Yargos – The Dancing Mermaid

Auf der Suche nach der Ausrichtung

Artist: Yargos

Herkunft: Hannover, Deutschland

Album: The Dancing Mermaid

Spiellänge: 73:16 Minuten

Genre: Symphonic Metal, Power Metal, Progressive Metal

Release: 07.08.2020

Label: STF Records

Link: https://www.facebook.com/yargosband/

Bandmitglieder:

Gesang – Becky Gaber
Gitarre, Bassgitarre, Keyboard und Programming – Wieland Hofmeister
Gitarre, Bassgitarre, Keyboard, Schlagzeug und Programming – Kai Reuter

Gastmusiker:

Schlagzeug – Fritz Randow
Orchestration, Programming und Keyboard – Ottfried Mietzke
Keyboard – Ecki Hüdepohl
Gitarre – Andreas Kienitz

Tracklist:

  1. The Storm Is Coming
  2. Annie, Oh Mine
  3. You Won’t Get Far
  4. Mine Complete
  5. You Push Me
  6. Where Are You Now
  7. Contaminated (We’re All Damned)
  8. Two Girls (Don’t Come Knocking)
  9. Boneshaker
  10. All Your Demons
  11. It’s Breeding
  12. Lie To Me
  13.  (If I Only Could) Turn Back Time
  14. The Storm Is Passing

Heute liegt eine Scheibe von einer Band auf dem Tisch, welche 1973 gegründet wurde. Also 47 Jahre aktiv, bisher zwei Langeisen veröffentlicht und nun also Werk Nummer drei. Für ein Langeisen wurden also bisher im Schnitt etwas mehr als 15 Jahre benötigt. Solche Zahlen machen neugierig auf die Historie. Was ist in den 47 Jahren passiert?

Nach Time Machine gründen Wieland „Wielo“ Hofmeister und Dirk Werner die vorwiegend instrumental spielende Art Rock Formation Yargos. Mit dem Bassisten Günter Hofmann (mittlerweile verstorben) und Hans Jörg Sender an den Keyboards ist die Band komplett. Ein Studio sehen Yargos in diesem Line-Up nie von innen, dafür touren sie durch Deutschland, unter anderem als Support für UFO, Amon Düül II, Earth And Fire und Epitaph. Trotz musikalischem Potenzial überlebten Yargos nicht, es blieb aber der Lebenstraum von Wielo. In seinem Tonstudio arbeitet er als Musiker, Produzent, Verleger und Werbeprofi. Ein Versuch, ein Album mit Yargos im Jahre 2001 zu produzieren, scheitert. Erst mit dem Einstieg des ehemaligen Threshold Sängers Andrew „Mac“ McDermott gelingt der Erstling 2005 und To Be Or Not To Be erscheint. Am Bass agiert Peter Pichl (ex-Running Wild). Glück ist allerdings Yargos nicht vergönnt, Andrew „Mac“ McDermott verstarb 2011 an Nierenversagen. Im Anschluss gab es 2012 noch das Release von Magical Karma, wo Mac als Sänger von Yargos zu hören ist. Nun also eine neue Bandbesetzung um den Gründer Wieland „Wielo“ Hofmeister mit einer jungen Sängerin und etlichen Gastmusikern.

Das Intro ist sehr symphonisch und stimmt einen zu dem ein, was in den nächsten knapp 75 Minuten auf den Hörer einprasselt. Annie, Oh Mine ist primär symphonischer Rock oder Metal, welcher durch die eine oder andere Schreiattacke und progressive Riffings angereichert wird. Ziemlich überladen von Chören und Orchester kommt das Stück rüber. Mit You Won’t Get Far geht nahtlos weiter, auch musikalisch. Die schnellen Parts sind für mich Power Metal und beim zweiten Track ist bereits die Skip Taste notwendig. Mine Complete wird dann noch etwas poppiger und runder, es gibt auch mal etwas intensivere Gitarrenarbeit, aber insgesamt bewegt man sich eher bei Beyond The Black als im progressiven Metal. You Push Me ist leider auch nicht besser, nicht so rund, aber dafür nicht weniger überladen und langweilig, da retten auch ein paar nette Riffs nichts mehr. Die weiteren Tracks einzeln durchzugehen erspare ich jetzt meinen Ohren und den Lesern. Man fährt primär im symphonischen Wasser, mal mit mehr Power Metal, mal mit progressiven Elementen. Die knapp zehn Minuten Contaminated (We’re All Damned) liefern wenigstens Abwechslung, aber Begeisterung löst das Teil auch nicht aus. Spätestens bei Two Girls (Don’t Come Knocking) ist man im poppigen Singsang zurück, die elektronischen Spielereien dazu geben mir den Rest. Mehr gibt es eigentlich nicht zu schreiben zu dem Release.

Yargos – The Dancing Mermaid
Fazit
Wenn man die progressiven Gitarrenspielereien weglässt, dazu die Überladung mit Orchester und Co. reduziert und die Schreiattacken rauswirft, hat man evtl. ein schönes symphonisches, poppiges Metal oder Rock Release. So passen viele Dinge nicht zusammen. Die eher symphonische Stimme mit den Schreiattacken, das ständige Orchester bzw. Chorgedudel, die Gitarren sind ab und wann mal da, aber nicht so, dass diese einen Song mal dominieren würden. Die Stimme ist talentiert, keine Frage, allerdings würde ich die Dame nicht im progressiven, sondern im symphonischen Segment sehen. So ist das Release weder Fisch noch Fleisch und sorgt bei mir primär für Langeweile und Stirnrunzeln.

Anspieltipp: Contaminated (We're All Damned)
Jürgen F.
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