The Pogues: biografischer Dokumentarfilm „Shane“ ab 19.08. im Kino

Dem wilden, exzentrischen Leben des Frontmannes, Punk-Poeten und Rebellen setzte Julien Temple ein Denkmal

Die Band The Pogues wurde 1981 von Shane MacGowan (Gesang, Gitarre), Jem Finer (Banjo) und Peter „Spider“ Stacy (Tin Whistle) als The New Republicans in London gegründet. Als 1982 der Pianist James Fearnley mit seinem Akkordeon zur Band stieß, fand man schnell zu dem ganz eigenen anglo-irischen Folk-Punk/Rock-Stil und man benannte sich in Pogue um. In Cait O’Riordan fand man die richtige Bassistin und 1983 kam Andrew Ranken als Drummer hinzu. Die erste Pogue-Single Dark Streets Of London erschien 1984, doch die britischen Radiosender weigerten sich, die Nummer zu spielen, da ihnen der Bandname (anglisierte Version von Irisch-Gälisch Póg mo thóin, „Küss meinen Arsch“) zu anrüchig war.

Als Vorband von The Clash erreichte man aber auch ohne Radio-Support eine gewisse regionale Bekanntheit und so veröffentlichten die Rüpel-Punks via Stiff Records ihr Debütalbum Red Roses For Me, auf Druck des Labels benannte man sich jedoch erneut in The Pogues um. Mit neuem Gitarristen Philip Chevron und dem zweiten Album Rum, Sodomy & The Lash (1985), welches von Elvis Costello produziert wurde, gelang den Briten dann der ganz große Wurf, denn die Coverversion Dirty Old Town, die Ewan MacColl-Nummer, mit der schon die Dubliners Erfolg hatten, wurde erneut ein Riesen-Hit. Das dritte Werk If I Should Fall From Grace With God (1988) wurde zum größten kommerziellen Erfolg, nicht zuletzt durch den Weihnachts-Song Fairytale Of New York, und kletterte bis auf Position drei der britischen Charts.

Bis 1995 erschienen noch vier weitere Alben, 1996 löste sich die legendäre Band zunächst offiziell auf, jedoch veröffentlichte Frontmann Shane MacGowan weitere Alben als Shane MacGowan And The Popes. Ab 2001 fanden etliche Reunion-Konzerte und kleinere Touren statt, jedoch sollte es noch bis 2010 dauern, bis The Pogues wieder einmal den Weg nach Deutschland fanden. Seit 2014 gilt die Band wieder als aufgelöst.

Shane MacGowan war nicht nur legendärer Frontmann der Band The Pogues, sondern dazu auch noch Poet, Rebell und Punk durch und durch. Wie bei vielen überaus talentierten Menschen neigte auch der begnadete Songwriter zur Selbstzerstörung. Einst zog er im Alter von achtzehn Jahren aus Irland nach London und mischte die dort gerade aufkeimende Punkbewegung mit irischem Folk auf. Mit seiner Musik schaffte Shane MacGowan es, seinen Landsleuten in der Hochzeit des Nordirland-Konflikts eine Stimme zu geben. Trotz seines Rowdytums und der harten Schale, schuf er mit Fairytale Of New York eines der meistgehörten Weihnachtslieder der Briten des 21. Jahrhunderts. Der Filmemacher Julien Temple setzte dem Punksänger nun anhand von Archivaufnahmen und bisher unveröffentlichten Bildmaterial ein Denkmal.

Er führte ein Leben im Rausch, nun saß er im Alter von 61 Jahren erneut im Rampenlicht und vor laufenden Kameras, allerdings im Rollstuhl und das Sprechen fiel ihm mittlerweile sichtlich schwer, doch ein alkoholisches Lebenselixier ist noch immer in Reichweite. Der etwas über zweistündige biografische Dokumentarfilm Shane (Originaltitel: Crock Of Gold: A Few Rounds With Shane MacGowan) von Julien Temple und mit Shane MacGowan und Johnny Depp feiert am 19. August 2021 Kinopremiere.

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