Arkona – Age Of Capricorn

Es hält, was es verspricht

Artist: Arkona

Herkunft: Polen

Album: Age Of Capricorn

Spiellänge: 46:47 Minuten

Genre: Black Metal, Doom Metal

Release: 13.12.2019

Label: Debemur Morti

Link: http://arkonahorde.pl/

Bandmitglieder:

Gitarre, Samples und Gesang – Khorzon
Gitarre – Necrist
Bass und Gesang – Drac
Schlagzeug – Zaala

Tracklist:

1. Stellar Inferno
2. Alone Among Wolves
3. Age Of Capricorn
4. Deathskull Mystherium
5. Towards The Dark
6. Grand Manifest Of Death

Seit mittlerweile über 25 Jahren ist die polnische Band Arkona ein Garant für spannenden Black Metal. Ihr aktuelles Album Age Of Capricorn ist ihr siebtes Werk und bereits das zweite Album, welches über Debemur Morti Productions herausgebracht wurde. Auf diesem zeigt die Band, dass sie sich mit der Zeit nicht nur technisch, sondern vor allem musikalisch weiterentwickelt hat, denn was den Hörer auf dem 47-minütigen Longplayer erwartet, ist alles andere als gewöhnlicher Black Metal. Während sich Arkona in den früheren Jahren noch an traditionellen Black Metal Bands aus den 90ern orientiert haben, finden die Highlights ihres neusten Werks vor allem außerhalb der üblichen Genregrenzen statt. Der rumplige Proberaumsound alter Alben wurde durch eine hoch qualitative Produktion ersetzt, ohne dabei in irgendeiner Form an Druck zu verlieren.

Schon im ersten Song Stellar Inferno peitschen dem Hörer, nach einem kurzweiligen ruhigen Intro, harte Riffs und Blastbeats entgegen, die die weitere Marschrichtung des Albums klar vorgeben. Dabei deutet sich am Ende des Songs schon an, mit welchen Elementen sich die Band von anderen Vertretern des Genres abheben will. Denn abseits der druckvollen, schnellen Passagen kommt die Stimmung des Albums vor allem dann auf, wenn sich in den langsamen, teilweise doomähnlichen Parts Zeit genommen wird, Melodien zu entwickeln oder auch mit Synthesizern zu experimentieren.

Am Anfang des zweiten Songs Alone Among Wolves zeigt die Band, dass sie in der Lage ist, Blastbeats und schnelle Gitarren mit einer Klaviermelodie zu kombinieren, ohne dass es stilwidrig klingt oder erzwungen wirkt. Diese Melodie wird im Verlauf des Songs noch öfter aufgegriffen oder variiert und beweist, dass die Band durchaus wandelbar ist und den Spannungsbogen bei ihren, im Durchschnitt über sieben Minuten langen Songs, aufrecht halten kann.

Der Anschlusssong Age Of Capricorn ist der Titeltrack des Albums und lässt vor allem die etwas ruhigere Seite von Arkona zum Vorschein kommen. Er beginnt dabei etwas schleppend und die ruhige melodiöse Gitarre wird durch atmosphärische Synthies und Orgeln unterstützt.

Im Anschluss gibt es wieder ein ordentliches Brett! Deathskull Mystherium startet mit einer regelrechten Wand aus Blastbeats und schnellen Riffs, die sich im Verlaufe des Songs zwar kurz in beinahe hypnotische Gitarrenmelodien entwickeln, dabei aber zu keinem Zeitpunkt an Druck verlieren und zum Ende des Songs hin noch mal kräftig nach vorne gehen. Hier zeigen die polnischen Black Metaller, dass sie Tempowechsel beherrschen und damit ihre Songs interessant und unvorhersehbar gestalten können.

Der fünfte Song, Towards The Dark, zeichnet sich durch seine epochale Grundstimmung aus. Nach einem rasanten Anfang entwickelt sich das Stück schleppender und besonders melodiös. Dabei kommen neben Streichern auch Chöre zum Einsatz, die den Song langsam abschwächen und ausklingen lassen.

Der letzte Song des Albums, Grand Manifest Of Death, reiht sich nahtlos in die restlichen Stücke ein. Er vereint alle Fähigkeiten der Band und zeigt noch mal, was sie ausmacht. Auf über acht Minuten wechseln sich schnelle Gitarrenriffs, mit schleppenden Drums und eingängigen Melodien ab. Das Album endet, wie es anfängt, mit einem ordentlichen Knall.

Arkona – Age Of Capricorn
Fazit
Arkona zeigen mit ihrem siebten Album, warum sie von vielen – zu Recht – zur Speerspitze der zweiten Welle des polnischen Black Metals gezählt werden. Sie beweisen ein gutes Gefühl dafür, klassischen Black Metal mit ruhigen Elementen zu kombinieren und dabei den Spannungsbogen über die volle Albumlänge aufrecht zu erhalten. Kein Song wirkt deplatziert, vielmehr zeigt die Band in jedem Titel neue Facetten, was Lust auf zukünftige Werke macht. Age Of Capricon erfindet den modernen Black Metal zwar nicht neu, hält aber auf alle Fälle, was es verspricht.

Anspieltipps: Age Of Capricon, Deathskull Mystherium und Grand Manifest Of Death
Fabian O.
9
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