Bands: The Devil And The Almighty Blues, The Delayed
Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden
Datum: 06.05.2026
Kosten: 23,95 € VVK, 24 € AK
Genre: Heavy Blues Rock, Stoner Rock, Rock
Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden
Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/events/the-devil-and-the-almighty-blues-2026
Heute Abend spielt einer meiner All-Time-Favoriten im Kesselhaus in Wiesbaden: The Devil And The Almighty Blues. Durch eine Terminüberschneidung kann ich leider nicht persönlich dabei sein, was ich sehr bedaure. Meinen Job heute Abend übernehmen stellvertretend Ansgar E., der ebenfalls ein großer Fan der Band ist, und Robin S.M. Hier der ausführliche Bericht!
Roher Heavy Rock und psychedelische Energie: The Delayed eröffnen den Abend im Kesselhaus
Im Kesselhaus Wiesbaden eröffnen heute The Delayed den Abend als Support für The Devil And The Almighty Blues mit einer intensiven Mischung aus Garage Rock, Heavy Blues und psychedelischen Jam-Passagen. Die vierköpfige Band um Fabian Pauls und Sebastian Bauer an den Gitarren sowie Philipp Kapella am Bass und Martin Hackenberg am Schlagzeug setzt dabei konsequent auf einen warmen, rohen Livesound, der bewusst auf sterile Perfektion verzichtet. Von der ersten Minute an entwickelt sich eine dichte Clubatmosphäre. The Delayed wirken eingespielt, spontan und voller Spielfreude. Lange, improvisierte Soli, schwere Riffs und dynamische Tempowechsel prägen den Auftritt und den Sound, der stark an die Rockmusik der frühen Siebziger erinnert. Dabei wird deutlich, warum sich die Band in den vergangenen Jahren bereits als Support für Acts wie Radio Moscow, Sacri Monti, Mother’s Cake, Crypt Trip und Wedge einen Namen gemacht hat.

Auf der Setliste stehen am heutigen Abend zwischen dem Opener Blood Harvest und dem abschließenden Behind The Curtain weitere fünf Songs des selbst betitelten Debüts der Band aus dem letzten Jahr. Die Songs entfalten live eine enorme Wucht und leben von der unmittelbaren Energie zwischen Band und Publikum. Schwere Blues-Riffs und psychedelische Klanglandschaften treffen aufeinander.
Dass The Delayed ihre Musik bevorzugt direkt und möglichst ungefiltert aufnehmen – ob in Garagen, auf Bowlingbahnen oder mitten bei Livesessions –, spiegelt sich auch heute im Kesselhaus wider. Der Auftritt wirkt authentisch, laut und intensiv – genau so, wie handgemachter Heavy Rock klingen sollte. Die Band erntet berechtigterweise viel Applaus und auch Zugaberufe. „Dass der Support heute so gut ist, hätte ich nicht erwartet“, entgegnet mir später am Merchstand ein anderer Besucher.
Doomiger Heavy Blues und hypnotische Klangwände: The Devil And The Almighty Blues
Nach dem kraftvollen Auftakt von The Delayed wird es im Kesselhaus Wiesbaden dunkel, schwer und intensiv. The Devil And The Almighty Blues zelebrieren auch an diesem Abend ihren unverwechselbaren Mix aus schwerem Bluesrock, Doom und psychedelischer Atmosphäre. Die Songs der Norweger entwickeln sich langsam, beinahe bedrohlich, ohne dabei jemals in klassischen Metal oder reinen Doom abzudriften. Stattdessen erschafft die Band ihren ganz eigenen, erdigen Sound zwischen Heavy Blues, Stoner Rock und dunkler Americana-Stimmung.
Bereits der Opener Grimming In Your Face zieht das Publikum tief in diese düstere Klangwelt hinein. Die Band lässt sich Zeit, baut Spannung Schicht für Schicht auf und entwickelt daraus mächtige Klangwände, die im Kesselhaus förmlich greifbar werden. Sänger Arnt O. Andersen betritt die Bühne mit seiner gewohnt kultisch wirkenden Ausstrahlung und verleiht den Songs mit seiner markanten Stimme eine fast rituelle Atmosphäre. Während der instrumentalen Passagen zieht er sich immer wieder zurück, beobachtet die Band aus dem Hintergrund und überlässt den Musikern Raum für lange, intensive Jam-Phasen, wobei er heute dann doch etwas mehr im Mittelpunkt steht als bei vorangegangenen Konzerten.

Besonders beeindruckend wirkt erneut Salt The Earth. Der Song beginnt zurückhaltend mit wenigen Gitarrenriffs, bevor Bass und Schlagzeug langsam Druck aufbauen. Erst nach einigen Minuten setzt der Gesang ein und treibt das Stück immer weiter in Richtung eines mächtigen Höhepunkts. Nach einem ruhigen Break steigert sich die Band erneut mit voller Wucht hinein. Gerade live entfaltet dieser Song seine ganze Stärke und zeigt eindrucksvoll, wie sehr The Devil And The Almighty Blues auf Dynamik und Atmosphäre setzen. Auch Storm Coming Down, These Are Old Hands und Time Ruins Everything sorgen für intensive Momente zwischen schweren Blues-Riffs, psychedelischen Gitarrenläufen und dunkler Emotionalität. Mit Lied To steht auch ein neuer Song auf der Setliste. Ein neues Album soll im Frühjahr 2027 über Ripple Music erscheinen. Gitarrist Torgeir Waldemar prägt den Sound der Band dabei entscheidend mit, er wirkt dabei beinahe wie ein einsamer Americana-Musiker, der seine Gitarrenlinien stoisch durch den Nebel schiebt (aber das ist wieder eine andere Geschichte). Gemeinsam mit dem zweiten Gitarristen Markus Berntzen (der mittlerweile fester Bestandteil der Band ist) entstehen immer wieder packende Duelle, während Bassist Kim Skaug stoisch und finster den tiefen Groove hält.
Der gesamte Auftritt fühlt sich weniger wie ein klassisches Rockkonzert an, sondern eher wie eine düstere Blues-Zeremonie. Die Band nimmt sich Zeit für ihre Songs, kostet jede Atmosphäre vollständig aus und zieht das Publikum damit tief in ihren Bann. Im Kesselhaus funktioniert dieser schwere, langsame und dennoch intensive Sound hervorragend – laut, hypnotisch und mitreißend zugleich. Wir freuen uns auf das angekündigte vierte Album der Band im Frühjahr 2027.
Fazit
Dieser Konzertabend im Kesselhaus Wiesbaden überzeugte mit authentischem, handgemachtem Heavy Rock und intensiver Atmosphäre. Bereits The Delayed lieferten als Support mit rohen Blues-Riffs, psychedelischen Jam-Passagen und spürbarer Spielfreude einen starken Auftakt. Anschließend entfalteten The Devil And The Almighty Blues ihren hypnotischen Mix aus Doom, Heavy Blues und psychedelischer Düsternis, der das Publikum mit mächtigen Klangwänden und emotionaler Dynamik vollständig in den Bann zog. Insgesamt entstand ein eindrucksvoller Abend voller Energie, Tiefe und echter Live-Magie.














