U.D.O. – Touchdown

Die Altmeister Udo Dirkschneider und Peter Baltes zeigen, wo der Heavy-Metal-Hammer hängt

Artist: U.D.O.

Herkunft: Deutschland

Album: Touchdown

Spiellänge: 53:53 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 25.08.2023

Label: Atomic Fire Records

Link: https://www.udo-online.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Udo Dirkschneider
Gitarre – Andrey Smirnov
Gitarre – Dee Dammers
Bassgitarre – Peter Baltes
Schlagzeug – Sven Dirkschneider

Tracklist:

1. Isolation Man
2. The Flood
3. The Double Dealer’s Club
4. Fight For The Right
5. Forever Free
6. Punchline
7. Sad Man’s Show
8. The Betrayer
9. Heroes Of Freedom
10. Better Start To Run
11. The Battle Understood
12. Living Hell
13. Touchdown

Der 71 Jahre junge Udo Dirkschneider legt mit U.D.O. einen Touchdown. Der Begriff ist primär aus dem US-Sport bekannt. Eine Mannschaft trägt den Ball über die Linie und sorgt damit für einen Touchdown. Es stellt sich die Frage, was Udo Dirkschneider und seine Mitstreiter musikalisch über die Linie gebracht haben oder – wie auf dem Cover zu sehen – im Wasser landen beziehungsweise Schiffbruch erleiden.

Zunächst gibt es eine nicht unwichtige Personalie bei U.D.O.: Der neue Bassist ist Peter Baltes, der lange Jahre gemeinsam mit Udo Dirkschneider bei Accept tätig war. Im Hintergrund agiert Stefan Kaufmann, sodass drei langjährige Weggefährten von Udo Dirkschneider bei U.D.O. und Touchdown zu finden sind.

Isolation Man eröffnet die Scheibe und klingt teilweise wie zu besten Accept-Zeiten. Viele Lyrics beschäftigen sich mit aktuellen Themen. Isolation Man behandelt die Pandemie, The Flood die Flut im Bergischen Land, welche das Studio der Dirkschneiders zerstörte. Der erste Ohrwurm nistet sich bei The Double Dealer’s Club in die Gehörgänge der Fans.

Mit Fight For The Rights verarbeitet Gitarrist Andrey Smirnov die erlebten Kriegstraumata in der Ukraine und liefert nebenbei ein Gitarrensolo, das ein wenig an Metal Heart erinnert. Auch die weiteren Nummern wie Forever Free, Punchline oder Sad Man’s Show liefern hochwertigen Heavy Metal. Hervorstechend ist der Variantenreichtum auf der LP. Instrumentale Passagen, Ohrwurmrefrain und gradliniger, schneller Heavy Metal: Es scheint fast, als würde der Zahn der Zeit an Udo Dirkschneider vorbeigehen. Nicht nur einmal fühlt man sich in die 80er-Jahre und zu den großen Accept-Zeiten versetzt. Das Highlight der Scheibe folgt zum guten Schluss: Der Titeltrack Touchdown setzt einer bärenstarken Scheibe die Krone auf und dürfte bei der für 2024 geplanten Tour für kräftig Stimmung sorgen.

U.D.O. – Touchdown
Fazit
Auch mit 71 Jahren kann Udo Dirkschneider seine Vocals brillant in Szene setzen. Ob es die Rückkehr des alten Weggefährten Peter Baltes ist oder der Input der jungen Mannschaft, U.D.O. legen ein hervorragendes Heavy-Metal-Werk auf den Tisch, bei dem jeder Fan zugreifen muss. Auch die Anhängerschaft vom 80er-Jahre Metal sollte ein Ohr riskieren. U.D.O. klingen 2023 unglaublich frisch und liefern mit Touchdown ein Jahreshighlight.

Anspieltipps: The Double Dealer’s Club, Forever Free und Touchdown
Franziska W.
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