Nereis: sind zurück mit neuer Single „Around The Sun” und neuem Album im Gepäck

Befeuert vom Erfolg ihrer letzten Scheibe Turning Point, haben sich die fünf Modern-Prog-Rebellen Nereis aus Italien von der Südspitze Europas bis tief ins raue Baltikum mit ausgedehnten Tourneen bereits einen Namen gemacht. Jetzt holen sie erneut aus: nochmals gereift durch ihre eigene musikalischen Reise, kompositorisch ausgebuffter, jedoch auch nachdenklicher – gehörten sie doch zu den letzten Metal-Acts, die sowohl in der damals noch unberührten Ukraine als auch im benachbarten Russland Tausende Fans von ihrer sehnsuchtsvollen Musik begeistern konnten.

Mit dem für den 21. November angekündigten neuen Album Azure setzen die noch recht jungen Musiker ihre Mission fort, dem liebgewonnenen klassischen Heavy Metal und dem Hardrock, die einen bedeutenden Teil ihrer Jugend und frühen Karriere ausmachten, behutsam und respektvoll zu einer sanften Evolution zu verhelfen.

Dabei trifft das Schwelgerische, das ziehende Verlangen der frühen Hardrock-Romantik auf eine Prise kernig proggigen Metal, um gemeinsam zu einer atmosphärischen Dichte zu finden, wie man sie von einem wuchtigen Film-Soundtrack erwartet. Nereis selbst beschreiben diesen Ansatz so: “Wir wollten einen Sound kreieren, der die Hardrock-Nostalgie in uns und unserem Publikum befriedigt und gleichzeitig ein Gefühl von Frische und Experimentierfreude vermittelt, dabei aber einen eingängigen und leicht verständlichen Charakter behält.“

Einen ersten Vorgeschmack auf Azure, das vom renommierten Orchestermusiker und -Leiter Davide Dalpiaz produziert wurde, gibt es schon jetzt mit der brandneuen Videosingle Around The Sun:

Der heftig groovende Track, der zu den moshbarsten des neuen Albums gehört, beschreibt auf so brachiale wie troststiftende Art die Wehen des Einzelnen und der Menschheit im Angesicht von Disruption und Erneuerung, während wir mit dem zerbrechlichen Raumschiff Erde unseren ewigen Kreis um die Sonne ziehen: „Von Zeit zu Zeit sind Veränderungen notwendig, und sie vollziehen sich auf die gewaltsamste Art und Weise. Damit es eine Chance auf einen Neuanfang gibt, muss manchmal das, was vorher war, zerstört werden”, erklärt die Band und fügt hinzu: “Damit das Leben auf diesem Planeten gedeihen kann, müssen wir Lebewesen auf unserer zyklischen Reise um die Sonne erdulden, kämpfen, siegen und verlieren – bis wir die maximale Anzahl an Wintern und Sommern erreicht haben, die uns zugeteilt sind, und Platz machen für diejenigen, die nach uns kommen.”

Wie Around The Sun steht auch Azure ganz im Zeichen des Kosmos als beruhigende Konstante in jeglichem Leben. Immer wieder wird dabei der Blick von außen auf die Erde und auf ihr schmales, so vergänglich wirkendes blaues Band gerichtet, das uns schützt und das wir atmen. In Nereis’ Musik fühlt man oft, woher die Inspiration zu Azure stammt: von den Pionieren, die wir nur mit äußerster Gewalt von der Planetenoberfläche schießen können, um sie für eine kurze Zeit aus den Klauen der Gravitation zu befreien, damit sie uns diesen Blick auf uns selbst im großen Ganzen gewähren können.

Über Nereis
2007 unter dem Namen Black Star in Trento, Italien, gegründet, starteten Nereis zunächst als Cover-Act und tourten durch Italiens Pubs mit Hits von Größen wie u.a. Helloween, Iron Maiden, Saxon, Skid Row, Judas Priest und Alter Bridge, bis genug eigenes Material zusammenkam, das sie 2012 auf dem Demo Burnin’ Game veröffentlichten, gefolgt von der EP From The Ashes (2014).

Quelle: CMM

Im Laufe dieser Zeit spielte die Band etliche Dutzend Shows, unter anderem mit Chris Slade (ex-AC/DC), Riot V, Royal Hunt und Arthemis, gab Festivalauftritte auf dem Sun Valley Metal Fest und Rock Am Ring und brachte schließlich 2018 das erfolgreiche Album Turning Point auf Eclipse Records heraus, erstmalig unter dem neuen Namen Nereis. Das Album kam dermaßen gut an, dass Nereis in der Folge ausgedehnt mit Three Days Grace und Bullet For My Valentine tourten.

Währenddessen bewegte sich die Band vom ursprünglich rein gitarren-dominierten Sound hin zu einem Konzept, in dem die Grenzen der instrumentalen Ebenen verschwimmen: Mal folgt die Gitarre dem Gesang, mal der Gesang den Gitarren. Synth-Einsätze bilden eine Metaebene, die alles atmosphärisch dicht zusammenhält und die Musik stellenweise wie einen Soundtrack wirken lässt, ohne dabei jemals in die schwurbelige Dosenorchesterfalle zu tappen. In gewisser Weise kommt den Synths hier also keine vordergründig schmückende Rolle zu, sondern eine, die sich am ehesten mit der eines Mediators vergleichen lässt. Gemeinsam mit dem wuchtigen Fundament aus Bass und Drums vermitteln sie zwischen den Gitarrenläufen und dem Gesang, die sich so in einem Zustand perfekter Dualität halten können.

Bis heute zählen Bands wie Alter Bridge, Muse, Audioslave, Shinedown und Europe zu den großen Einflüssen des Quintetts, das nach einigen Besetzungswechseln aus Andrea Barchiesi (Leadgesang), Mattia Pessina (Gitarre), Samuel Fabrello (Gitarre), Michele Gelmi (Bass), Davide Odorizzi (Drums) besteht.

Insbesondere Andrea sticht mit seiner stimmlichen Bandbreite stark hervor und bekennt sich zu Joey Tempest (Europe) als gesanglicher Identifikationsfigur – selbst die Wasserflasche, mit der er sich während der Shows fit hält, gehörte bis zu einer Europe-Show im Jahr 2004 Joey Tempest. Sie wurde von Andrea nach einem Wurf ins Publikum aufgefangen und seitdem in Ehren gehalten. Was der Sänger, der damals auch in einer von ihm gegründeten Europe-Coverband aktiv war, damals noch nicht ahnen konnte: 20 Jahre später, im September 2024, eröffneten Nereis sogar selbst eine Europe-Show in der Trentino Music Arena, nachdem sie von ihren schwedischen Vorbildern persönlich unter den Teilnehmern des TMA Contests ausgewählt worden waren.

In dieser stabilen und tourerfahrenen Besetzung steht nun mit Azure ein neues Album an, an das sich Nereis-Fans in der fernen – und hoffentlich strahlenden – Zukunft der Band vermutlich schlicht als Das Blaue Album erinnern werden.

Nereis sind:
Andrea Barchiesi – Gesang
Mattia Pessina – Gitarre
Samuel Fabrello – Gitarre
Michele Gelmi – Bass
Davide Odorizzi – Drums