Time For Metal Zeitreise – Grave Digger – Tunes Of War (1996)

Klassiker von damals neu gehört - mit René W. und Andreas B.

In dieser Kolumne plaudern Redakteur Andreas B. und Chefredakteur René W. zweimal im Monat über einen Klassiker der Metal- und Hardrock-Geschichte. Der Fokus liegt dabei nicht auf Bands aus der zweiten Reihe oder auf vergessenen Underground-Perlen.

Die Time For Metal Zeitreise ist die Bühne für die einflussreichen und großen Bands unserer Szene. Hier wird über deren Alben gefachsimpelt, sich erinnert, diskutiert und manchmal auch gestritten. Von Fans für Fans.

Lehnt euch gemütlich zurück und erinnert euch mit uns an die alten Zeiten und die großen Momente, die uns alle so sehr geprägt haben.

Heute: Gave DiggerTunes Of War aus dem Jahr 1996.

René W.:
Als mir der liebe Andi die Tunes Of War für unsere Zeitreise vorgeschlagen hatte, konnte ich gar nicht „nein“ sagen. Die einzige Gefahr besteht darin, dass, wie bei Helloween und den letzten beiden Zeitreisen zu den Keeper Of The Seven Keys Part I und II Alben, unsere Meinung ähnlich positiv festgehalten werden kann. Wie es der Zufall so will, feiert die deutsche Heavy Metal Scheibe in diesem Jahr ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum – ein Grund mehr, über den Silberling bzw. die schwarze Scheibe zu sprechen.

Mit ca. 16 Jahren legte mein Kumpel das Album erstmals auf. Das war im Jahr 2003 und die Zeit, in der man als Jugendlicher die ersten alkoholischen Eskapaden durchlebt.

Nach ein paar Bierchen musste Tunes Of War mit nach Hause, was kein Problem war. Schnell ausgeliehen und angetrunken den Heimweg angetreten, lief Rebellion (The Clans Are Marching) die Nacht bestimmt noch dreißig Mal. Kennst du das, wenn man süchtig nach einem Song ist?
Bei mir nimmt das ganz extreme Züge an und es kann in einer Woche ein einzelner Hit hundert Mal laufen. Mit sechzehn Jahren durchlebt man die eigene Rebellion, wobei – das kann ich direkt sagen – meine Eltern immer absolut cool waren und immer noch sind. Regel 1: Wenn du unter achtzehn von der Polizei zu später Stunde nach Hause gebracht wirst, nicht voll besoffen sein. Hat ohne Probleme geklappt, schließlich wurde ich nie erwischt 😉

Eigentlich hätte man eine Rebellion in diesem Sinne nicht nötig, wenn man schon frei schalten und walten kann. Hauptsache, die Schule läuft, ihr wisst ja, wie Eltern so sind.
Im Kopf sieht es anders aus und das hat Rebellion (The Clans Are Marching) in mir ausgelöst. Auf die Kacke zu hauen, extremer zu sein und einfach zu leben. Wie war deine erste Berührung mit der Platte?

Andreas B.:
Moin Herr Fast-Nachbar.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass wir nur wenige Autominuten voneinander entfernt wohnen. Was die ganze Sache umso bekloppter macht. Anstatt Hand in Hand (ok, vielleicht nicht ganz so extrem…) durch die norddeutsche Meeresluft zu hüpfen, kommunizieren wir über unsere Zeitreisen. Metaller sind eben meistens etwas seltsam…

Anyway, zurück zur Tunes Of War.
An mein erstes Mal (also Grave Digger…) kann ich mich noch gut erinnern. (Ok, an das andere auch, aber ich schweife ab. Funfact Nummer eins: Grave Digger waren besser, haha).
Zum Jahres- und Millenniumswechsel 1999 auf 2000 war ich auf einer Metalparty in der Schweiz. Frag mich nicht nach dem Ort, den habe ich vergessen. Ich war damals dann wohl 22 Jahre jung.
Mit vielen guten Freunden und Stammchattern aus dem damaligen RockHard-Chat hatten wir einen großen Raum angemietet und es gab ein leckeres Buffet, viel Bier und noch mehr laute Musik.

Tja, und dann stehe ich da an der Theke und die ersten Töne von Rebellion (The Clans Are Marching) dröhnen aus den Boxen. Du weißt schon… die ruhige Gitarre, der einsetzende Chor und der ganze Laden brüllt lauthals mit. Gänsehaut pur.
Der ganze Laden? Nein, ein mal wieder völlig verwirrter und unwissender, langhaariger Typ im Onkelz-Shirt (warum ich heute noch weiß, welches Shirt das genau war, bleibt auf ewig unerklärlich) ist völlig ahnungslos und nicht auf das Drumfill und das folgende Strophenriff vorbereitet.
Heilige Scheiße, was für ein großartiger Song. Was für eine Hymne.
Tja, so kam ich zu Grave Digger. Kurz danach besaß ich das Album und – Funfact Nummer zwei – es ist bis jetzt auch das einzige Album der Band aus Gladbeck. Und ja, auch ich war süchtig nach diesem einen Song. Was ein Brett!

Ich war damals zufälligerweise auch auf einem – mentalen – Schottland-Trip und habe Filme wie Braveheart (genial) und The Bruce (naja..) inhaliert. Auch eine bisher nie angetretene Reise nach Inverness war in Planung. Wieso ausgerechnet Inverness? Nun, die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Highlands und, was mich fast noch mehr flasht, es soll Delfine in der Bucht geben.

René, lass uns die Zeitreise starten und das Eröffnungsdoppel The Brave (also das Intro) und Scotland United mal genauer unter die Lupe nehmen. Schönheit vor Alter, also darfst du gerne anfangen 🙂

René W.:
Lieber Andi, in der aktuellen Zeit sind wir wohl noch seltsamer, aber es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, trotz der kurzen Entfernung aus der Distanz die alten Schinken auf Mark und Bein zu prüfen. Wie gesagt, du bist, sobald es geht, sehr gerne eingeladen, an meiner Bar ein paar Bierchen zu den Klängen zu genießen, über die wir schon gesprochen haben und die uns in den nächsten Monaten noch viel Freude – oder eben nicht – bringen werden.

Nach meiner Rebellion-Sucht – man sagt mir nach, ich könnte Lieder in wenigen Tagen tothören – blieben mir die anderen Leckerbissen nicht verborgen. Die Kombination The Brave und Scotland United ist genial. Wie oft hat man ein Album für Reviews vorliegen, bei dem das Intro entweder das Beste am Silberling ist oder überhaupt nicht zum Konzept passt. Daher bleibt meine Meinung zu Vorgeplänkel vor dem eigentlichen Track sehr zwiegespalten. Hält man jedoch die Tunes Of War in der Hand, weiß man, was es bedeutet, eine besonders gute Version auf die Ohren zubekommen, die zudem perfekt in Scotland United oder auch The Dark Of The Sun greift. Einen Hang für Schottland oder Irland hat wohl jeder, der ein Stück Freiheit durch seine Adern pumpt. Beide Länder müssen von mir noch bereist werden, bislang hat es mich nur ins Feindeslager nach England gezogen, wo sicherlich noch ein paar Anekdoten kommen werden.

Nahe des Big Ben stand bei einem London-Trip 2009 ein traditioneller schottischer Dudelsackspieler am Straßenrand und spielte, na klar, diese typische wie prägnante Melodie. Dieser Moment hat schon was bei mir ausgelöst, eine Art Fernweh und Huldigung für jede Tradition, die fest in den Menschen lebt und diese stolz macht.
Aber kommen wir zurück zu Grave Digger und Tunes Of War: Der Start ist brillant, da kann man nichts wegdiskutieren. Klar, aus der Sicht von heute hat es ein recht einfaches Strickmuster, dafür bleiben die Riffs und Refrains im Kopf und Chris Boltendahl zieht einen jedes Mal aufs Neue an den Haaren förmlich an die Bühne, um die letzten Haupthaare in Schwung zu bringen. Emotional stark und in allen Belangen mit Power versehen ist, das kann ich ruhig schon verraten, diese Platte aus dem Jahr 1996 mein Favorit aus dem Hause Grave Digger. Nicht, dass Excalibur, Rheingold oder auch Fields Of Blood aus dem letzten Jahr schlecht wären, aber dieses Langeisen ist ein Hit von vorne bis hinten.

Andreas B.:
Ganz ehrlich: Ich hatte mir von der Scheibe als Gesamtwerk damals etwas mehr erwartet. Das ist ja immer das Gefährliche, wenn man durch einen Hit geködert wird.
Rebellion (The Clans Are Marching) machte damals schon sehr viel Lust auf mehr. Scotland United ist ja ganz nett, allerdings geht mir der relativ einfallslose Refrain mit seinen siebenhundertdreißigmillionen Wiederholungen irgendwann auf den Keks. The Dark Of The Sun mit seinem Judas Priest-mäßigen Riff gefällt mir da schon besser. Auch der hymnenhafte Refrain bleibt positiv im Ohr hängen. Das Solo erinnert mich aber an alte C64-Sounds, haha.

So seltsam ich das Phänomen Van Canto auch finde… das Intro zu Rebellion vom 2010er Wacken Open Air finde ich relativ cool:

William Wallace (Braveheart) lässt mich ja auch immer an den Film mit Mel Gibson denken. War früher sogar einer meiner Lieblingsschinken.
Diese eine Stelle am Ende, in der irgendein unausgeglichener Griesgram in Gibsons Eingeweiden rummatscht und dieser dann „Freiiiheit“ rausbrüllt – hat mich deutlich mehr gepackt als der gleichnamige Song von Westernhagen, haha.
Der relativ zerbrechlich gesungene Refrain kommt nach dem schnellen Speedgeballer der Strophe echt unerwartet. Eigentlich ein richtig guter Song, den ich aktuell fast auf einer Ebene mit Rebellion sehe.

The Bruce (The Lion King) lässt mich dann wieder gähnen. Ist so ein „links rein – rechts raus“ Ding. Erinnert mich erst an Metallica, am Ende an Manowar. Nur eben nicht positiv.

Kennst du eigentlich den Film aus dem Jahr 1996? Ich war so glücklich, als ich das VHS-Video damals zum Geburtstag bekommen hatte.
Robert „The Bruce“ gelang es damals, die Engländer und mit ihnen verbündete Clans südlich des bekannten Stirling Castle zu schlagen. Das hatte William Wallace ja nicht geschafft. Stichwort „Matscherei“.
Wer an einer kurzen Zusammenfassung der finalen Klopperei interessiert ist, kann sich zum Beispiel hier etwas rudimentär einlesen. Oder eben den Film gucken.
An die 2019er Neuverfilmung habe ich mich noch nicht herangewagt. Vielleicht mache ich das heute Abend noch.

Zurück zum Album: The Battle Of The Flodden. Ganz nett, geht gut nach vorne los, verliert mich im Refrain und lässt mich in den letzten thrashigen Sekunden aufhorchen.

Aaaaaaaber.. und jetzt kommt Schnulzen-Andi wieder zum Vorschein. The Ballad Of Mary (Queen Of Scots) erfüllt mein gebeuteltes Herz mit Wärme. Um mal etwas im Metalpathos zu bleiben 😉
Auch wenn der Text alles andere als positiv ist. So ein schönes Lied. Hach. Auch die Liveversion mit Doro, ebenfalls vom Wacken Open Air aus dem Jahr 2010, hat es mir sehr angetan.

Ob es dazu jetzt unbedingt eine Neuaufnahme des Songs aus dem gleichen Jahr gebraucht hätte…  ich denke nicht. Irgendwie ist die Magie da etwas flöten gegangen.

Generell sind Neuauflagen von Songs ja immer so eine Sache. Die Scorpions haben das mit dem Comeblack-Album aus 2011 versucht, und es hat irgendwie nicht wirklich geklappt. Blind Guardian hingegen haben Lord Of The Rings mit der „neuen“ Version auf der The Forgotten Tales von 1996 veredelt und den Song noch besser gemacht.

Wie stehst du zur Ballade auf der Tunes Of War und was denkst du zu Neueinspielungen alter Songs?

René W.:
Sentimentale Seiten, die wir hier von dir hören. „Erfüllt mein gebeuteltes Herz mit Wärme“ klingt echt ergreifend und zeigt, wie emotional Metalheads ihre Lieder huldigen. Ich kann dieses Jahr sicherlich auch noch was offenlegen. Kommen wir als Erstes auf deine Frage mit Neueinspielungen, bis das Album weiter aufgearbeitet wird. Grundsätzlich finde ich, haben die Originalwerke eine ganz eigene Magie, wenn man besonders auf alte Klassiker blickt, bei denen man immer die damaligen Gegebenheiten und Umstände mit berücksichtigen muss. Trotzdem gibt es auch viele coole Coverversionen oder eben Neuauflagen, die nicht einfach nur neu gemastert werden. Passt zwar nicht ganz zum Thema aber Grave Digger haben z.B. eine sehr coole Version von MotörheadOverkill eingespielt. Srained, eine recht unbekannte Coverband aus Saarbrücken, haben eine kraftvolle Performance von Rebellion hingelegt, als kleiner Tipp für dich.

Neueinspielungen oder Cover können auch ihren Charme haben. Ich finde jedoch, dass dem Hörer was geboten werden sollte. Remastering mit neuster Technik aus altem Material sollte man auch ruhig mal neben die alten Versionen legen. Die Zeitreise zwischen den Aufnahmen macht vieles sichtbar bzw. hörbar und schafft den Sprung durch die Jahrzehnte. Die Rebellion Version mit Van Canto und Hansi ist schon eine Champions League-Version. Absolut Sahne! Auch wenn ich seit Jahren nicht mehr zum Wacken fahre; die Fans machen die Veranstaltung immer noch zu einem der imposantesten Metalevents der Welt.

Noch mal ein Schritt zu The Dark Of The Sun. Ein Schlüsseltrack der Scheibe, der neben dem rauf und runter gelobten Rebellion einen Höhepunkt bildet, was auch für den darauffolgenden William Wallace gilt. Der Grundrhythmus ist zwar recht einfach, dafür bleibt alles so penetrant im Kopf. Das ist eh der Schlüssel von Grave Digger. Schnörkellos, unkompliziert und mit vielen Ohrwürmern versehen, sammeln sie immer wieder ihre Fans ein und enttäuschen eigentlich nie. Klar, einige Kompositionen gleiten dahin. Dafür hat jedes Album auch seine zwei bis vier Kracher.

Was beeindruckt, ist die Bodenständigkeit – nicht nur von Chris Boltendahl. Die ganze Formation bleibt greifbar, liebt die Nähe zu ihren Anhängern und hat einfach Spaß an dem, was sie macht. In den fast elf Jahren Time For Metal erinnert man sich gerne an Grave Digger zurück, mit denen wir schöne Momente erlebt haben. Letztes Jahr hat z.B. Axel Ritt sehr spontan für eine dreiteilige Serie zu Ist Metal Veggie Und Vegan? Zeit gefunden (hier zum Nachlesen).

Sorry liebe Leser, ich schweife erneut ab und werde jetzt versuchen, alle Songs in ein bis zwei Sätzen abzuarbeiten.

William Wallace lässt die Sau raus. Gaspedal gedrückt liefern die Deutschen viele schnelle Passagen, ohne ihren andächtigen Touch zu vernachlässigen. Quasi ein maßgeschneiderter Top Ten-Hit, der auf keiner guten Metalparty fehlen darf.

The Bruce (The Lion King) finde ich persönlich gar nicht so langweilig, wie Andi sagt. Die Riffs werden griffig gestaltet. Die Vocals von Chris drücken und alles passt ohne Abstriche ins Konzept des Silberlings. Hier wird das feine Gespür für saustarke Refrains deutlich, was vorhin schon angesprochen wurde.

The Battle Of The Flodden kommt in die persönliche Top 3 von Tunes Of War mit Rebellion und William Wallace, wobei es gar nicht leicht ist, diese Platzierung auszugeben. Bis auf den Platz an der Sonne ist die breite Masse gar nicht weit auseinander. The Battle Of The Flodden punktet vor allem durch die Backingvocals, die direkt an den Maingesang gekoppelt wurden, das macht das Klangbild wunderbar dicht und eingängig.

The Ballad Of Mary (Queen Of Scots)… Nun, jedes gute Old School Heavy Metal Album braucht seine Ballade. Früher als junger Bengel glitt der Finger immer auf „Weiter“ am Abspielmedium. Jetzt, mit Mitte dreißig, kommen die liebevollen Klänge immer besser an und ja – diese Ballade sorgt live für Gänsehaut. Auf Platte gut, von Grave Digger live dargeboten sehr mitreißend.

The Truth, der Kickass-Track nach der fünf Minuten starken Ballade, der nach wenigen Sekunden selber wieder verflacht. Grooviger Heavy Rock, der langsam zum Rollen gebracht die quietschendste Gesangsfarbe von Chris herauskitzelt. Das ist nicht böse gemeint. Danach tröpfelt die Nummer etwas dahin und auch der sonst so aufreibende Refrain kommt hier nicht wirklich zur Geltung. Wenn man einen Filler nennen müsste, würde meine Wahl wohl auf The Truth fallen.

Mein Geheimtipp: Cry For Freedom (James The VI). Wie stehst du zum Song? Er ist zwar auch für die Neunziger schon sehr einfach gestrickt, bringt auf der anderen Seite alles mit, was ein Heavy Metal Song braucht. Starke Gitarrenläufe, dazu gestreute Soli, das Drumming drückt vor allem auf Vinyl und die Mitgrölpassagen kann jeder Partytrinker auf einem Gig beim ersten Hören mitsingen.

Die Zeit rennt, wir kommen langsam schon zum Ende. Killing Time greift die Handschrift von Tunes Of War geschickt auf und nimmt alles mit, was vorher schon funktioniert hat. Warum ein Rad neu erfinden? Böse Zungen behaupten, dass der mittlere Part und das Ende bis auf Rebellion zu wenig Ecken und Kanten bieten. Wie aus einem Guss kaum den Blick nach rechts und links findet. Das mag sein. Mein Gegenargument: Never Change A Winning System!

Springen wir rüber zu Culledon Muir. Die passende Antwort auf den Vorgänger Rebellion, der schon genug Aufmerksamkeit bekommen hat. Ein Anwärter für die Top 3, den Härtegrad feinjustiert nach oben geschoben, kommen thrashige Elemente mehr zum Tragen. Die Gitarrensoli gehen ans Limit und Stefan Arnold bekommt einfach mitten im Track eine Solosession.

The Fall Of The Brave (Outro) kann man machen, es gibt auch deutlich schlechtere Schlussakte. Kein Earcatcher, aber dafür sorgten die beiden Hymnen davor. Als Rausschmeißer keine schlechte Wahl, wenn auch wenig prägnant.

Der Matchball geht zu dir zurück. Ein paar Fragen wurden schon in den Zeilen gestreut, wie würde deine Top 3 aussehen und welchen Stellenwert hat das Langeisen für dich ganz persönlich in der mittlerweile dichten Grave Digger-Diskografie?

Andreas B.:
Respekt Chef, hast du Sabbelwasser getrunken? 😉
Wo fang ich da bloß an?
The Truth gefällt mir, witzigerweise, richtig gut. Knackiger Hardrock mit Metaltouch. Das Riff könnte aus der Feder eines jungen Hans Ziller von Bonfire stammen. Ein geiler Stampfer, versehen mit der nötigen Portion Härte und einem klasse Refrain. Für mich alles andere als ein Füller, ganz im Gegenteil.

Cry For Freedom und Killing Time sind die „teutonischsten“ Songs des Albums. Neben Accept steht ja keine andere deutsche Band für diesen typischen, etwas konservativen Metalstil. Vielleicht noch Primal Fear. Der Erfolg gibt diesem Dreiergespann sicherlich Recht und sie verdienen für ihre Beständigkeit und Bodenständigkeit allen Respekt.
Mein persönliches Geschmackszentrum wird davon in der Regel aber nicht wirklich getroffen.
Wenn ich einmal Metalgott spielen darf: Den Refrain von Killing Time und die Strophe von Cry For Freedom würde ich zu einem Song zusammenbauen. Dann hätten wir einen Hit 😉
Bei Cry For Freedom musste ich erst an die Walls Of Jericho unserer Zeitreise-Vorgänger Helloween denken. Die kommen bekanntlich auch aus Deutschland, klingen aber schon auf dem Debüt irgendwie internationaler.

Culledon Muir hat wirklich eine schön thrashige Bridge, bleibt bei mir aber auch nicht wirklich hängen. Dafür geben die Jungs am Ende noch mal alles. Knallt ganz ordentlich.

The Fall of The Brave ist eben ein typisches Outro. Da hast du schon alles gesagt.

Wenn ich hier nun die Top 3 benennen soll, dann fällt mir das relativ leicht.
Rebellion, gefolgt von The Ballad Of Mary und auf Platz drei dann The Truth.
Ungewöhnlich? Wahrscheinlich!

Ich hatte es am Anfang ja auch schon einmal erwähnt: Ich kenne von Grave Digger nur dieses Album und ein paar Songs, die auf diversen Samplern zu finden sind. Es ist nicht wirklich „meine“ Band.
Daher kann ich gar kein Album-Ranking abgeben.

Mein Bester, du bist der größere Grave Digger-Fan und auch emotional viel mehr mit dieser Band verbunden. Das Schlusswort soll dir gehören.
Wir „sehen“ uns in zwei Wochen wieder, wenn wir einen weiteren Klassiker besprechen, auf den ich mich jetzt schon unglaublich freue.

René W.:
Genau in zwei Wochen geht es mit dem nächsten Thema schon weiter. Verfolgt unsere Social-Media-Kanäle, wir werden wieder zwischen den Folgen ein paar Videos veröffentlichen und haben ggf. wieder versteckte Infos zum nächsten Kracher für euch. Kommen wir zurück und abschließend zu Tunes Of War von Grave Digger, wo nun meine Top Platzierung aller Werke der deutschen Heavy Metal Giganten diese Kolumne schließen soll.

Ziehen wir die Top 5 aus 16 ohne Zusatzzahl. Es fällt unglaublich schwer, aber meine Entscheidung fällt wie folgt, ohne weiter darüber werten zu wollen. Gerne lasst uns eure Top Alben von Grave Digger wissen.

  1. Tunes Of War (1996)
  2. The Last Supper (2006)
  3. Excalibur (1999)
  4. Ballads Of A Hangman (2009)
  5. Rheingold (2003)

Euch gefällt unsere Time For Metal Zeitreise? Dann schaut euch auch gerne die anderen Folgen an.

Time For Metal Zeitreise – Iron Maiden – Killers (1981)

Time For Metal Zeitreise – Metallica – Metallica (1991)

Time For Metal Zeitreise – Helloween – Keeper Of The Seven Keys Part I (1987)

Time For Metal Zeitreise – Helloween – Keeper Of The Seven Keys Part II (1988)

Time For Metal Zeitreise – Sodom – Agent Orange (1989)

Time For Metal Zeitreise – Manowar – Kings Of Metal (1988)

Time For Metal Zeitreise – Blind Guardian – Tales From The Twilight World (1990)

Time For Metal Zeitreise – Slayer – Reign In Blood (1986)

Time For Metal Zeitreise – Dimmu Borgir – Enthrone Darkness Triumphant (1997)

Time For Metal Zeitreise – Warlock – Triumph And Agony (1987)

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