Wardruna – RAGNAROK TOUR 2016 am 12.11.2016 im Eventpalast Leipzig

Eventname: RAGNAROK TOUR 2016

Headliner: Wardruna

Ort: Eventpalast Leipzig

Datum: 12.11.2016

Kosten: 39,75 €

Genres: Heidnische Liedkunst, Folk, Ambient

Veranstalter: In Move GmbH

Link: https://www.facebook.com/events/1001019713281187/

Wardruna

Wardruna:
Wardruna
ist ein musikalisches Projekt zur Erkundung und Erweckung der Erinnerung an die „nordische Spiritualität und Weisheit“ und die Runen des älteren Futharks. Das Projekt wurde 2003 von Einar „Kvitrafn“ Selvik zusammen mit Gaahl und Lindy Fay Hella gestartet. Es hat zudem 2009 ein Album basierend auf acht der Runen veröffentlicht. Im März 2013 wurde das zweite Album veröffentlicht, das ebenfalls auf acht Runen basiert. Ein weiteres Album, wiederum basierend auf acht Runen, ist geplant.

Im Jahr 2014 wurde bekannt, dass Wardruna sich am Soundtrack für die zweite Staffel der kanadisch-irischen Fernsehserie Vikings beteiligen würde. Am 22. Januar 2015 veröffentlichten sie zudem mit der kanadischen Künstlerin Anilah nach intensiver einjähriger Zusammenarbeit eine gemeinsame Bearbeitung von Anilahs Track „Warrior“ als „Warrior (Revisited)„. 

Quelle: Wikipedia

Für uns sollte dieser Abend einer der schönsten Abende überhaupt werden, denn Wardruna spielen ihr einziges Deutschlandkonzert genau vor unserer Haustür. Da die Karten nach einigen Tagen bereits ausverkauft schienen, konnten wir uns glücklich schätzen, direkt bestellt zu haben. Auf einigen Plattformen tobten die Preise für Restbestände von Banditen, die ihre Karten zu überteuerten Preisen unter die Fans schieben wollten. So war es keine Seltenheit, dass man diese dann für den doppelt – oder dreifachen Preis erhaschen konnte.

Am besagtem Tag hibbelten wir also schon einige Stunden vor Konzertanfang herum und konnten den Auftritt von Einar und Co. kaum erwarten. Viele Freunde und Fans begaben sich teils früh schon auf den Weg nach Leipzig. So war es keine Seltenheit, dass man mit Fans aus ganz Europa in Gespräche verwickelt wurde und Erfahrungen und Erwartungen austauschen konnte. Auch notgedrungen, wie sich zu späterer Stunde herausstellte.
 
Der Eventpalast Leipzig ist einer der schönsten Konzertsäle überhaupt. Ein Highlight, welches ich so noch nicht betreten durfte. Weitere Informationen knüpfe ich wie gewohnt an, denn auch die Kultur sollte bei so einer Veranstaltung nicht auf der Strecke bleiben.

Eventpalast Leipzig

Eventpalast Leipzig:
Der unter Denkmalschutz stehende Bau wurde vom Architekten Wilhelm Kreis als „Betonhalle“ für die IBA 1913 konstruiert und unter Führung Rudolf Wolles errichtet. Er ist der einzige Bau auf dem Ausstellungsgelände, der von der IBA noch erhalten ist. Er sollte die Leistungsfähigkeit der jungen Stahlbetonbautechnik demonstrieren. Der 120 Meter lange Baukörper wird von einer Kuppel mit 30 Meter Durchmesser beherrscht, die eine 28 Meter hohe Halle überdeckt und die zusammen mit der Frontgestaltung an das römische Pantheon erinnert. In einer Bauzeit von nur sechs Monaten über den Winter 1912/1913 wurden 24.000 Tonnen Beton und 400 Tonnen Stahl verbaut. Durch die Gestaltungselemente der Halle aus steinmetzmäßig bearbeitetem Vorsatzbeton sollte die „Architekturfähigkeit“ des Stahlbetons demonstriert werden.

Zur IBA fanden hier die Präsentationen der Betonindustrie, der Stadt Leipzig, des preußischen Staats und die wissenschaftliche Abteilung der Ausstellung ihren Platz. Außerdem enthielt die Halle die so genannte Leipziger Jahresausstellung, eine Kunstausstellung über die letzten 30 Jahre.
Im Jahre 1914 diente sie der „Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (BUGRA)“, bevor sie ab dem Jahre 1920 fester Bestandteil des Technischen Messegeländes wurde. In den 1930er Jahren erhielt sie die Nummer 12 der Messehallen und bei der letzten Umnummerierung der Gebäude auf dem Messegelände die Nummer 16.

Eventpalast Leipzig

Heutige Nutzung: Seit dem 29. März 2006 wird das Gebäude nach einem Umbau zusammen mit weiteren Bereichen als eigenständiges Veranstaltungszentrum genutzt, zunächst unter dem Namen Volkspalast, ab 2010 als Pantheon Leipzig. Eine moderne technische Ausstattung in Kombination mit zahlreichen Bestuhlungsvarianten ermöglicht die Nutzung der Halle für unterschiedliche Veranstaltungen. Auf den rund 780 m2 finden bis zu 2.000 Personen Platz. Die Location bietet den Rahmen für außergewöhnliche Licht- und Laserinszenierungen. Da der Gebäudekörper nicht brennbar ist, ist auch der Einsatz von Pyrotechnik möglich. Seit Februar 2012 wird das Haus unter dem Namen Eventpalast geführt. Der Mitteldeutsche Rundfunk nutzt den Eventpalast seit Januar 2014 als Aufzeichnungsort für die Sendung Meine Schlagerwelt mit Ross Antony als Moderator im Wechsel mit anderen Schlagersängern.

Quelle: Wikipedia

Der Ansturm ist groß. Ungefähr eintausend Menschen versammeln sich vor der Location und drängen sich auf dichtem Raum aufeinander. Die Hallen sollten gegen 19:30 Uhr geöffnet und für jeden Besucher zugänglich gemacht werden. Leider war dem nicht so. In Eiseskälte ging es schubweise voran. Etwa 15 Personen dürfen passieren, danach wird die Tür geschlossen. Wieder 15 Personen dürfen passieren, wieder minutenlanges Warten. Was das sollte, konnte man uns auf Nachfrage nicht erklären, denn auch wir werden weder ausgiebig kontrolliert noch aufgehalten. Da das Konzert eigentlich 20:30 Uhr beginnen sollte, wir jedoch mittig stehen und erst zwanzig Minuten vor Beginn den Innenbereich betreten können, ist abzusehen, dass es hier Verzögerungen geben wird. Jedoch entschädigt die schöne Lokalität alles bisher Dagewesene. Ein wunderschöner Palast. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der sehr hohe Mittelraum, oben auch beschrieben als „Kuppelhalle“, ist eindrucksvoll. Auch mächtig und anmutig. Spiegel an den Wänden vermitteln einen wunderschönen Eindruck und auch im Außenbereich der Kuppelhalle, den Theken, wurde nicht gespart. Eigentlich kann man das mit einem Ballsaal vergleichen. Anderes würde mir persönlich nicht einfallen. Ein wenig verdutzt bin ich jedoch von der Beleuchtung. Hängen hier wirklich Ikealampen? Na gut, wie dem auch sei. Auf gehts auf Platzsuche.

Diese gestaltet sich nicht gerade einfach. Vorne stehen ist jedoch irgendwie möglich, wenn man sich mit hasserfüllten Gesichtern und Kommentaren abfinden kann. Ob nun hinten oder vorne stehen, irgendwie erhascht man immer einen kleinen Blick auf die Bühne, die sich mit dem Wort „niedlich“ wohl am besten beschreiben lässt. Aber wir sind nicht hier, um über Bühnenaufbau zu reden, sondern um uns von der heidnischen Liedkunst in Trance versetzen zu lassen.

Wardruna

Als die Musiker die Bühne betreten, wird es laut. Sehr laut. Jubelnde Menschen, klatschende Hände und strahlende Gesichter füllen den Raum aus. Zu Beginn klingen die trompetenartigen Instrumente durch den gesamten Saal. Es wird still. Kein Mensch redet. Wenn dem doch so ist, fliegen Fäuste oder zumindest böse Worte. Ohne große Reden bzw. kommentarlos stellen Einar und Co. ihre perfekt inszenierte Show in Darstellung. Atmosphärisch und wie in Trance versetzt lassen auch wir uns auf diese Reise ein und durch die Musik in andere Zeiten versetzen. Soundlich abgestimmt kann man sagen, dass der Eventpalast die perfekte Wahl schlechthin ist. Alles klingt 1 zu 1 wie auf Platte. Anmutig und ohne Playback. Alles live. Wir sind verzaubert.

Zum Ende hin werden ebenfalls Klassiker wie Helvegen oder Fehu angestimmt, was wohl jedem Fan ein wahres Ritual sein dürfte. Auch eine kurze Rede dürfen wir vernehmen, in der „Sänger“ Einar sich fast für seine sehr ruhigen Klänge bei denjenigen entschuldigt, die etwas Rockigeres erwartet haben. Ein wahres Fest mit fünfundvierzig Minuten Verspätung und etwa 70-80 Minuten Spielzeit.

Bevor wir diese wunderschöne Lokalität verlassen, machen wir noch einen Abstecher zum Merchandise. Hier finden wir Hoodies, T-Shirts, Fahnen oder auch Jutebeutel zu durchschnittlichen Preisen vor. Viele andere Gäste besuchen noch die angekündigte Autogrammstunde, der wir wegen des hohen Besucheraufkommens aus dem Weg gehen. Genug Erinnerungen bleiben uns definitiv erhalten!

Wardruna

Vielen Dank, dass wir bei diesem wunderschönem Event dabei sein durften. Es wäre ein Fest, Wardruna noch einmal in Deutschand sehen zu können!

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