Within The Ruins – Black Heart

Eine heftige Mixtur, die es in sich hat

Artist: Within The Ruins

Herkunft: Massachusetts, USA

Album: Black Heart

Spiellänge: 44:40 Minuten

Genre: Metalcore, Progressive Metalcore, Deathcore

Release: 27.11.2020

Label: eOne

Link: https://www.facebook.com/withintheruins

Bandmitglieder:

Gesang – Steve Tinnon
Gesang, Bassgitarre – Paolo Galang
Gitarre – Joe Cocchi
Schlagzeug –  Kevin McGuill

Tracklist:

  1. Domination
  2. Deliverance
  3. Black Heart
  4. Open Wounds
  5. Eighty Sixed
  6. Devil In Me
  7. Hollow
  8. Outsider
  9. Rcklss
  10. Ataxia V

Within The Ruins haben jetzt rund 15 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel. In dieser Zeit entstanden drei EPs und fünf Full-Length Alben, die durch die Bank hinweg gute Kritiken eingefahren haben. In der Vergangenheit waren sie auf Tour mit Killswitch Engage, The Black Dahlia Murder, Suicide Silence und As I Lay Dying. Jetzt steht die Veröffentlichung ihres sechsten Studioalbums Black Heart kurz bevor. Am 25. September erschien bereits die Single-Auskopplung für den Song Deliverance, einen Tag später verkündete die Band in den sozialen Medien das Releasedatum für die neue Scheibe. Hierfür ist der 27. November 2020 angesetzt. Label eOne bezeichnet den Sound des neuen Langeisens als monströs vernichtend, der den Vorgänger Halfway Human (2017) übertreffen wird. Für ungeduldige Fans ist schon jetzt eine Vorbestellung (hier) möglich.

Der ursprüngliche Sound von Within The Ruins basiert auf klassischen Metalcore- und Deathcore-Elementen, die später verstärkt in eine progressivere Spielweise übergehen. Seit rund sieben Jahren nehmen die stets dominanter werdenden Synthie-Spielereien deutlich zu, was dem einen oder anderen vermutlich auf den Sack gehen wird. Es ist einfach eine Frage des Geschmacks, ob man es mag oder auch nicht. Diese Soundcharakteristik ist in jedem Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Dahinter stecken viele Jahre harte Arbeit und Stilentwicklung. Das Songwriting hat merklich an Bandbreite sowie Qualität gewonnen. Die Kompositionen sind mit der Zeit immer komplexer und experimenteller geworden. Hinzugekommen sind unter anderem Elemente aus Thrash, Hardcore sowie Djent – Grenzen zu diversen Subgenres gehen dabei fließend ineinander über.

Wehklagende Leads leiten den Opener Domination ein. Nach dem 30-sekündigen Intro geht es gleich zur Sache. Harsches Growling, flinke Gitarrenläufe und scharfe Blastbeat-Salven preschen forsch voran. Dem gegenüber steht ein mehrstimmiger, melodischer Gesangspart wie in einem Battle – also völlig gegensätzliche Kontraste. Hinzu kommen noch spacige Synthie-Spielereien. Das ist eine Mixtur, wie sie schräger kaum sein könnte, die aber dennoch funktioniert. Deliverance setzt mit unverminderter Härte und Geschwindigkeit fort. Zusätzlich kommen hier Djent-Einlagen, aber auch schnittige Breakdowns zum Einsatz. Black Heart setzt durch verzerrte Gitarrensounds noch eins obendrauf. Die Melodie für den Klargesang lässt leichte Linkin Park-Anleihen erkennen – dazwischen mischt sich immer wieder wildes Gekreische. Dann rollen die ersten Nackenbrecher-Riffs heran, sie entfalten sofort ihre mitreißende Wirkung. Eigthy Six kann man nur als völlig durchgeknallt bezeichnen – irre, aber gut. Dieser Song klingt so, als ob man absolut gegensätzliche Zutaten zu einem Gericht vermischt und hinterher komplett überrascht ist, dass es auch noch richtig gut schmeckt. Hier sind Komponenten von hypnotisch wirkend Leads, zerstörendem Riffing und düsteren Breakdowns enthalten, die wiederum von penetranten Snythie-Einsprengseln durchkreuzt werden. Devil In Me und Hollow servieren wieder sattes Drummgeballer, begleitet von trotzigem Wutgeschnaube in bester Metalcore-Manier. Beide Nummern setzen auf wilde Tempowechsel. Outsider lässt das harmoniebedürftige Herz höherschlagen. Dieser hymnenartige Brecher hat sowohl mächtige Riffwände als auch melodische Parts mit leichtem Kitschfaktor im Gepäck. Bei Rcklss baut sich eine düstere Untergangsstimmung auf, die Unheilvolles erahnen lässt. Auch hier fließen wieder Djent-Einflüsse ein. Dieser eindringliche Song ist einfach nur schaurig schön. Rausschmeißer Ataxia V weiß am Schluss noch einmal zu überraschen. Die galoppierende Melodie erinnert an einen Triumphzug nach einer erfolgreichen Schlacht. Ohne Vorwarnung setzt dann plötzlich ein andalusisch anmutender Akustikgitarrenpart ein, mit dem man so gar nicht gerechnet hat.

Diese Setliste hat es wahrlich in sich! Mit unerwarteten Wendungen ist immer zu rechen – Langeweile hat hier keine Chance.

Formate: Limited Edition Digipak CD (500 Stück), Vinyl

Pre-Order: hier

Within The Ruins – Black Heart
Fazit
Die gesamte Trackliste von Black Heart hat sich als verdammt abwechslungsreich erwiesen, es ist wirklich kein Durchhänger dabei. Die zahlreichen Überraschungseffekte bieten schon recht üppiges Futter für die Gehörgänge. Hochwertiges Songwriting und komplexe Kompositionsstrukturen ziehen sich durch die gesamten Tracks. Keiner von diesen zehn Songs ist berechenbar, da kommt garantiert keine Langeweile auf. Das Ding ist rundum gelungen! Ich kann dieses Langeisen jedenfalls ohne Einschränkung empfehlen – eine lohnende Investition!

Anspieltipps: Black Heart, Eighty Six und Rcklss
Sandra R.
9.3
Leser Bewertung1 Bewertung
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9.3
Punkte
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