Wytch Hazel – V: Lamentations

Music made in Heaven

Artist: Wytch Hazel

Herkunft: Lancaster, England

Album: V: Lamentations

Genre: Hard Rock, NWoBHM, Heavy Metal, White Metal

Spiellänge: 46:37 Minuten

Release: 04.07.2025

Label: Bad Omen Records

Link: https://wytchhazel.bandcamp.com/music

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Colin Hendra
Schlagzeug – Aaron Hay
Gitarre – Alex Haslam
Bass – Andy Shackleton

Tracklist:

  1. I Lament
  2. Run The Race
  3. The Citadel
  4. Elements
  5. The Demon Within
  6. Racing Forwards
  7. Elixir
  8. Woven
  9. Heavy Load
  10. Healing Power

Wytch Hazel und Fronter Colin Hendra. Ein Streitfall in der Rock- und Metalszene? Die Schwarzmetaller, die auf Satanismus oder eine Anti-Christentum-Haltung setzen, kontern Wytch Hazel. Die Inspiration für die Lyrics ist sehr oft die Bibel. Hendra und seine Mitstreiter treten entsprechend auf. In der Regel in Weiß gekleidet und mit Kreuzen behangen. Die hängen aber nicht falschrum.

An diesem Ansatz ändert auch V: Lamentations nichts. Genauso ist das Verfahren bezüglich der Nummerierung geblieben. Auf III: Pentecost und IV: Sacrament folgt Longplayer Nummer fünf V: Lamentations. Ebenfalls ist die grundsätzliche musikalische Ausrichtung von Wytch Hazel seit dem Bandstart 2011 ähnlich. Da Hendra selbst bei Angel Witch an der Gitarre live aktiv war, ist die NWoBHM mit ihren rockigen und metallischen Facetten eine wichtige Orientierung. Dabei setzen Wytch Hazel auf Ohrwürmer, denen sich die Hörerschaft kaum entziehen kann. Gelingt das auch wieder auf V: Lamentations?

Wytch Hazel – Bandfoto Credits by Elly Lucas

Den Auftakt liefert die Kost von Wytch Hazel, die die Fans bereits kennen. I Lament überzeugt von den Instrumenten mit dem einen oder anderen 80er-Jahre-Effekt. Dazu gesellt sich ein Spannungsbogen, der in einem eingängigen Refrain mündet. Der Nachfolger Run The Race ist insgesamt noch zwingender mit dem typischen NWoBHM-Galopp. Der Songaufbau ist etwas unorthodox, aber alles andere als uninteressant und kein Schema F.

Über das leicht verträumt daherkommende The Citadel geht es zu Elements. Das Ding ist schon fast charakteristisch für Wytch Hazel und bereits in ähnlicher Form auf den vorherigen Alben zu finden. Es ist fast schon ein Überfluss an Ohrwürmern, die Wytch Hazel regelmäßig auf ihre Scheiben packen.

Nach dem lässigen Rocker The Demon Within schmiegt sich Racing Forwards in die Ohren der Hörerschaft. Beide Nummern sind nicht schlecht, stehen aber im Schatten von anderen Tracks. Über das Interlude Elixir startet Woven, genauso wie es für eine Nummer zwischen Metal und Hard Rock gehört. Der treibende Rhythmus und die betörenden Vocals von Hendra laden die Fans zum Headbangen und Mittanzen ein. Wer bei dem Titel Heavy Load an eine Hommage an die schwedischen Metaller um den leider verstorbenen Ragne Wahlquist denkt, der fühlt sich anfänglich mit der Rverb-Vocals bestätigt. Hendra und Co. drehen in der Folge in die eher schwermütige Richtung mit einer leichten Epik und gedrosseltem Tempo. Der Schlusspunkt Healing Power ist der Longtrack von V: Lamentations mit einer Laufzeit von mehr als sechs Minuten. Wytch Hazel packen nochmals ihren Zauberkasten aus, wobei Instrumente und Vocals wie aus einem Guss daherkommen, nie aufdringlich oder kitschig, aber immer zugänglich und technisch auf höchstem Niveau.

Wytch Hazel – V: Lamentations
Fazit
Auch Album Nummer fünf aus dem Hause Wytch Hazel liefert bockstarke Kost im Style der NWoBHM, wo sich Hard Rock und metallische Elemente treffen und gemeinsam mit den Vocals von Hendra in Szene gesetzt werden. Das Damoklesschwert der früheren herausragenden Taten auf III: Pentecost oder II: Sojourn sorgt dafür, dass V: Lamentations nicht wieder die Goldmedaille bekommt.

Es gibt genügend hervorstechende Stücke wie Run The Race, Woven, Heavy Load oder Healing Power. Dazu aber auch etwas weniger attraktives Material mit The Demon Within und Racing Forwards. Wer mit Sachen wie Ashbury, Tanith oder Seven Sisters etwas anfangen kann, sollte unbedingt seine Ohren in die neue LP von Wytch Hazel halten. Erneut kredenzen Hendra und Co. ihren Mitmenschen himmlische Melodien mit christlichen Lyrics, die aber nie aufdringlich oder mit dem gehobenen Zeigefinger rüberkommen. Selbst beinharte Satansbraten sollten mit den Melodien ihre Freude haben.

Anspieltipps: Run The Race, Woven und Healing Power
Franziska W.
9.5
Leserbewertung1 Bewertung
8
9.5
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