Alda – A Distant Fire

Klassischer Black Metal mit überraschenden Wendungen

Artist: Alda

Herkunft: Washington, USA

Album: A Distant Fire

Spiellänge: 50:36 Minuten

Genre: Black Metal, Folk Rock, Post-Rock

Release: 08.10.2021

Label:  Eisenwald

Link: https://www.facebook.com/aldacascadia

Bandmitglieder:

Gesang, Schlagzeug, Bodhrán, Mundharmonika  – Michael Korchonnoff
Gitarre, Hintergrundgesang – Jace Bruton
Gesang, Gitarre, Bass, Cello –  Stephanie Knittle
Gitarre – Timothy Brown

Tracklist:

1. First Light
2. Stonebreaker
3. Drawn Astray
4. Forlorn Peaks
5. Loo-Wit
6. A Distant Fire

Die Black Metal Formation Alda entstand 2007 in Washington und ist bis heute mit ihrem Line-Up in der Besetzung mit Michael Korchonnoff, Jace Bruton, Stephanie Knittle und Timothy Brown konstant geblieben. Im Zeitraum 2009 bis 2015 entstanden die Alben Alda (2019), :Tahoma: (2011) sowie Passage (2015). Sie spielten danach ausgewählte Liveshows in Nordamerika und waren 2018 auf ihrer ersten Europatournee unterwegs. Jetzt steht nach sechs Jahren, seit Erscheinen des dritten Longplayers, die Veröffentlichung des vierten Studioalbums A Distant Fire am 8. Oktober an. Das Songmaterial wurde von der Band zwischen 2017 und 2019 geschrieben. Im letzten Jahr nahm Jake Superchi (Uada, Ceremonial Castings) dann die gesamten Songs im Studio auf. Mell Dettmer verpasste dem musikalischen Material im Studio Soli (Wolves In The Throne Room, Elder) noch den letzten Schliff. Das Albumcover steuerte Craig Strother von Second Nature Artwork bei.

Während ihrer 14-jährigen Zusammenarbeit sind Alda ihrem Stil immer treu geblieben. Sie haben sich in dieser langen Zeit kontinuierlich weiterentwickelt. Die Beständigkeit ihres Line-Ups hat sich hierbei ausgezahlt. In satten 50 Spielminuten verarbeiten Alda eine Geschichte über eine düstere als auch ungewisse Zukunft. Es dreht sich um Tage, die von Asche und Rauch verdunkelt sind, aber auch von Nächten, die von fernen Feuern erhellt werden. Dabei lässt das Quartett aus Washington Black Metal, Folk Rock sowie Post-Rock miteinander verschmelzen.

First Light eröffnet das Set mit einem stimmungsvoll verträumten Akustik-Intro, das einen Hauch von Mittelalteratmosphäre aufkommen lässt. Mehr passiert auch nicht in den kommenden drei Minuten. Der Song endet mit einem unerwartet schrillen Fiepen, als wäre jemand versehentlich gegen den Lautstärkeregler des Verstärkers gekommen – ok, ich bin aus meiner Traumwelt erwacht! Stonebreaker geht sofort mit einer brachialen Soundkulisse ab. Hier wird in schönster Black Metal Manier geschreddert und losgekeift. Dieser Song lässt tiefschwarze Herzen aufblühen. Nach dreieinhalb Spielminuten kommen die Stromgitarren erst richtig aus ihrer Deckung, um dann die wilde Fahrt noch einmal richtig anzuheizen. Der Druck erhöht sich kontinuierlich, mündet aber am Ende wieder in einer melancholischen Phase. Drawn Astray setzt den eingeschlagenen Pfad zunächst fort, bis sich das markante Riffing unaufhaltsam seinen Weg durch die Lethargie bricht. Jetzt entfaltet sich die Dynamik dieser Nummer erst richtig. Die nächste Wende lässt nicht lange auf sich warten, ab Minute 6:34 setzen wieder akustische Gitarrenklänge ein. Kurz geht es in den doomigen Bereich über, bevor hinter der Schießbude wieder mächtig Drumgeballer einsetzt. Auch die bislang wenig eingesetzte Geige hat hier ihren Platz. Triumphierend marschiert Forlorn Peaks anschließend dem sicheren Untergang entgegen. Die markigen Hooks animieren mich doch tatsächlich zu Lockerungsübungen der Nackenmuskulatur. Ein kurzweiliger Hauch von Thrash Metal überrascht dann in der Songmitte, womit nicht unbedingt zu rechnen war. Bei dem Instrumental Loo-Wit baut sich eine gewaltige Lawine auf, die donnernd alles mit sich in die Tiefe reißt, was sich ihr in den Weg stellt. Atmosphärische Klänge erzeugen danach eine melancholische Stimmung, bei der ein eisiger Wind um die Ecke fegt. Man mag kaum glauben, dass dieser Track gerade mal etwas mehr als zwei Minuten dauert. Als Gegenpol dazu wartet der Mammutsong A Distant Fire jetzt mit satten 16 Spielminuten auf. Hier ziehen Alda noch einmal ordentlich die Regler hoch. An den Gitarren und hinter dem Schlagzeug geht es erneut zur Sache, von rasantem Tempo bis hin zu Slow-Motion ist alles drin. Gerade als man meint, dass der Song zu Ende ist, geht es in folkige Gefilde hinüber, ohne zu ahnen, dass sogleich wieder die Stromgitarren von der Leine gelassen werden. Zu guter Letzt gibt es pflichtgemäß eine ordentliche Portion Black Metal als Dessert serviert. Am Ende aller Zerstörung bleibt außer Glut und Asche nichts mehr übrig.

Formate: limitierte Digipak CD,  Digital Album

Alda – A Distant Fire
Fazit
Die Mischung von A Distant Fire ist durchaus gewöhnungsbedürftig, als Mainstream sollte man sie jedenfalls nicht bezeichnen. Ich empfehle jedem, sich für die Einhörphase etwas Zeit zu nehmen. Es gibt einiges zu entdecken. Black Metaller kommen schon auf ihre Kosten, wenn auch nicht zu 100 %. Cross-over-Hörern, denen diverse Genres liegen, dürften diese sechs Songs ein interessantes Klangerlebnis verschaffen. Der Longplayer schafft es an diversen Stellen mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.

Anspieltipps: Stonebreaker, Forlorn Peaks und A Distant Fire
Sandra R.
7.7
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