Tremonti – Dust

“Das Album wird bei mir garantiert keinen Staub ansetzen!“

Artist: Tremonti

Herkunft: Detroit (MI), Vereinigte Staaten von Amerika

Album: Dust

Spiellänge: 43:24 Minuten

Genre: Rock, Alternative Rock

Release: 29.04.2016

Label: Fret12 Records

Link: https://www.facebook.com/MarkTremonti und https://fret12.com/mark-tremonti

Produktion: von Michael “Elvis” Baskette

Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Mark Tremonti
Gitarre und Backgroundgesang – Eric Friedman
Bassgitarre und Backgroundgesang – Wolfgang Van Halen
Schlagzeug – Garrett Whitlock

Tracklist:

  1. My Last Mistake
  2. The Cage
  3. Once Dead
  4. Dust
  5. Betray Me
  6. Tore My Heart Out
  7. Catching Fire
  8. Never Wrong
  9. Rising Storm
  10. Unable To See

Tremonti - Dust

 

Es gibt ja diese überaus kreativen Köpfe, die schon in anderen Bands aktiv sind, sich aber dort nicht in dem Maße verwirklichen können, wie sie das brauchen. Für manche ist das dermaßen unbefriedigend, dass sie dann halt eine eigene Band gründen. So hat das der bereits für den Grammy nominierte und bereits mit diversen Platin-Alben geehrte Singer/Songwriter/Gitarrist Mark Tremonti gemacht. Der Einfachheit halber hat er diese Band nach sich selbst benannt, und so gibt es Tremonti seit dem Jahr 2010. Bislang wurden zwei Alben veröffentlicht, und bei den Arbeiten zum Vorgängeralbum Cauterize aus 2015 sind noch so viele Songs von Mark Tremonti geschrieben worden, dass er sich dachte „hey, dann machen wir daraus gleich das nächste Album“. Gesagt, getan, am 29.04.2016 erscheint über Fret12 Records das dritte Studioalbum Dust. Eins kann man vorweg schon sagen: hier wurde keine Resteverwertung betrieben, auch B-Seiten findet man hier nicht.

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass ich die beiden Vorgängeralben von Tremonti noch nicht gehört habe und daher auch nicht wusste, dass Mark Tremonti gesanglich doch sehr nahe an Myles Kennedy (Alter Bridge) herankommt. Ganz erreichen kann man den wohl sowieso nicht, aber Mark macht seine Sache hier schon richtig gut und klingt stellenweise zum Verwechseln ähnlich.

Wenn ein ausgewiesen guter Gitarrist mit seinem Soloalbum antritt, darf man natürlich davon ausgehen, dass dieses vor richtig gelungenen Riffs nur so strotzt. Und das wird auch gleich beim Opener My Last Mistake bestätigt, wobei diese Riffs keinem Selbstzweck dienen, sondern zu diesem Uptempo-Song gehören, wie auch die restlichen Instrumente. Und wenn dieser ausgewiesen gute Gitarrist und Sänger auch für das dritte Soloalbum wieder auf sein bewährtes Team, bis hin zum Produzenten, zurückgreift, dann gibt es hier natürlich auch nichts zu Meckern. Das von Anfang an sehr hohe Niveau (Mark Tremonti ist tatsächlich ein richtig guter Songschreiber) wird bis zum Ende gehalten. Da ist tatsächlich nicht ein Song, wo mein Finger auch nur ansatzweise in Richtung der Skip-Taste gehen würde. Im Gegenteil tippe ich sehr oft auf die Repeat-Taste.

Bis auf die Power-Ballade (mit thrashigem Abschluss) Tore My Heart Out und dem leicht im Blues-Rock wildernden Downtempo-Stück Never Wrong halten Tremonti eigentlich alle Songs im Mid- bzw. Uptempo, wobei oft im Chorus das Tempo ein wenig gedrosselt wird, dafür aber die einzelnen Strophen richtig gut abgehen. Mit den beiden Über-Balladen Dust und Unable To See setzt sich Mark Tremonti bei mir ein Denkmal. Das ist grandios, nicht von dieser Welt, unfassbar gut, an- und berührend, sehr tief gehend – habe ich, als bekennende Balladen-Verweigerin das jetzt wirklich geschrieben? 😀

Die erste Frage, die mir gestellt wurde, als ich erzählte, dass ich das Review zu diesem Album schreibe, war „klingt das wie Alter Bridge oder wie Creed?“. Den Vergleich mit Creed würde ich jetzt, bis auf die beiden Balladen, bei denen Mark Tremonti sogar ansatzweise wie Scott Stapp klingt, mal nicht wagen. Ein wenig Alter Bridge ist hier allerdings schon zu finden, was ja nicht das Schlechteste ist.

Fazit: Den ersten Hördurchlauf für dieses Album habe ich mir auf der Fahrt zur Arbeit im Auto gegeben, und das war die beste Idee, die ich haben konnte. Mit so einer Musik ist alles andere egal, da interessieren weder Drängler noch Schleicher, der Stau auf der Autobahn könnte gern noch länger dauern, und die irritierten Blicke von links und rechts, weil ich headbangend am Lenkrad sitze (natürlich nur im Stau und an roten Ampeln), amüsieren mich. Da ist jeder Song ein kleines Meisterwerk für sich. Für mich schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres Alternative Rock! Zumindest hat Herr Tremonti erst einmal auf dem Thron Platz genommen und wird wahrscheinlich erst mal dort sitzen bleiben können. Den einzigen Punktabzug, den man geben könnte, wäre für die viel zu kurze Spielzeit 😉

Anspieltipps: alles
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