Lieder Am See am 19.07.2025 am Brombachsee in Enderndorf

Mehr als 6000 Menschen machen Lieder am See zur Party am See

Festivalname: Lieder Am See 2025

Bands: Birth Control, Mothers Finest, Slade, Michael Schenker Group, Fury In The Slaughterhouse, Alice Cooper

Ort: Enderndorf, Brombachsee

Datum: 19.07.2025

Kosten: Tagesticket 125 Euro

Genre: Hard Rock, Glam Rock, Soul, Rock

Veranstalter: Concertbüro Franken

Link: https://www.liederamsee.com/

Das Kult-Ein-Tages-Festival Lieder Am See am Strandbad Spalt/Enderndorf besticht – und das seit 14 Jahren – in erster Linie mit seiner tollen Lage am Brombachsee, zum anderen vereint es Klassik Rock und Hardrock gekonnt. Der Liegestuhl ist fast ein MUSS und neben zahlreichen Essens- und Getränkeständen lockt natürlich der Gang ins frische Nass. Und am Abend kann man auch noch gemütlich eine Runde auf der MS Brombachsee drehen.

So auch heute, als mehr als 6000 feier- und partywillige Fans bei bestem Wetter auf das Gelände strömen und schon beim Einlass um 11:30 Uhr für lange Schlangen sorgen. Der Campingplatz ist schon seit Freitag geöffnet, sodass sich der Anreisestau in Grenzen hält und man auch schnell einen Parkplatz findet.

So ist es auch kein Wunder, dass das Gelände bald gut bevölkert ist und die Menge sich einen Sitzplatz mit ihrem Liegestuhl ergattert oder auf die aufgestellten Bierbänke ausweicht. Schattenplätze sind leider Mangelware, sodass der See Aufenthaltsraum Nr. 1 wird – außer natürlich, man frönt vor der Bühne den Bands. Und die Bandauswahl kann sich sehen lassen: Birth Control, Slade, Mother‘s Finest, Michael Schenker, Fury In The Slaughterhouse und Alice Cooper sind für das Programm an diesen Tag zuständig. Alice Cooper-Fans sind dann auch vermehrt zu sehen und spätestens bei Fury In The Slaughterhouse in der ersten Reihe zu finden. Denn die Show will sich freiwillig natürlich keiner entgehen lassen und da heißt es dann auch mal länger ausharren.

Slade

Durch die langen Warteschlangen verpassen wir die erste Band des Tages, Birth Control, können dann aber bei Slade ab 14:30 Uhr mitfeiern. Während die Herren anfangs noch mit Jacke auf der Bühne stehen, entledigen sie sich dieser bald. Die Band aus den 60er-Jahren, die ihre größten Erfolge 1970 hatte, kann auf einen wahren Repertoireschatz zurückgreifen. Zu ihren Songs, die seit 2019 Russel Keefe präsentiert, gehören Tak‘ Me Bak ‚Ome, Run Runaway, Far Far Away, Bangin‘ Man oder My Oh My. Von der Originalbesetzung ist nur noch Gitarrist Dave Hill dabei. Die Band lässt es richtig krachen bei ihrer Zeitreise durch die Vergangenheit und nimmt die Zuschauer dabei gerne mit.

Mother´s Finest

Jetzt steht mit Mother’s Finest schmissiger Funk/Rock und Soul auf dem Programm. Es wird bunt und laut auf der Bühne und die Gründer der Mother‘s, Joyce und Glenn Murdock, können mit ihrem Groove das Publikum noch immer begeistern. Vor allem die Stimme von Joyce „Baby Jean“ Murdock haut alle aus den Socken und sie ist weit über den Platz zu hören. Respekt für so viel Stimmvermögen – und das in so hohem Alter. Mit an Bord bei der Band ist von Anfang an auch Gary „Moses Mo“ Moore, der sich mit der jetzigen Besetzung an Gitarre (John Hayes), Bass (Jerry Seay) und Schlagzeuger (Dion Derek Murdock) gut ergänzt. Nach der Wiedergründung 1989 hält das Bandgefüge jetzt fest – Zum Glück der Fans, die auch bei Lieder Am See wieder voll aus den Häuschen sind und Hits wie Burning Love, Can’t Fight The Feeling, Thank You For The Love, I Believe, Don’t Stop oder Baby Love mit der Band feiern.

Michael Schenker Group

Michael Schenker steht für satten und rockigen Hardrock. Und das können Michael Schenker und seine Band auch heute mal wieder unter Beweis stellen, und zwar eine ganze Stunde lang. Melodiöser Gitarrensound erfüllt den Platz, als das ehemalige Scorpions– und Ufo-Mitglied in die Saiten greift und loslegt. Ihm stehen seine Bandkollegen Bodo Schopf (Schlagzeug), Barend Courbois (Bass) und Steve Mann (Gitarre, Keyboard) in nichts nach und gemeinsam sorgen sie für das erste Rock-Highlight an diesem Konzerttag. Mit Robin McAuley haben sie seit 2022 den Frontmann gefunden, der die Songs auch passend interpretiert. Heute übernimmt für Ihn Erik Grönwall das Mikro. Ein bunter Rockmix wird in die Menge gepeitscht, bei der Natural Thing, Doctor Doctor, Mother Mary, I‘m A Loser, Love To Love oder Let It Roll nicht fehlen dürfen, bevor der Gig um 19 Uhr endet.

Der Platz füllt sich jetzt zusehends. Während ein Teil schon auf Alice Cooper wartet, sind die anderen auf Fury In The Slaughterhouse gespannt, die gerade auf Deutschland Tournee sind und dabei ihr Nr.1 Album Hope präsentieren.

Fury In The Slaughterhouse

Mit Leichtigkeit sorgen die Jungs um Sänger Kai Wingenfelder ab 20 Uhr für das nötige Feel-Good-Feeling auf dem Festival und nehmen die Fans mit auf eine Zeitreise durch die letzten 38 Jahre der Band. Amüsiert erwähnen sie, dass sie mal „nicht die Ältesten auf der Bühne sind“, lassen die Korken des (alkoholfreien) Bieres knallen und Kai schlängelt sich bei Radio Orchid einfach mal durch die Menge. Natürlich werden auch ernstere Töne angeschlagen wie bei Every Generation Got Its Own Desease oder Everyday Heroes, wobei man an die Alltagshelden erinnert. Band und Publikum sind gleichermaßen begeistert und feiern vor allem die älteren Songs: Milk And Honey, Letter To Myself, When I’m Dead And Gone, Won’t Forget These Days oder natürlich Time To Wonder. Loblieder auf die anderen Bands und natürlich den Meister, Alice Cooper, dürfen auch nicht fehlen. Für mich heute das erste Highlight des Festivals. Die Band hat musikalisch und gesanglich auch nach so langer Zeit nichts an ihrer Qualität und Spielfreude verloren, was Lust auf mehr macht. Auf neue Songs und weitere Konzerte der Rocker aus Hannover.

Alice Cooper

Mittlerweile ist es 21:30 Uhr. Genau die richtige Uhrzeit für Düsterrock von dem Meister persönlich, den Fürsten der Dunkelheit, Alice Cooper. Viel interessanter als seine Musik ist immer die Bühnenshow, die auch heute wieder alles bietet, was man von ihm gewohnt ist: Die Guillotine, die ihn enthauptet, die obligatorische Zwangsjacke, in die man den Meister steckt oder das Groupie, das man von der Bühne jagt. Mit sämtlichen Requisiten wird wild rumgefuchtelt oder in der Menge verteilt, Mrs. Cooper mimt die Adelsdame und dazwischen sorgen drei Gitarreros (Nita Strauss, Tommy Henriksen und Ryan Roxie) für den nötigen Sound auf der Bühne. Zusammen mit Chuck Garric (Bass) und Glen Sobel (Schlagzeug) vervollständigen sie die Band und sorgen – für die meisten im Publikum – für gute Stimmung. Vielen merkt man den langen, warmen Tag an, die ersten Regentropfen, die aufkommen und leider finde ich die Stimmung auf meiner Seite für eine Nummer wie Alice Cooper etwas träge. Einzelne Fans geben noch mal alles und werden auch immer postwendend von der Bühne mit einem Plektron belohnt. Songtechnisch ist alles vertreten, was man kennt und liebt: Welcome To The Show, No More Mr. Nice Guy, Bed Of Nails, Be My Lover, Lost In America, Go To Hell, Poison, Black Widow Jam und natürlich als Rausschmeißer School’s Out.

Was für eine Show und was für ein fulminantes Ende eines tollen Festivals mit der vielleicht schönsten Hintergrundkulisse – dem Brombacher See.