Till Lindemann: First Arsch Debütalbum „Saddle Up“ auf Vinyl neu aufgelegt

Einziges Album der Erste Autonome Randalierer Schwerins wieder verfügbar

Viele Jüngere kennen Till Lindemann ausschließlich als Frontmann von Rammstein und seinem Soloprojekt Lindemann. Doch lange bevor er mit den genannten Bands zum Siegeszug durch die größten Hallen und Stadien der Welt aufbrach, machte er erste musikalische Gehversuche mit First Arsch, einer 1986 in Schwerin gegründeten DDR-Punk-Combo. First Arsch stand für Erste Autonome Randalierer Schwerins. Till Lindemann gründete die Band zusammen mit Jörg (Steve) Mielke (Bass, Vocals) und Stefan Schröder (Vocals) auf seiner Geburtstagsfeier und betätigte sich selbst als Drummer. Kurze Zeit später wurde die Truppe mit Richard Kruspe (Guitar, Vocals) vervollständigt. First Arsch gehörten zu den sogenannten anderen Bands, eine begriffliche Zusammenfassung für alternative Musikbands in den letzten Jahren der DDR, die sich durch häufigeres Verwenden offener oder versteckter systemkritischer Texte auszeichneten. Eine Spielerlaubnis für öffentliche Auftritte wurde ihnen des Öfteren verwehrt, erst Anfang 1989 erhielten sie diese mit der Auflage, den Bandnamen in First Art zu ändern.

Kruspe war zwischenzeitlich in die BRD übergesiedelt und als Lindemann die Band-Tätigkeiten nach der Wende nach Berlin verlegte, wurde Kruspe wieder Bandmitglied. Man trat wieder als First Arsch an und verstärkte sich mit Paul Landers (Guitar, Vocals), der zuvor in der Fun Punk-Band Feeling B spielte.

1992 nahm man dann mit Unterstützung von Die Firma-Sängerin Tatjana Besson und eines Chors im Berliner Underground Club Eimer 15 englischsprachige Songs für das Debütalbum Saddle Up auf. Da das Independent-Label D.D.R. die Veröffentlichung ablehnte, gründete der Musikjournalist Falk Schettler kurzerhand das Kettler Records-Label und veröffentlichte die Scheibe. Saddle Up sollte die einzige Veröffentlichung für Kettler Records und auch für First Arsch bleiben. Nach dem Release wendeten sich die meisten Bandmitglieder anderen Projekten zu, Lindemann, Kruspe und Landers gründeten 1994 bekanntermaßen Rammstein und klotzten ab da lieber, anstatt zu kleckern. Mielke führte First Arsch fort und tritt mit wechselnden Musikern bis heute auf, jedoch wurde nie wieder ein Album produziert.

Saddle Up-Tracklist:

01. Train
02. Priest In Love
03. SKA(T)
04. In The Name Of Love
05. Crowded House
06. Preagnant
07. AHA-ha
08. Superstition
09. Saddle Up
10. O-Cult
11. Moder Blues
12. Come Together
13. Hip Hop Flop
14. Chicken Steps
15. Big Dong (Für Saskia S.)

Nun, satte 28 Jahre später, wird Saddle Up neu aufgelegt und erscheint als erstmals remasterte 180 g Vinyl im Gatefold mit 28-seitigem Booklet und bis dato unveröffentlichten Bildern aus den 1990er-Jahren. Hier könnt ihr euch ein Exemplar sichern.

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