, sollen Timmy gute Besserung wünschen. Bereits jetzt hat Urban auch organisatorische Lösungen parat. Karten aufbewahren und dann wird nach einem Ersatztermin geschaut. Des Weiteren wird heute nach einer Alternative gesucht, die nicht Fighter V heißt, denn die haben bereits 90 Minuten gespielt und eine hervorragende Leistung abgeliefert. So wird eine Rock-Kneipe auf dem Kiez als Treffpunkt abgemacht und da können sich alle treffen. Über den Zustand und die Nachholtermine soll dann über Facebook oder die Band Homepage informiert werden.

Somit endet der Abend nicht wirklich erfreulich. Hochachtung vor der Band und vor allem vor Timmy Rough, der es sich nicht nehmen lassen wollte, trotz der Umstände zu spielen. Hochachtung vor den Schweizern, die ihren Job als Supporter hervorragend gemacht haben und der Hauptband die Zeit gegeben hat, die sie benötigt, um sich zu ordnen. Toll das Publikum, das Verständnis zeigt und nicht in gellende Pfeiftiraden ausgebrochen ist. Gesundheit geht eben immer vor.

Fazit: Mal wieder ein beachtenswerter Support, der gut eingeschlagen hat. Der trotz eines angeschlagenen Frontmannes verspätetete Beginn der The New Roses hat gezeigt, dass wir alle nur Menschen sind und es auch einen Musiker mal erwischen kann. Zum Glück wurde rechtzeitig die Reißleine gezogen, da die Gesundheit immer Vorrang haben soll. Die nachfolgenden Konzerte in Köln und Hannover wurden bereits gecancelt.

Nachwort: Inzwischen sind die Nachholtermine für Januar angekündigt und was noch viel wichtiger ist, Timmy Rough geht es bereits besser und ab Donnerstag, den 24.10. soll die Tour normal fortgesetzt werden können. Das ist eine gute und tolle Nachricht. In diesem Sinne Keep on Rocking.

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