Bands: Purify, D.D.D.R, Mindreaper, Final Fortune
Ort: Kulturcafé (QKaff), Johann-Joachim-Becher-Weg 5, 55128 Mainz
Datum: 18.04.2026
Genre: Thrash Metal, Death Metal. Heavy Metal, Crossover
Kosten: keine
Veranstalter: Kulturcafé, Purify
Link: https://www.facebook.com/events

Purify-Gitarrist und Mainzer Metal-Szene-Urgestein Guido Holstein aka Holzbein hat Geburtstag. Wie alt er wird, wird nicht verraten, aber ihr könnt gerne nachrechnen. Es ist seine standardgemäße Sweet 16 Feier, genauer gesagt die 38. Jubilee Edition. Gleichzeitig existieren Purify nun schon 25 Jahre, wer hätte das gedacht? Da lassen es unser Guido und Purify natürlich so richtig krachen. Nicht nur die Purify-Bandmitglieder Tobias, Thomas, Adrian (von der Hängerbänd ausgeliehen) und Norbert sind eingeladen. Nein, er hat auch gleich mit Mindcreaper, Final Fortune und D.D.D.R drei weitere exquisite, befreundete Bands eingeladen. Neben den Bands sind noch eine Menge Freunde/Fans dabei.
Wir können es langsam angehen lassen, denn der erste Gig mit Final Fortune beginnt heute Abend erst um 21:00 Uhr. Die Location, das Kulturcafé (QKaff) in Mainz, ist uns bekannt, durch die erstklassigen Bands Am Montag Veranstaltungen und wir waren bereits auf Guidos Sweet 16 /34 Jubilee Edition.
Final Fortune – klassischer Heavy Metal als kraftvoller Auftakt
Final Fortune beginnen dann auch pünktlich und die haben als Opener nicht vor, Gefangene zu machen.
Seit über einem Jahrzehnt steht die Band aus dem Raum Koblenz für schnörkellosen, klassischen Heavy Metal, und genau das bringen sie hier auf die Bühne: keine modernen Spielereien, kein unnötiger Ballast – stattdessen ehrliche Riffs, eingängige Leads und eine Energie, die sofort zündet. Man merkt vom ersten Ton an, dass hier eine Band spielt, die genau weiß, wo ihre Wurzeln liegen.
Der Einstieg ins Set kommt direkt vom aktuellen Material: Hunt For Gold und Learn To Fly eröffnen druckvoll und setzen den Ton für den Abend. Der Sound im QKaff ist dabei angenehm klar, ohne steril zu wirken – Gitarren und Gesang stehen im Fokus, während Bass und Schlagzeug das Fundament liefern, präzise und ohne Schnörkel. Danach sorgt Power Of The Lightning für einen kurzen Blick zurück, bevor mit Electric Lover und Suicide Attack wieder die Gegenwart dominiert. Die Setlist pendelt geschickt zwischen älteren Tracks und neuem Stoff.
Im Zentrum steht Frontmann John Plaumann. Seine Stimme trägt die Songs mühelos durch den Raum – kraftvoll, aber kontrolliert, mit genau der richtigen Portion Rauheit. Er wirkt nicht wie jemand, der eine Rolle spielt, sondern wie jemand, der diese Musik lebt. Jeder Ton sitzt, jede Geste passt, das wirkt nicht einstudiert, sondern gewachsen.

Auch die Band als Ganzes präsentiert sich geschlossen und fokussiert. Das Zusammenspiel wirkt eingespielt, fast schon selbstverständlich. Ein klares Zeichen dafür, dass hier eine Formation auf der Bühne steht, die ihren eigenen Sound gefunden hat und ihn konsequent nach vorne trägt.
Als Opener liefern sie genau das, was man sich wünscht: einen energiegeladenen Start, der das Publikum sofort abholt – und gleichzeitig Lust auf mehr macht.
Mindreaper – düsterer Extreme Metal mit intensiver Sogwirkung
Nach einer kurzen Umbauphase übernehmen nun Mindreaper die Bühne und ziehen das Publikum sofort in ihren Bann.
Stilistisch bewegen sich Mindreaper im Bereich eines düsteren, modernen Extreme Metal, der Elemente aus Death Metal, Thrash Metal und atmosphärischen Soundscapes miteinander verbindet. Harte, teils dissonante Riffs treffen auf dichte Soundflächen und immer wieder eingestreute melodische Passagen. Das Ergebnis ist kein leicht konsumierbarer Sound, sondern ein vielschichtiges, oft beklemmendes Klangbild, das live eine enorme Sogwirkung entwickelt.
Die Band, die seit 2001 aktiv ist, hat über die Jahre einige Veränderungen durchlaufen, ohne ihren stilistischen Kern zu verlieren. In der aktuellen Besetzung – bestehend aus Christian Schoenke (Bass), Marcel Schneider (Schlagzeug), Sebastian Rehbein (Gesang) und Marcel Bangert (Gitarre) – spielt die Band bereits seit 2019 zusammen. Diese Konstanz zahlt sich hörbar aus: Das Zusammenspiel wirkt präzise und schon intuitiv.
Auch hier steht das aktuelle Album Withering Shine (… Into Oblivion) klar im Mittelpunkt. Der Titeltrack entfaltet dabei direkt seine ganze Wucht und zieht das Publikum tief in die düstere Klangwelt hinein. Mit Libertys Fate, Nocturnal Animals und Plants folgen weitere Stücke, die die Bandbreite des neuen Materials zeigen, von aggressiv treibend bis hin zu atmosphärisch dicht. Trotz des klaren Fokus auf neues Material vergessen Mindreaper ihre Vergangenheit nicht. Mit Passage To Extinction greifen sie bewusst weiter zurück und schlagen eine Brücke zu früheren Veröffentlichungen, ohne dass der Spannungsbogen des Sets darunter leidet.

Instrumental zeigt sich die Band dabei geschlossen und druckvoll: Das Fundament aus Bass und Schlagzeug steht stabil und präzise, während die Gitarre für die dichten Klangschichten sorgt. Sebastian Rehbein pendelt mit seiner Stimme zwischen Aggression und düsterer Melancholie und sorgt für die emotionale Tiefe der Songs.
Unterm Strich liefern Mindreaper ein Set, das auf Atmosphäre, Dynamik und Intensität setzt.
Purify – chaotischer Thrash Metal zwischen Wahnsinn und Party
Jetzt kommen Purify, die wir schon seit ein paar Jahren immer mal wieder begleiten durften. Ihre Fanbase liegt natürlich in Mainz/Wiesbaden, denn da kommen die Thrasher her. Heike (als Die-Hard-Fan) und ich freuen uns sehr, die Jungs mal wiederzusehen, die 2020 eigentlich unsere Hochzeitsband sein sollten. Aber dann kam ja Polly … bzw. Fuckin‘ Corona und das Fest musste ausfallen, nicht aber die Hochzeit. Mit Gitarrist Guido,Sänger Tobias und Bassist Thomas habe ich mich eben noch unterhalten. Norbert habe ich noch nicht gesehen. Zu Norbert später Weiteres.
Purify dürften wohl das Prädikat als „bekloppteste Boygroup“ erhobenen Hauptes tragen. Das Quartett ist bekannt für derbe Späße, Nonsens und Beleidigungen untereinander und gegenüber den Zuschauern. Heike und ich mussten das auch einmal beim exquisiten Live-Streaming-Konzert beim Siegener Wohnzimmergeballer im Vortex alleine aushalten. Sehr wüst ist bei uns auch noch ihr Konzert mit Crisix im Kesselhaus in Wiesbaden in Erinnerung.
Standardgemäß mit dem Rücken zum Publikum beginnen die Mainzer Thrasher ihren Gig. Nach dem Intro ist der Opener Make My Day bereits eine klare Ansage, und der Punk bzw. Thrash geht ab. Erste Verbalauseinandersetzungen zwischen Tobias Mönch (Gesang) und seinen Bandkollegen sind da. Schnell gibt es auch die ersten bösen Ansagen ans Publikum. Tobias begrüßt liebevoll das eingefleischte Publikum: “Seid ihr gut drauf, ihr Fotzen?“ Es braucht nicht lange, und das Quartett aus Mainz heizt hier richtig auf.
Tobias Mönch ist mit seinem Kumpel Norbert im Element. Norbert ist bekanntermaßen ein weiteres Mitglied der Band und macht Purify zu einem Quintett. Norbert und Tobias sind eigentlich eineiige Zwillinge und unzertrennlich. Das spürt man auch heute wieder, obwohl Norbert heute so aussieht, als sei er mit Perwoll gewaschen 😉 Er scheint heute doch tatsächlich sauberer daherzukommen als Tobias. Wer Norbert nicht kennt, den möchte ich aufklären. Norbert ist der Wischmopp, den der Sänger gerne auf der Bühne schwingt. Die Ähnlichkeit zwischen beiden ist frappierend 😀

Tobias Mönch und seine Mitstreiter Guido Holstein (Gitarre) und Thomas Glaser sind in ihrem Element. Alex Reichert, der eigentliche Schlagzeuger von Purify, ist nicht dabei, dafür sitzt Adrian von der Hängerband hinter den Kesseln, und der macht das richtig gut. Purify, die Reference Class A – Thrash Metal Band aus Mainz/Wiesbaden, lässt es hier mal wieder so richtig krachen. Purify funktionieren wie immer: Beleidigungen/Beschimpfungen untereinander und Beleidigungen des Publikums. Alles wie gehabt und wie wir es wollen: Hate Fuck Die! (ist natürlich auch auf der Setliste). Die Show der wohl beklopptesten deutschen Thrash-Band Purify läuft wie geschmiert. Auf und vor der Bühne bleibt es recht sauber und Norbert hat dadurch wenig Bodeneinsatz. Viel zu schnell ist die Setlist durchgespielt und das abschließende Guinea Pig Apocalypse treibt die Stimmung auf den Höhepunkt. Riesenapplaus hier, die Band wird abgefeiert und wir feiern pünktlich um 00:00 Uhr in Guidos Geburtstag hinein. Es wird geherzt, geküsst, geschimpft, beleidigt. Guido bedankt sich bei den Feiernden treffend mit den Worten: „Danke, schön, dass ihr mich habt!“
D.D.D.R – Crossover-Cover als energiegeladener Abschluss
D.D.D.R legen nun den Deckel auf die Geburtstagsfeier von Guido. D.D.D.R ist eine Band aus dem Wiesbadener/Mainzer Raum mit dem Purify-Bassisten Thomas, die ihrer Leidenschaft zum Crossover frönt. Dementsprechend stehen heute einige Crossover-Perlen auf der Setliste. Mit Blind (Korn) beginnt das Quartett um Frontmann Oliver den Gig. Der hat mir auch mal den Bandnamen erklärt und bleibt dabei recht offen mit Erklärungen wie „Dürfen Die Das Ruinieren, oder Die Dorf Disco Rocker“ und lässt damit dem Bandnamen viel Spielraum. Die Fans hier kennen natürlich die Band und finden die Jungs richtig süß, dafür gibt es von der Band Sugar (System Of A Down). Ich persönlich finde es schon gewagt, sich an solche Nummern heranzuwagen. Die Jungs machen das allerdings richtig gut. Für uns sind es dann doch Too Many Puppies (Primus) hier in der Location und wir verlassen die Location vor dem Gigende von D.D.D.R. 😊 Spaß beiseite, es ist spät und wir haben noch etwas zu fahren. So verpassen wir bei diesem Crossover-Massaker leider noch solche Nummern wie Killing In The Name Of (Rage Against The Machine) oder Sepulturas Roots Bloody Roots. Ich kann ihnen also nicht mehr sagen: Come To Daddy.

Weitere Bildergalerien:
Purify
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D.D.D.R























