Triptykon – Requiem (Live At Roadburn 2019) Featuring The Metropole Orkest

Das Requiem von Celtic Frost / Triptykon endlich komplett live mit Orchester

Artist: Triptykon

Herkunft: Zürich, Schweiz

Album: Requiem (Live At Roadburn 2019) Featuring The Metropole Orkest

Genre: Gothic, Death Metal, Black Metal, Doom Metal

Spiellänge: 46:00 Minuten

Release: 15.05.2020

Label: Century Media Records

Link: https://www.triptykon.net

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Tom Gabriel Warrior
Gitarre, Gesang – V. Santura
Bass, Gesang – Vanja Slajh
Schlagzeug, Percussion – Hannes Grossmann

Gastmusiker Requiem Live

Safa Heraghi – Requiem live co-lead vocalist

Tracklist:

  1. Rex Irae (Requiem, Chapter One: Overture)
  2. Grave Eternal (Requiem, Chapter Two: Transition)
  3. Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)

Die Schweizer Avantgarde/Extreme Metaller Triptykon veröffentlichen am 15.05.2020 ihr neues (Live) Album Requiem (Live At Roadburn 2019). Erscheinen wird es über Century Media Records. Century Media Records spendiert den Schweizern folgende Ausgaben:

Special Edition CD + DVD Mediabook (With booklet of 36 pages); Ltd. Gatefold 180g. LP + DVD (With LP-Booklet of 12 pages and 2x poster); Standard CD Jewelcase; Ltd. Deluxe Artbook with coloured LP + CD + DVD + coloured 7Inch (With bonus track, score book of 60 pages, 3x poster, artprint and photocard).

Die Gatefold Vinyl LP wird es in folgenden Farben/Limitierungen geben: Black Vinyl, White vinyl (200 Stück); Golden vinyl (300 Stück); Transp. Magenta vinyl (300 Stück); Silver vinyl (200 Stück); Orange vinyl (200 Stück); Clear vinyl (200 Stück).

Requiem (Live At Roadburn 2019) markiert den genialen Abschluss eines über 30-jährigen Projektes: Das legendäre Celtic Frost / Triptykon Requiem wurde zum ersten Mal in seiner Gesamtheit durch die Band und mit vollständiger klassischer Orchestrierung mit dem niederländischen Metropole Orkest aufgeführt.

Frontman Tom Gabriel Warrior zum vorliegenden Album:
„… Dieses Album ist das Ergebnis von zwei Jahren leidenschaftlicher Arbeit und markiert den Abschluss einer musikalischen Idee, die vor über drei Jahrzehnten erstmals in Betracht gezogen wurde. Darüber hinaus repräsentiert dieses ‚Requiem‘ auch die erste Aufnahme von Schlagzeuger Hannes Grossmann mit Triptykon, und wir sind sehr stolz darauf. Es war eine unglaubliche Ehre, mit dem Metropole Orkest, dem Dirigenten Jukka Iisakkila, der Gastsängerin Safa Heraghi und dem angesehenen Roadburn Festival zusammenzuarbeiten. Tatsächlich hätte es keinen besseren Partner für das Requiem-Projekt als Roadburn geben können. Wir veröffentlichen dieses Requiem-Album in Erinnerung an unsere zutiefst vermissten Freunde und Mitarbeiter Martin Eric Ain und HR Giger. „

Das Album enthält also das komplette Requiem, welches sich in drei Teile teilt. Rex Irae (06:34 min.) erschien erstmals auf dem 1987er Album Into The Pandemonium von Celtic Frost. Der zweite Teil Grave Eternal (32:28 min.) wurde komplett neu geschrieben/veröffentlicht. Der dritte Teil Winter (06:54 min.) erschien erstmals auf dem 2006er Album Monotheist von Celtic Frost.

Nach Fertigstellung des ersten Teils Rex Irae war es ursprünglich beabsichtigt, die beiden fehlenden Teile des Requiems auf absehbare Zeit fertigzustellen und alle drei Abschnitte als komplette EP/Album zu veröffentlichen. Es gab jedoch einen Konflikt mit dem damaligen Label, welches letztlich zum Zerfall der Gruppe in 1987 führte.

Es sollte bis 2002 dauern, bis der dritte Teil Winter in einer Wiederbelebungsphase der Band Celtic Frost geschrieben und 2006 auf dem Album Monotheist veröffentlicht wurde. Die Band Celtic Frost zerfiel 2008 ein weiteres Mal und so blieb der mittlere Teil von Requiem erneut unvollendet.

Walter Hoeijmakers, der Gründer des angesehenen Roadburn Festivals kontaktierte 2018 Triptykon (als Nachfolger von Celtic Frost), um seine Unterstützung für die Fertigstellung anzubieten. Für die Uraufführung schlug er Roadburn als Veranstaltungsort vor. Das war der nötige Anstoß, und so begann Tom Gabriel Warrior den Mittelteil Grave Eternal zu schreiben.

Es war Hoeijmakers, der die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Orchester Metropole Orkest vorschlug. Als Dirigent wurde Jukka Isakkila aus Finnland ausgewählt, Arrangeur war der langjährige Triptykon Partner Florian Magnus Maier.

Anzumerken ist, dass das Celtic Frost / Triptykon Requiem von Anfang an für Band und Orchester geschrieben und hier nicht Metalsongs in Orchestermusik umgeschrieben wurden.

Es folgte ein Jahr des Songwritings, Arrangierens, Treffen und der Festlegung der Konfiguration des Orchesters. Zum ersten Mal aufgeführt wurde dann Requiem in zwei Generalproben von Band und Orchester am 10. und 11. April 2019 in Hilversum, Niederlande. Die hier aufgenommene Liveperformance erfolgte dann in Roadburn am 12. April 2019.

Herausgekommen ist dabei eine wirklich eindrucksvolle Aufnahme, die die Band Triptykon bei dieser Aufnahme durch die tunesische Sängerin Safa Heraghi verstärkt zeigt. Die Overtüre Rex Irae geht ohne Unterbrechung in das nachfolgende Kernstück Grave Eternal über. Noch recht viel Bewegung vernehmen wir in Rex Irae, zwar schon das später Ankommende heraufbeschwörend, aber immer noch mit sehr vielen metallischen Elementen, die in den anderen beiden Stücken komplett in den Hintergrund treten. Von dieser Ouvertüre des Requiems sollte man sich nicht täuschen lassen.

Grave Eternal ist dann über eine halbe Stunde schaurig schön. Zunächst düster, doomig angelegt. Fast bedrohlich würde ich sogar sagen. Sehr schöne Bläsereinlagen, die Grave Eternal unheimlich aufwerten, sich dabei jedoch nie in den Vordergrund spielen, sondern im wohligen Einklang sind, bis die Leadgitarre für eine Zeit praktisch den Song übernimmt und ihm sogar einen leichten Pink Floyd Touch gibt. Safa Heraghi am Mikrofon hört sich so an, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hätte, als mit Triptykon zu performen.

Ab Minute 06:30 erfährt das Stück erneut eine Wende. Spärliche Instrumentierung, die eine unheimliche Stimmung verursacht. Glockenschläge dabei, Streicherparts und Grave Eternal hört sich absolut gespenstisch an. Nach 09:30 Minuten ist erst der Gesang von Tom Gabriel Warrior zu vernehmen, düster und die Stimmung noch ein Stück weiter runterziehend. Das ewige Grab öffnet sich und zieht die Mitwirkenden zu sich herab.

Trotz des Orchesters wirkt das Stück nie überinstrumentiert. Eine düstere und unheimliche Atmosphäre wird geschaffen. Es wird nie versucht, mit Bombast ans Werk zu gehen. Das ist gut so, denn genau so wird hier eine unheimliche Atmosphäre aufgebaut. Die tiefen Blasinstrumente ziehen den Song immer weiter runter, während die Streichinstrumente versuchen, ihn am Leben zu halten. Der Song ist bei der Hälfte angelangt so düster und morbide, wie ein Grab nur sein kann. Als orchestralen Funeral Doom würde ich Grave Eternal bezeichnen wollen. Die Liveaufführung von Grave Eternal endet mit Applaus, woran man dann auch beim Hören erkennt, dass es sich um eine Liveaufnahme handelt.

Knappe sieben Minuten bleiben im Finale mit Winter bis zum Ende. Unheimlich schwermütig mit dichtem Soundgefüge übernimmt der Winter das Ruder und ummantelt die Landschaft und einem dichten Grau.

Lang anhaltender Applaus, den die Akteure absolut verdient haben, schließt die Aufnahme ab.

Triptykon – Requiem (Live At Roadburn 2019) Featuring The Metropole Orkest
Fazit
Schwermütiger orchestraler Funeral Doom in Gemeinschaftsarbeit der Schweizer Band Triptykon mit dem niederländischen Orchester The Metropole Orkest. Ganz starke Performance aller Musiker. Hervorzuheben insbesondere die Performance von Safa Heraghi als Gastsängerin. Eine schaurige schöne Totenmesse - Requiem!

Anspieltipps: alle
Juergen S.
9.7
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