Astyanax – Extreme Antinatalist Design

Hektor von Troja, wackelnder Dallas-Forth-Worth-Metropolex und alter und brutaler Death Metal

Artist: Astyanax

Herkunft: USA

Album: Extreme Antinatalist Design

Spiellänge: 36:00 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 20.06.2021

Label: Pathologically Explicit Recordings

Link: https://astyanaxtxdm.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Andrew Huff
Gitarre – Marco Reyes
Bassgitarre – Carlos Callegos
Schlagzeug – Colby Rodgers

Tracklist:

  1. Extreme Antinatalist Design
  2. Crucifysterectomy
  3. Pedosadism
  4. Stillborn Goddess
  5. Auto-Erotic Exsanguination
  6. Cyst Licker
  7. Ejaculating Feces
  8. Gruesome Spontaneous Conflagration
  9. Suicide Contagion
  10. Sanguine Baptism

Astyanax war ein Spitzname, der dem Sohn des berühmten Hektor von Troja gegeben wurde. Er bedeutet übersetzt „Herr der Stadt“. Wie schon des Öfteren erwähnt, hat man ja auch einen Bildungsauftrag, hehe. Die Band stammt aus den Staaten, wurden 2010 gegründet, hat schon zwei Pausen hinter sich und viele Memberwechsel. Viele Musiker der Band Asylum z.B. sind gekommen und gegangen und einige sind geblieben. Zwei Demos, eine Single und eine EP brachte man heraus, bis dann endlich 2018 das Debüt namens Embalmed With Afterbirth herauskam. Perpetrator Gitarrist Marco Reves kam 2019 in die Band und nun hauen sie das zweite Album heraus.

Extreme Antinatalist Design kommt mit einem langsamen, vielversprechend Part und nimmt dann so richtig Fahrt auf. Das Tempo wird wieder gedrosselt, neben den richtig schönen tiefen Vocals erklingen helle Screams und ein wildes Solo wird herausgeholt. Dann wird wieder Gummi gegeben und man spielt mit dem Tempo. Diese Variabilität kommt ganz geil, auch wenn mich das Riffing nicht so richtig umhaut. In der Mitte geht man aber in einen fetten Groovepart und holt dann wieder den Hammer raus. Irgendwie schockt das. Und dann geht das Geslamme los. Slam-Death ist angesagt. Das Riffing verliert dann ein wenig an Reiz, weil man dieses schon sehr oft gehört hat.

Crucifysterectomy kommt da schon wesentlich brutaler aus den Boxen. Die tiefen Vocals werden mit einigen Screams aufgelockert. Es wird zu Beginn geballert, fette Midtempoparts folgen und zwischendurch gibt es auch kurze Blasbeats. Das Riffing ist echt fett. Cooler Death Metal Song. Am Ende groovt man sich einen ab, begleitet von einer druckvollen Doublebass. Hier und da klingen sie wie alte Cannibal Corpse.

Und so geht es auch zu Beginn Pedosadism weiter. Hm, ja, so langsam macht das hier so richtig Laune. Die Amis mischen Old School Death Metal mit brutalem Death Metal und heraus kommt eine durchaus genießbare und zerstörerische Kombination. Kann man echt so machen, zumal die Produktion auch wirklich drückt und total passend ist. Die Burschen bauen irgendwie Druck auf, besonders im Midtempo, wenn man die Doublebass dazunimmt. Auch hier kommen sie mit sehr gefälligem Riffing um die Ecke und wechseln des Öfteren das Tempo. Die slammigen Einsätze gefallen mir nicht so, kommen aber zur rechten Zeit. Hier werden diese dann vom Stakkato-Riffing abgelöst, man wiederholt den Anfang und lässt dann ein Solo folgen, während die Doublebass durchgehend agiert. Gute Idee. Ja, kann was.

Stillborn Goddess lässt sofort die Frank-Mullen-Gedächtnishand in die Luft schwingen, auch wenn man nicht ganz so technisch wie Suffocation zu Werke geht. Auch hier wechselt das Tempo hin und her. Überwiegend fährt man aber die brutale Schiene und neben den Growls werden Pigsqueals und Screams wieder verstreut platziert. Geht gut ins Ohr. Hier und da kleine Verspieltheiten an der Gitarrenfront. Der Groove kurz vor dem Ende mit dem doppelten Gesang ist mega und dann holt man noch einmal den Frank-Mullen-Part raus. Jo, das läuft ordentlich.

Auto-Erotic Exsanguination klingt ganz nach alter Schule. Das Solo zu Beginn mit den begleitenden Drums klingt schon beinahe verträumt und romantisch, aber nach 60 Sekunden ist das schöne Leben natürlich vorbei und es wird gemetzelt. Fetzt vom Riffing her nicht ganz so wie die anderen, macht aber schon Laune. Die Grooves mit Doublebassbegleitung haben sie echt drauf, während ich die Slam-Geschichten eher nicht so sehr mag.

Die zweite Hälfte des Albums macht so weiter und somit hat man eigentlich eine ziemlich druckvolle Mischung aus old schooligem und brutalem Death Metal. Da wackelt der Dallas-Fort-Worth-Metroplex.

Astyanax – Extreme Antinatalist Design
Fazit
Die Amis aus Forth Worth zocken auf ihrem zweiten Album eine recht ansprechende Mischung aus old schooligem und brutalem Death Metal, variieren mit dem Tempo und den Vocals und haben sogar etwas für Freunde des Slams im Gepäck.

Anspieltipps: Crucifysterectomy und Stillborn Goddess
Michael E.
7.2
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