Warlord – The Lost Archangel

Mehrwert oder unnötige Kompilation?

Artist: Warlord

Herkunft: Los Angeles, USA

Album: The Lost Archangel

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Epic Metal

Spiellänge: 76:36 Minuten

Release: 27.06.2025

Label: High Roller Records

Links: https://www.hrrecords.de

Bandmitglieder:

Gesang – Giles Lavery
Schlagzeug – Mark Zonder
Gitarre – Eric Juris
Gitarre – William J Tsamis
Bass – Philip Bynoe
Gitarre – Diego Pires
Keyboard – Jimmy Waldo

Gastmusiker:

Keyboard – Angelo Vafeiadis
Gitarre – Paolo Viani

Tracklist:

  1. Golgotha (The Place Of The Skull)
  2. The Rainbow
  3. Lost Archangel
  4. Stygian Passage
  5. Enemy Mind (2025)
  6. 70,000 Sorrows (2013/2025)
  7. Night Of The Fury (2013/2025)
  8. Father (Live in Athens 2013)
  9. Glory (Live in Athens 2013)
  10. Soliloquy (Live in Athens 2013)
  11. Lucifer’s Hammer (Live 2024)
  12. Black Mass (Live 2024)
  13. Child Of The Damned (Live 2024)

Bevor es zur Scheibe und der darauf befindlichen Musik geht, eine Information vorab. Ob Warlord ohne William J Tsamis noch unter diesem Namen Platten veröffentlichen sollten, ist nicht Gegenstand der Betrachtung. Es geht ausschließlich um die Musik, die Mark Zonder und Co. auf The Lost Archangel zusammengestellt haben.

Der Begriff Zusammenstellung macht bereits klar, dass es sich um ein Sammelsurium handelt, bei dem sich auch Liveaufnahmen mit William J Tsamis auf der Hardware befinden. Doch der Reihe nach. Die ersten vier Stücke sind Singles, die Warlord in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht haben, die aber bisher nicht auf Hardware zu finden sind. Golgotha (The Place Of The Skull) und Stygian Passage stammen von Guardian Lord-Scheiben.

Warlord – Bandfoto

Enemy Mind (2025), 70,000 Sorrows (2013/2025) und Night Of The Fury (2013/2025) sind weitere Nummern aus dem Guardian Lord-Fundus, die 2013 aber nicht mit der Anthology bereits veröffentlicht worden sind. Die drei Nummern haben Warlord übernommen und auf The Lost Archangel gepackt.

Der Livemitschnitt aus dem Jahr 2013 (Father, Glory, Soliloquy) stammt von Warlord und Guardian Lord, die 2012 und 2013 veröffentlicht wurden und die mit Tsamis in Athen live zu erleben waren. Die finalen drei Tracks sind Klassiker, die mit der aktuellen Bandbesetzung im vergangenen Jahr live gespielt worden sind.

Soweit zu den Fakten der Warlord-Veröffentlichung. Eine Diskussion über die Livemitschnitte von Lucifer’s Hammer oder Child Of The Damned ist unnötig. Die jetzige Bandbesetzung ist technisch beschlagen und intoniert die alten Tracks hervorragend. Auch die ausgebuddelten Guardian Lord-Sachen wie Enemy Mind oder 70.000 Sorrows passen auf jedes Warlord-Worshipping-Album und liefern die erhabenen epischen Melodien, für die Warlord stehen.

Die drei Livemitschnitte mit Tsamis sind von der Qualität etwas schwächer als die aktuellen Liveversionen. Dafür ist die Gitarre unverkennbar der Meister selbst, sodass auch Father, Glory und Soliloquy sich gut in die knapp 80 Minuten einreihen.

Warlord – The Lost Archangel
Fazit
Eine weitere Kompilation von Warlord, die einige Livenummern in verschiedenen Bandbesetzungen bietet. Dazu die bereits digital veröffentlichten Singles der neuen Bandbesetzung und Einspielungen einiger Guardian Lord-Tracks. Jedes Stück für sich ist gut produziert und kann sich hören lassen.

Ob die Zusammenstellung in der Form als The Lost Archangel Sinn ergibt, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Es vermischen sich Liveaufnahmen und Bandbesetzungen, sodass es spätestens bei der gesamten Betrachtung des Materials um William J Tsamis gehen wird. Eventuell wären zwei EPs, einmal mit dem Studiomaterial der aktuellen Besetzung, gefolgt vom Live-Material, die bessere Wahl gewesen. Am Ende gibt es sowohl Argumente Pro als auch Contra The Lost Archangel. Die Fanbase von Warlord wird diese Frage am Ende mit der Kaufentscheidung beantworten.

Anspieltipps: Glory, Father, Soliloquy und Lucifer's Hammer
Franziska W.
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