Eventname: Walk The Sky Tour 2019
Headliner: Alter Bridge
Vorbands: Shinedown und The Raven Age
Ort: Halle 622, Therese-Giehse-Strasse 10, CH-8050 Zürich-Oerlikon
Datum: 01.12.2019
Kosten: Stehplatz inkl. VVK-Gebühren CHF 75,00, Sitzplatz Galerie inkl. VVK-Gebühren CHF 85,00
Genre: Hard Rock, Metal, Post-Grunge, Alternative Metal
Besucher: ausverkauft, bis zu 3500
Veranstalter: Good News Productions AG https://www.goodnews.ch/
Links: https://halle622.ch/
https://www.facebook.com/events/318991209048769/
Setlisten:
Alter Bridge:
One Life (Intro)
- Wouldn’t You Rather
- Isolation
- Come To Life
- Pay No Mind
- Ghost Of Days Gone By
- Broken Wings
- Native Son
- Rise Today
- Forever Falling
- Cry Of Achilles
- Waters Rising
- In Loving Memories
- Blackbird
- Open Your Eyes
- Metalingus
Zugabe:
- Godspeed
- Addicted To Pain
Shinedown:
Intro
- Devil
- Diamond Eyes
- Enemies
- Monsters
- Get Up
- Cut the Cord
- Second Chance
- Simple Man
- Sound of Madness
- Brilliant
The Raven Age:
Intro
- Betrayal Of The Mind
- Surrogate
- The Day The World Stood Still
- Fleur De Lis
- The Face That Launched A Thousand Ships
- Seventh Heaven
- Angel In Disgrace
Erster Advent 2019, gibt es einen besseren Tag, um sich Alter Bridge zu Gemüte zu führen? Wohl kaum. Es ist der 1. Dezember 2019 und wir fahren von Rottweil runde 110 km nach Zürich-Oerlikon. Angekommen am Ort des Geschehens, staune ich nicht schlecht. Kurz nach 18:00 Uhr, der Einlass hat begonnen und vor der Halle 622 ist kaum was los. Keinerlei Gedränge und ich komme vollkommen ungehindert an den Akkreditierungspoint. Eine sehr nette und höfliche Dame stattet uns mit den Eintrittskarten und dem Fotopass aus und nach der Einlasskontrolle sind wir auch schon drin. Endlich wohlig warm, alles sehr übersichtlich, weitläufig und gut strukturiert, selbst vor dem Merchandise Stand tummeln sich bis jetzt nur wenige Besucher. Die Beschreibung der Halle 622 hat nicht zu viel besprochen. Die alte Industriehalle hat in der Tat ihren Charme. Das Atrium ist sehr großzügig gehalten, die Hallenhöhe dürfte sicher runde zehn Meter haben. Der Konzertsaal selbst ist von der Fläche her noch mal wesentlich größer, sodass dort locker die bis zu 3500 erwarteten Gäste Platz finden werden, sofern sie denn kommen, denn noch sieht es nicht danach aus. Es tummeln sich zwar schon einige Reihen Metalheads vor der Bühne, nur ganz so übersichtlich wird es hoffentlich nicht bleiben. The Raven Age werden auf 19:00 Uhr beginnen und ich hoffe sehr, dass sich die Halle noch füllen wird. So kommt es dann auch.
Pünktlich 19:00 Uhr erlischt das Licht und das Intro ertönt. Die Halle ist zwischenzeitlich gut zur Hälfte gefüllt und immer mehr Besucher finden den Weg in den Konzertsaal. Das ist auch gut so, denn die Jungs um Goerge Harris legen durchaus druckvoll und selbstbewusst los. George, Gitarrist und Sprössling von Iron Maiden Bassist Steve Harris feiert diesen Auftritt samt seiner Bandkollegen augenscheinlich. Die Spielfreude ist den Jungs von The Raven Age anzusehen. Die Bühne gehört ihnen und das Publikum quittiert die Songs mit zunehmend anerkennendem Applaus. Tja, die Londoner sind auch keine Anfänger mehr, durften sie doch Iron Maiden auf deren The Book Of Souls Tour als Support-Act begleiten. Zu meiner Schande bin ich mit der Setlist so gar nicht vertra
In der Umbaupause gönnen wir uns dann ein für deutsche Verhältnisse recht überteuertes Bierchen. Sieben Franken sind fällig und da genießt man dann jeden Schluck und trinkt nicht zu überhastet. Auffällig, aber sicher nicht unerwartet, zieht es den Mob nun zu Hauf in den Konzertsaal. Anlass hierzu sind Shinedown. Im weiten Rund sieht man sehr viele Shinedown Anhänger, die ihre Affinität zur Band mit Stolz auf der Brust tragen. So ist ein Durchkommen in die vordersten Reihen jetzt beinahe unmöglich. Jeder Millimeter wird hart erkämpft. Aber, wir haben wieder einen sehr guten Platz erwischt, befinden uns ca. zehnte Reihe und leicht rechts der Bühne.
Ach ja, noch ein Wort zum bisherigen Sound. Der lässt bislang keine Wünsche offen. Die Techniker am Mischpult machen einen grandiosen Job. Die ganze Sache ist von der Lautstärke her so austariert, dass man durchaus ohne Ohrenschutz genießen kann. Weniger ist bekanntlich mehr. Die Instrumente sind insgesamt sehr transparent und ausgewogen aufeinander gemischt und das ist im Metal dann leider nicht immer zu erwarten. Nicht aber heute, da passt bis auf kleinere und verzeihbare Nuancen beinahe alles.
So, Licht aus, die Spannung steigt, auch Shinedown werden von einem Intro auf die Bühne begleitet und die ersten Schreie sind deutlich zu vernehmen. Die Fangemeinde ist auf den Punkt da und erwartet frenetisch das, was kommen möge. Wer von Beginn an überzeugt, ist Sänger Brent Smith. Ein derart charismatischer Mensch gehört unbedingt auf die Bühne. Seine Bühnenpräsenz, seine Gestik und Artikulation sind äußerst präzise und vollkommen tough dargeboten. Er zieht die Massen förmlich in seinen Bann und lenkt den Saal ganz nach Belieben. So werden Devil und Diamond Eyes ohne Unterlass gnadenlos in die Gehörgänge gezimmert.


Die Halle 622 ist zwischenzeitlich prall gefüllt und der Weg zurück ins Atrium ist mühsam. Haben wohl alle Durst, wie wir auch. Ich hingegen muss auf 21:15 Uhr allerdings schon am vorgegebenen Treffpunkt sein, denn die akkreditierten Fotografen werden von dort aus in den Fotograben vor die Bühne begleitet. Das ist mal schick. Ich denke, wir sind runde zwanzig Vertreter diverser Magazine und Presse und werden nicht mitten durch den Saal, sondern durch den direkt angrenzenden Mittelbau des Industriegeländes seitlich an die Bühne geführt. In diesem Teil des Hallenkomplexes stehen die Tourtrucks und hier wird bereits emsig gearbeitet. Die Backliner und Stagehands haben jede Menge mit Auf- und Abbau während der Shows zu tun. So lässt sich aber sicher gut und vor allem schnell arbeiten. Wie gesagt, während im Konzertsaal nebenan jeder Meter beschwerlich zu ergattern ist, haben wir das Privileg ohne Gedränge, beinahe schon relaxt direkt vor die Bühne geführt zu werden. Dort, links vor der Bühne angekommen, ist eine ganz besondere Atmosphäre kurz vor dem Auftritt von Alter Bridge zu spüren. Anerkennende Blicke aus dem Publikum sind zu bemerken, denn ja, wir haben Platz. Der Fotograben ist recht schlank gehalten, vielleicht knappe zwei Meter, der Wellenbrecher steht somit sehr nah an der Bühne. Uns ist vorbehalten, während des Intros und der ersten drei Songs zu fotografieren. Ausreichend Zeit also. An der Bühne hängt zudem eine Setlist, die rasch abgeknipst wird.
Wir warten gemeinsam noch ein paar Minuten und dann geht gegen 21:30 Uhr das Licht aus. One Life, das Intro des neuen Albums, erfüllt den Saal mit einer magischen Stimmung und die Meute beginnt 
Das Debütalbum One Day Remains der Amerikaner wartet mit vielen derartigen Granaten auf. Es folgt Native Son vom aktuellen Album. Alter Bridge zeigen abermals, nein das wäre untertrieben, bis zu diesem Zeitpunkt durchweg ihre Klasse. Das war auch zu erwarten. Alter Bridge sind live 
Wenn wir schon bei Emotionen sind, dann ist Waters Rising ganz bewusst so gewählt. Abermals ist es Mark Tremonti, der uns mit seiner Range mitzureißen vermag. Der Refrain drückt mächtig 
Zeit ist heute ohnehin ein relativer Begriff, denn ich habe jenes Gefühl verloren, ich weiß nicht, wie lange das noch gehen mag, geschweige denn, welche Zeit bereits hinter uns liegt. Letztlich bleibt der Wunsch, es möge nie enden. Ein Bierchen zu holen ist von hier aus unmöglich, denn ich würde weder zügig dorthin gelangen und auch nie wieder zurückkommen. Die Massen stehen dicht Mann an Mann, Frau an Frau.
Alter Bridge setzen den Reigen mit Open Your Eyes fort, ein weiteres Highlight aus der üppigen Songpalette und auch hier bleibt eigentlich nichts weiter zu sagen. Leider viel zu schnell soll nun wohl doch das Ende gekommen sein, Metalingus ziert die letzten Momente des Sets, in Gewissheit, dass die Jungs noch was drauflegen werden. Die Stimmung geht demnach nochmals deutlich steil nach oben, wollen wir die Herren doch gar nicht gehen lassen. Tja, und das war es dann. Alter Bridge verabschieden sich anerkennend ob des Erlebten des heutigen Gigs. Aber die Gewissheit wird zur Realität. Uns werden Godspeed vom neuen Album und der Klassiker Addicted To Pain mit auf die Heimreise gegeben.
Fazit:
Das Gesamtpaket aus The Raven Age, Shinedown und Alter Bridge hat nicht zu viel versprochen. Wer auch immer das zu verantworten hat, er hat sehr gut gewählt. Die beiden Vorbands waren Garanten für ein Maximales an Qualität. Letztlich aber sind es Alter Bridge, die der ganzen Sache in allen Belangen noch eins obendrauf gesetzt haben. Die musikalische Perfektion, ein Sänger von einer anderen Welt und eine Location, die ihr Übriges zum Glanz dieses Events beigetragen hat. Ein Erlebnis, von dem ich noch lange zehren werde. Immer wieder gerne!




















